Schönenwerd

Aus Drähten, Gummi und Holz: Seine Kunstwerke sind nicht neu

Rolf Tschudi sagt über seine Roboter: «Jedes Teil hat seine alte Historie und daraus entsteht dann eine neue Geschichte.»

Ab Freitag kann die Sonderausstellung mit Rolf Tschudi im Paul Gugelmann-Museum in Schönenwerd besichtigt werden. Der Zürcher Künstler stellt seine Werke aus gebrauchten Materialien aus.

Die Vorbereitungen im Museum an der Schmiedengasse laufen bereits auf Hochtouren, sei dies für die Vernissage am kommenden Freitag in der Shedhalle oder für die Sonderausstellung selbst. Der Zürcher Künstler Rolf Tschudi und seine Helfer stellen Roboter aus gebrauchten Materialien wirkungsvoll hin. Die besonderen Objekte des Künstlers treffen auf die poetischen Maschinen von Paul Gugelmann — das passt.

Die Figuren, die in der Ausstellung zu sehen sind, bestehen alle aus Altem und Gebrauchtem. Rolf Tschudi sammelt die Grundlagen für seine Roboter auf Schrottplätzen und Flohmärkten oder er sucht Schwemmgut zusammen. Nichts ist neu. «Jedes Teil hat seine alte Historie und daraus entsteht dann eine neue Geschichte», erzählt Tschudi.

«Altes ist Seelenmaterial»

Weiter berichtet er, dass er seine Kunstwerke nicht etwa auf einem Arbeitstisch, sondern auf dem Boden zusammenstellt: Er legt das Gefundene um sich herum aus und lässt daraus das Werk entstehen. Tschudi: «Altes ist Seelenmaterial, aus Träumen entstehen Formen.»

Der 58-Jährige malt auch seine Bilder auf dem Boden kniend und lässt so seinen Gefühlen freien Lauf. Die ausgestellten Objekte im Museum sind bis zu einem Meter hoch und starr stehend. Sie laden mit ihren listigen Gesichtern und Körperformen zum näheren Betrachten ein. Drähte, Spulen, Uhren, Zähler, Gummi, Leder, Eisen, Holz und Plastik sind darin verwendet.

Er arbeitet an seinem Paradies

Doch wer ist eigentlich Rolf Tschudi? Der Zürcher ist ein ruhiger, bescheidener und ausgeglichener Mensch — mit einem schelmischen Lächeln. Er steht nicht gerne im Mittelpunkt. Er sagt: «Ich arbeite am eigenen Paradies, schaffe mir eine Welt, in der ich zu Hause bin. Hie und da, auf Anfrage, tauche ich auf und zeige im Rahmen einer Ausstellung, was im Untergrund entstanden ist.»

Und so ist er für die Sonderausstellung im Paul Gugelmann-Museum in Schönenwerd aus dem Untergrund aufgetaucht. «Als ich Paul Gugelmann vor etwa 15 Jahren zufällig kennen gelernt hatte, habe nicht im Traum daran gedacht, je einmal hier meine Objekte ausstellen zu können», erzählt Tschudi.

«Freude bereiten und Neugier wecken»

Die Vernissage seiner Sonderausstellung findet am kommenden Freitag in der Shedhalle in Schönenwerd statt. Der Kunsthistoriker Pietro Maggi wird Rolf Tschudi in seiner Laudatio ehren. Der Calypso Jugendchor umrahmt die Veranstaltung musikalisch.

Gastkünstler Tschudi ergänzt mit seinen Objekten die bestehende Ausstellung von Paul Gugelmann. «Ich möchte Erwachsenen und Kindern Freude bereiten und ihre Neugier wecken. Wenn mir das gelingt, habe ich mein Ziel erreicht», so Tschudi.

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