Der wunderschöne Sommerabend erwies sich als geradezu prädestiniert für den ersten Buechibärg-Treff beim Schützenhaus in Bibern. Gut 50 Personen interessierten sich für die 340 Meter lange revitalisierte Strecke des Biberenbachs, der im Gächliwiler Möösli entspringt und in Biberist als Dorfbach in die Emme mündet. Seit der Güterzusammenlegung im Jahr 1965 floss er kanalisiert durchs «Täli».

Damit sollte das Dorf vor Überschwemmungen geschützt und Kulturland gewonnen werden. Im verbauten Bach gingen jedoch eine Tier- und Pflanzenwelt sowie ein Naherholungsraum verloren. Auf Anregung des Landbesitzers Christoph Hauert wurde der Biberenbach schliesslich im Jahr 2011 revitalisiert. «Ziel war, dem Bach den schlangenförmigen Lauf von früher zurückzugeben mit dynamischen Uferzonen und unterschiedlichen Fliessgeschwindigkeiten.

Strukturen schaffen Rundhölzer, Steine und Wurzelstöcke», veranschaulichte Projektleiter Roger Dürrenmatt vom Amt für Umwelt. Die gepflanzten 30 einheimischen Bäume und 440 Sträucher vervollkommnen den gewonnenen vielfältigen Lebensraum.

Neophyten bleiben fern

Laut Roger Dürrenmatt erfüllt die revitalisierte Strecke die ökologischen Ziele. Der Bachlauf könne sich frei entwickeln. Weite er sich bis zur festgelegten Interventionslinie aus, würden zusätzliche wasserbauliche Massnahmen die Grenze sichern.

Die Uferstreifen gelten als ökologische Ausgleichsflächen und sind im Mehrjahresprogramm «Natur und Landschaft» integriert. Im Auftrag der Gemeinde ist Christoph Hauert für den Unterhalt des nun 16 Meter breiten Gewässerraums zuständig. «Der Aufwand ist zurzeit geringer als am kanalisierten Bach», informierte Landwirt Daniel Marti, der den Landbesitzer Hauert vertrat. Zudem sei auch die Neophytenbesiedlung klein.

Den Fischen und Bibern gefällts

«Seit der Revitalisierung zählen wir dreimal so viele Fische wie vorher», berichtete Fischereipächter Jürg Schneider. Von Vorteil seien die Sand- und Kiesbänke, in welchen die Fische besser laichen könnten. Im Biberenbach ist vor allem die Bachforelle heimisch. Jürg Schneider erwähnte aber auch die gesichteten Vögel und Amphibien wie Zaunkönig, Distelfink, Goldammer, Ringelnatter, Eidechsen, Libellen. Seit vier Jahren hat sich im revitalisierten Bachabschnitt zudem der Biber niedergelassen. Die Besucher staunten über den Damm aber auch über die nicht ungefährlichen Unterhöhlungen.

Was wäre eine Erlebnistour ohne «Buechibärger-Wurst». Beim Schützenhaus in Bibern genossen die Besucher die Spezialität und das Beisammensein am 37. Treff. So viele sind es nämlich im 13. Jahr laut Ulrich Stebler, der mit Robert Flückiger die Anlässe des Vereins Pro Buechibärg organisiert.

2. Erlebnistour: Do 19. Juli, Dem Freilichtspiel «Schärer-Micheli» hinter die Kulissen schauen. 3. Erlebnistour: Do 26. Juli, K+K, Kirche und Käse in Oberwil. Infos unter www.buechibaerg.ch