Zuchwil
Verfahren für den Erhalt eines Härtefallbeitrags fürs Sportzentrum ist zur Nervensache geworden

Urs Jäggi, Direktor der Anlage, rapportiert im Gemeinderat die aktuelle Situation. Man beschwert sich, wie rüde Firmen teilweise behandelt werden in Bezug auf Härtefallbeiträge.

Urs Byland
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Coronakrise: Im Sportzentrum Zuchwil ist nach wie vor kaum etwas öffentlich zugängig.

Coronakrise: Im Sportzentrum Zuchwil ist nach wie vor kaum etwas öffentlich zugängig.

Hanspeter Bärtschi

Die Ernüchterung war letzten Woche gross bei Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums Zuchwil. «Wir dachten, wir könnten wenigstens mit den Kursen starten.» Aber die erhofften Lockerungen kamen nicht. Im Gemeinderat beschreibt er die aktuelle Situation im Sportzentrum. Im Angebot sind zeitweise Minigolf sowie Tennis auf den Aussenanlagen. Zudem sei ein kleiner Take away eingerichtet worden. Profisporttrainings sind möglich. Diverse Verbände würden das Sportzentrum nutzen. Zwei Kantonsratssessionen konnten durchgeführt werden. Er erwarte, dass auch im Mai nochmals im Sportzentrum politisiert wird. Der 19. April sei der nächste Termin, auf den sich die Hoffnungen nun konzentrieren würden.

Mit dem Härtefallbeitrag wolle es nicht so recht vorwärtsgehen. «Ich habe die Unterlagen eingereicht, dann hiess es, es brauche weitere Unterlagen und Unterschriften und Revisionen etc.» Die Verzögerungen seien ärgerlich. Es herrsche eine bürokratische Stimmung. «Hätten wir das Geld der Gemeinde nicht, hätten wir schon längst Insolvenz anmelden müssen.»

Gemeindepräsident Stefan Hug erklärte daraufhin, dass im Kantonsrat auch schon darüber diskutiert wurde, wie rüde die Firmen behandelt werden in Bezug auf Härtefallbeiträge.

«Jetzt muss ich sagen, es hat sich gar nicht gebessert mit den Vorschusszahlungen. Ich werde da auf jeden Fall intervenieren.»

Der Gesamtverlust bis Ende April für das Sportzentrum Zuchwil beziffert Urs Jäggi auf 2,3 Mio. Franken. Schon vorgängig hat die Gemeinde auf ein Darlehen von 400'000 Franken verzichtet und sind Reserven von fast 200000 Franken aufgelöst worden. Den Gesamtverlust von 2,3 Mio. Franken decken bisher Zuchwil mit 800'000 Franken, der Kanton mit 500'000 Franken und das Sportzentrum mit 200'000 Franken (Verzichtsplanung). Jetzt erhofft man sich einen Härtefallbeitrag von Kanton und Bund in der Höhe von 700'000 Franken. Gleichzeitig erhielt das Sportzentrum in der Krisenzeit Kurzarbeitsentschädigungen in der Höhe von 900'000 Franken.

Müssen die Stromanbieter nochmals offerieren?

Nach dem für Zuchwil abschlägigen Entscheid des Regierungsrates in Sachen Strombeschaffung, muss der Gemeinderat entscheiden, in welchem Punkt er das Verfahren wieder aufnehmen will. Zwei Gemeinderatsentscheide wurden für nichtig erklärt. Der vorgesehene Wechsel des Stromanbieters von der AEK Energie AG zu Regio Energie Solothurn hätte nicht vom Gemeinderat entschieden werden dürfen, sondern muss die Gemeindeversammlung beschliessen. «Bis zur Sitzung vom 26.9. hat der Gemeinderat alles richtig gemacht, so der Regierungsrat. Unser Fehler war, dass wir nicht zu Handen der Gemeindeversammlung beschlossen haben», erklärt der Gemeindepräsident. Deshalb schlage er vor, das Verfahren dort wieder aufzunehmen und dann das Geschäft an die Gemeindeversammlung zu bringen. Im Gemeinderat war man sich aber einig, dass zuerst geprüft werden muss, ob die Offerten der Stromanbieter noch gelten oder ob man gar noch weitere Schritte zurückgehen müsse, und beispielsweise zuerst das alte Reglement abgeändert werden müsse.

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