Wasserkraftwerk Flumenthal
Wie kommt es zum eindrücklichen «Wasserfall» beim Kraftwerk?

Das Video, das zeigt, wie grosse Wassermengen mehrere Meter in die Tiefe stürzen, ist eindrücklich. Doch wie kommt es zum «Wasserfall» beim Kraftwerk in Flumenthal?

Joshua Schibli
Merken
Drucken
Teilen

Nach den Regenfällen der letzten Tage fliessen bis zu 496 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Aare herunter.

Das Wasserkraftwerk in Flumenthal kann aber nur 395 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zur Stromerzeugung nutzen. Die Aare führt also mehr Wasser, als das Kraftwerk zu Strom umwandeln kann. Deshalb fallen zur Zeit Wassermengen ungenutzt über das Stauwehr.

Natürlich würden die starken Regenfälle Auswirkungen auf die Stromproduktion haben, sagt Andreas Meier, Mediensprecher von der Alpiq Gruppe. Mehr Wasser bedeute aber nicht zwingend mehr Strom. «Es gibt eine optimale Menge Wasser», sagt Meier.

Diese optimale Menge Wasser heisst Ausbauwassermenge. Diese wird normalerweise in Kubikmeter pro Sekunde angegeben. Sie sagt aus, wie viel Wasser bei einem Wasserkraftwerk durch dessen Turbinen abgeführt und damit zur Erzeugung von elektrischem Strom genutzt werden kann.

Dass diese Menge überschritten worden ist, freut so manche Passanten. Denn nur wegen der (zu) grossen Wassermengen konnten sie die eindrücklichen Bilder sehen, nur deshalb konnte man den «Wasserfall» in Flumenthal bestaunen.

Und wie funktioniert das Wasserkraftwerk in Flumenthal?

Das Kraftwerk in Flumenthal ist ein Laufkraftwerk. Mit einem nur kleinen Gefälle wird mit der Kraft grosser Wassermengen elektrische Energie erzeugt. Damit das Gefälle optimal genutzt werden kann, wird der Fluss mit einem Wehr aufgestaut. Die Energie, die sich gewinnen lässt, ist abhängig von der Wassermenge und der Fallhöhe des Wassers. Als Herzstück dienen Turbinen. Im Maschinenhaus sind mehrere Turbinen- und Generatorengruppen eingebaut. Das gestaute Wasser fliesst durch die Turbine und treibt diese an. Die dabei erzeugte Kraft wird in Strom umgewandelt und anschliessend ins Stromnetz eingespeist. Über das Netz gelangt der Strom schliesslich zum Verbraucher.