Marmorbüsten, Bronzeskulpturen, Acrylbilder, Rosttiere: Die Shedhalle in Schönenwerd widmet sich in den nächsten vier Tagen voll und ganz der Kunst. Die 15. Ausgabe der Ausstellung «Art Shedhalle» steht vor der Tür. Am Donnerstag findet die Vernissage statt.

Ungefähr 70 Bilder und mehr als 100 Skulpturen sind in der alten Fabrikhalle ausgestellt. «Zehn Aussteller sind ideal, wir möchten den Arbeiten nämlich Raum geben und keinen Weihnachtsbasar veranstalten», meint Organisator Jürg Meyer zur Grösse der Ausstellung.
Manche der Künstler gehören zur «Kerngruppe», wie es Meyer formuliert, und sind schon viele Jahre mit von der Partie. Diese «Kerngruppe» organisiert die Ausstellung jedes Jahr und lädt jeweils verschiedene Künstler ein. Manche sind zum ersten Mal dabei. So zum Beispiel der Gränicher Bildhauer Valentino Zucchetti, der in Schönenwerd sein Atelier betreibt. Für seine Skulpturen brauche er von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Als Material verwendet er unter anderem Lava- und Kalkstein oder Holz.

Besuch von Ateliers möglich

Auch zum ersten Mal dabei ist der Zofinger Ron Dideldum, der vor allem für seine Clownimitationen bekannt ist. Er fertigt aber auch Schnellskizzen an, die immer seine Kunstfigur als Sujet haben. Auf einem seiner Ausstellungsobjekte schwimmt er in einem runden Glas – der Goldfisch sitzt in einem Sessel und schaut ihm zu.

Schon seit mehreren Jahren stellt der Dulliker Peter Disler seine neusten Werke, die in den vergangenen Wochen und Monaten entstanden sind, beim Anlass in der Shedhalle aus: «Ich möchte dem Betrachter freie Wahl lassen und ihm meine Bildinterpretationen nicht aufdrängen.» So malt er denn auch nicht gegenständlich, sondern abstrakt. Ein Sujet aber zieht sich durch viele von Dislers Werken: Pfeile. «Sie sind die Richtungsweiser unseres Verhaltens.»

Neben der Fabrikhalle können auch zwei Ateliers besichtigt werden. Eines ist jenes von Barbara Mäder. Auch sie bemalt Leinwände mit Acrylfarbe. «Bei mir dominieren starke Farben und rundliche Formen», sagt sie über ihre Werke. Ansonsten verziert sie Kleinmöbel wie Lampen oder Stühle mit ihrer Kunst.

Gemeinschafsprojekt entstanden

Das andere Atelier gehört den Brüdern Oliviero und Romeo Gorza. Ersterer ist Bronzegiesser, Letzterer schafft Werke aus Eisen. «Einen eigenen Stil habe ich nicht. Mir wäre es langweilig, immer das Gleiche zu machen», sagt Oliviero Gorza zu seinen Bronzeskulpturen, die sich in Sujet und Technik oft stark unterscheiden.

Sein Bruder Romeo Gorza goss früher auch Bronze. «Eisen liegt mir aber mehr», erklärt der gelernte Bauschlosser. Sein neustes Projekt sind Würfel. Er fertigt sie mit alten Schlüsseln, ausgedienten Werkzeugen oder abwechslungsweise mit rostfreiem oder rostigem Blech an. So ist auch ein Gemeinschaftsprojekt mit Jürg Meyer entstanden: Meyer präsentiert im Rahmen dieser Ausstellung mehrere Landschaftsbilder. «Sie symbolisieren die ruhigen, menschenleeren Morgen- oder Abendstunden, bevor oder nachdem die Sommerhitze kommt», erklärt Meyer. Gemeinsam mit Romeo Gorza kreierte er eine Kuh aus rostigem Blech. Gorza übernahm den Körper – er ist in Form eines Würfels gehalten –, Meyer den Kopf der Kuh. Sie nannten sie «Roschteli». So entstanden nebst der Kuh auch ein Schaf, eine Ziege, ein Esel und ein Schwein.