Schönenwerd

Besser Loft als nie – das Ende der Baustelle auf dem ehemaligen Kopp-Areal

Bald dürften hier die Arbeiten zu ihrem Ende finden und die Lofts zu ihren Mietern. Geplanter Bezugstermin ist der 1. Oktober 2020.

Bald dürften hier die Arbeiten zu ihrem Ende finden und die Lofts zu ihren Mietern. Geplanter Bezugstermin ist der 1. Oktober 2020.

Schönenwerd wird seinen «Schandfleck» los: Bald kann auf dem ehemaligen Kopp-Areal der Möbelfabrik gewohnt werden.

Von einer «ewigen Bauruine» und von einem «Schandfleck» war im Dorf schon die Rede. Nach einem Baustopp im Jahr 2018 kommt jetzt wieder Leben in das Kopp-Areal. Elektriker und ein Küchenbauer sind zugange, auf der Brache vor dem Haus parken Handwerkerautos. Unter dem Gerüst steht Gips und Farbe. An einer Fassade wurden Farbmuster aufgetragen. Davor steht Josef K. Büeler, Bauherr an der Baumstrasse 14. Seine Vision für das Kopp-Areal: ein Neubau mit 6 Eigentumswohnungen sowie 17 Lofts im Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik. Dazu ein zweigeschossiger Bastelraum im Turm, einst Silo für Holzspäne. Büeler sagt: «Jetzt geben wir Vollgas.» Er hofft, dass am 1. Oktober 2020 alle Loftwohnungen bezugsbereit und vermietet sind. Während er durch eine der Wohnungen führt, spricht er von hochwertigen Materialien, hohen Räumen und gehobenem Wohnungsbau. «Wir machen keine 08/15-Bauten.» Mit «Wir» meint Büeler die Büeler & Partner AG. Laut Firmenverzeichnis eine Immobilienfirma im «gehobenen» Segment, mit Sitz in Urdorf ZH.

Büeler übernahm die Möbelfabrik Schönenwerd AG und gründete daraus die Firma Phase eins AG. Diese ist im Besitz des Areals. Während die Lofts mit unterschiedlichen Grundrissen zur Miete gedacht sind, stehen im Neubau noch zwei Wohnungen zum Verkauf. Eine ist reserviert, drei sind verkauft. Das Attika­geschoss ist schon eine Weile bewohnt. Betreut werden die Wohnungen von einer Albego Liegenschafts AG in Feusisberg SZ.

Angesprochen auf die lange Bauzeit und gefragt nach den Verzögerungen sagt Büeler: «Die Bewilligungsverfahren werden immer länger und kleinlicher.» Es gab eine Einsprache, bereits erstellte Balkone mussten zurückgebaut werden. Weil der Turm in den obersten Geschossen nicht bewohnt werden darf, entsteht dort jetzt ein Hobbyraum. Der Baustopp veranlasste die involvierten Handwerker zu Geldforderungen. «All diese Ansprüche mussten auf dem Rechtsweg abgewickelt werden, das braucht Zeit», sagt Büeler. Der Gemeinde macht er keinen Vorwurf: «Wenn Einsprachen eingehen, muss sie aktiv werden.» Gefragt nach dem entstandenen Verlust winkt Büeler ab: «Bei diesem Projekt liegen wir sicher bei einer Kostenüberschreitung von 1,5 Mio. Franken.» Ein Baustopp generiere an jeder Ecke Kosten. Büeler kennt das Geschäft. «Bauen bereitet immer Probleme», doch hier seien diese schon grösser gewesen als an anderen Orten.

Bei der Gemeinde weiss niemand von der Wiederaufnahme der Arbeiten. Peter Hodel, Gemeindepräsident, erinnert sich: «Nach all den Jahren kenne ich nicht mehr alle Details. Es gab aber einmal ein bewilligtes Baugesuch.» Danach wurde von der Bauherrschaft eine Projektänderung eingereicht, das Vorhaben geriet ins Stocken. Der einst zuständige Bauverwalter ist unterdessen nicht mehr im Amt. Jörg Amsler führt das Departement ad interim. Er kennt sich im Dossier nicht aus. Er sagt: «Wenn jetzt wieder Leben in die Sache kommt, ist das für die Gemeinde nur erfreulich.» Und auch Hodel sagt: Ich finde das vorgesehene Projekt an dieser Lage sehr gut.» Er begrüsse es, wenn das Gebäude fertiggestellt würde. «Das Projekt entspricht dem heutigen Zeitgeist.» Damit meint Hodel die Umnutzung von Zonen, was das Wohnen im Industriegebiet ermöglicht. Das Grundstück liegt zentral und in der Nähe vom Bahnhof.

Vor acht Jahren wurden an einem «Tag der offenen Tür» die Pläne präsentiert. Jetzt dürfte es bald so weit sein: Der Bauherrschaft verbleiben noch gut drei Monate, um die Farbe für den Anstrich zu bestimmen und die restlichen Arbeiten abzuschliessen. Dann können die Lofts am 1. Oktober bezogen, bewohnt und belebt werden.

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