Winznau wächst. Im Norden des Dorfes, auf dem 12'000 Quadratmeter grossen Büelacker-Areal, sollen verschiedene Wohneinheiten entstehen. Gegen den entsprechenden Gestaltungsplan sind momentan fünf Einsprachen hängig.

Und auch im Süden des Dorfes, auf dem Huttler-Areal zwischen Landi und Aare, soll eine Überbauung entstehen. Fünf Mehrfamilienhäuser sind geplant. Drei davon sollen verkauft, zwei vermietet werden, so eine erste Idee der Verantwortlichen. Der dazugehörige Gestaltungsplan befindet sich momentan in der Vorprüfung beim Kanton. Heute beginnt die öffentliche Mitwirkung in der Gemeinde.

Gemeinde will mitreden

Ein öffentliches Mitwirkungsverfahren, zudem ein Gestaltungsplan: Diese Instrumente kommen nicht zufällig zur Anwendung. Damit stellt die Gemeinde sicher, Einfluss auf das Projekt nehmen zu können. «Wir wollten nicht irgend eine 0815-Überbauung», erklärt Gemeindepräsident Daniel Gubler. «Die Siedlung soll vom Erscheinungsbild her ins Dorf passen.»

Insgesamt fünf Mehrfamilienhäuser sollen entstehen. Ursprünglich war zudem geplant, einen Detailhändler wie Migros oder Coop auf das Areal zu holen. Doch das hat nicht geklappt. «Die Firmen erwarten gewisse Rahmenbedingungen», erklärt sich Gubler diesen Umstand. So könne man beim Huttler-Areal zwar eine gute Lage bieten, aber aus wirtschaftlicher Sicht würde dieser Standort offenbar trotzdem nicht rentieren.

«Müssen wachsen»

Von der Idee einer gewerblichen Nutzung des Areals ist man mittlerweile abgerückt. Neu soll das Wohnen im Zentrum stehen. Der Gemeinderat hat grünes Licht für eine entsprechende Umzonung der Parzelle gegeben. Ein Hintertürchen hält sich die Gemeinde allerdings offen: Eine der Auflagen im Gestaltungsplan ist, dass die Erdgeschosse teilweise höher gebaut werden. Damit könnten sie in Zukunft einmal gewerblich benutzt werden. Und wenn schon kein Detailhändler, so würde vielleicht irgendwann eine Bank oder ein Arzt in diese Räumlichkeiten einziehen, hofft Gubler.

Die Stellung der Gebäude wird allen künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern den Blick zum Wasser erlauben.

Die Situation zwischen Kreisel und Aarekanal.

Die Stellung der Gebäude wird allen künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern den Blick zum Wasser erlauben.

Mit diesen beiden Grossprojekten im Rücken: Hat man in Winznau nicht Angst, zu schnell zu wachsen? «Nein», sagt Gubler überzeugt. «Wir können noch wachsen, ja aus finanziellen Gründen müssen wir sogar wachsen», finden sowohl er als auch der Gemeinderat. Platz habe man genug. Und auch die Infrastruktur, genügend Schulraum zum Beispiel, sei vorhanden.

Enge Zusammenarbeit

Bei einem Projekt dieser Grössenordnung, das erst noch einen Gestaltungsplan verlangt, kommt es nicht selten zu einem Gerangel zwischen den Behörden und der Bauherrschaft. Dann wird um jede Vorschrift gekämpft. In diesem Fall aber offenbar nicht. «Wir haben von Anfang an eng mit der Gemeinde und dem Kanton zusammengearbeitet. Das Projekt ist in dieser Zusammenarbeit gewachsen», betont Roger Näf. Der gebürtige Winznauer steht zusammen mit seinem Bruder Dominik Näf hinter dem Projekt. Im Vorfeld hat man zudem eine Testplanung mit drei Architekturbüros durchgeführt. Das überzeugendste Projekt wird nun weiterbearbeitet.

Ein Familienprojekt

«Uns war es wichtig», führt Näf weiter aus, «auf unserem Grundstück qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen.» Und zwar nicht nur, um die Liegenschaften dann auch verkaufen oder vermieten zu können, wie Näf erklärt. Seit über 100 Jahren befinde sich das Land im Besitz der Familie. Er selber hat noch zahlreiche Kindheitserinnerungen daran, weiss etwa noch von weidenden Kühen und Obstbäumen zu berichten.

Ausblick aus einer Wohnung im 3. Stock.

Visualisierung der Überbauung Huttler-Park.

Ausblick aus einer Wohnung im 3. Stock.

In den letzten Jahren sei das Interesse am Grundstück dann immer grösser geworden. «Wir wollten aber nicht, dass darauf einfach irgendetwas entsteht. Wir wollten etwas Hochwertiges schaffen und haben deshalb die Planung in die eigenen Hände genommen.» Nach der Vorprüfung und dem Mitwirkungsverfahren soll das Projekt angepasst und bestenfalls bereits im Sommer öffentlich aufgelegt werden.

Noch sind die Eigentümer auf der Suche nach Finanzierungspartner. Näf zeigt sich zuversichtlich, dass man diese finden wird. «Das Ganze ist ein Familienprojekt», betont er gleichzeitig. «Wir haben das Land deshalb auch nicht einfach einen Investor verkauft, sondern wollen möglichst viel selber machen.» So soll dann auch zumindest eines der Gebäude im Familienbesitz bleiben.

Öffentlicher Informationsabend zur Mitwirkung: Donnerstag, 2. Mai, 19 Uhr, Gemeindehaus Winznau.