Buchegg

Wenn Dunkelheit inspiriert: Für seine düsteren Geschichten reist Reto Koller nach Norwegen

Reto Reto Koller reiste bisher nur im Herbst und Winter nach Tromsø.

Reto Reto Koller reiste bisher nur im Herbst und Winter nach Tromsø.

Mal geht es um das Übernatürliche, mal um menschliche Abgründe. Die Geschichten von Reto Koller aus Buchegg sind eher düster. Die Inspiration dafür holt er sich in Norwegen.

Angefangen hat alles im Teenager-Alter: Reto Koller, der mit seiner Familie in Buchegg lebt, unterhielt damals eine Brieffreundschaft mit einer Familie aus dem norwegischen Bergen. Diese Freundschaft hielt zwar nicht lange, aber das Norwegen-Fieber hatte sich irgendwie schon in ihm eingenistet. Als dann seine Nachbarn nach Norwegen auswanderten, war ihm klar: «Jetzt oder nie!» Aus einem Besuch weit oben im Norden – nämlich in Tromsø – wurden regelmässige Ferien. Das Fieber hatte ihn voll im Griff. «Dieses Licht, diese Stille, mir raubt das jedes Mal wieder den Atem», erzählt Reto Koller, wenn er an seine Aufenthalte in Norwegen denkt. Inzwischen war er neun Mal in Tromsø, der Stadt nördlich des Polarkreises. Dabei fasziniert ihn nicht etwa die Helligkeit der Mitternachtssonne, sondern er war bis jetzt nur im Herbst oder im tiefen Winter dort. Die Polarlichter fesseln ihn– und das Dunkel während der Polarnacht sei dadurch eben auch gar nicht so dunkel, wie man es oft erwarte. Zusammen mit dem Schnee ergebe sich eine Stimmung, die ihn von einem Leben in Norwegen träumen lässt.

Das zweite Buch erscheint diesen Juni

Reto Koller kommt von seinen Aufenthalten im Norden nicht nur mit unzähligen Nordlicht-Fotos heim, sondern in seinem Kopf bilden sich auch immer wieder Sätze, Ideen, Geschichten. All diese gewonnenen Eindrücke hat er nun zu Papier gebracht. Sein erstes Buch «Dunkelzeit» ist 2019 erschienen, das zweite «Schattenwasser» ist ab 8. Juni unter anderem in der Buchhandlung Lüthy in Solothurn erhältlich.

Die Titel der Bücher lassen es erahnen: Es sind eher düstere Geschichten. Die erste entführt den Leser eher in eine übernatürliche Welt, die etwas gruselig ist. Das neue Buch hingegen lässt in menschliche Abgründe blicken – und zeigt doch auch, dass zu Schatten immer auch Licht gehört. Während seiner Schreibarbeit führte Koller unter anderem Gespräche mit dem Solothurner Erfolgsautor Christof Gasser. Warum also nicht auch die Heimat, sondern eben den Norden als Schauplatz wählen? «Weil dort um Tromsø die ganze Stimmung irgendwie unwirklich ist, mystisch und auch sehr viel Einsamkeit drin stecken kann. Definitiv der bessere Rahmen und schliesslich auch die Inspiration für meine Geschichten», erklärt der junge Autor. Dank der Unterstützung seiner Freunde in Norwegen haben die Protagonisten in den Büchern nicht nur ausgewählte norwegische Namen, sondern man erfährt viel über die Gepflogenheiten, die Natur sowie das Umfeld und die Einwohner der Universitätsstadt im Norden Norwegens. Die Bücher hat er in Eigenregie herausgegeben: «Alles Andere wäre finanziell und vom Zeitaufwand her für mich nicht umsetzbar gewesen.» Und er wolle sich nicht abhängig machen, sondern seine Geschichte einfach so seiner Familie, seinen Freunden und hoffentlich nun auch einer breiteren Leserschaft zur Verfügung stellen.

Die Bücher werden bald auch in Norwegen verkauft

Auch in Tromsø ist man schon auf seine Bücher aufmerksam geworden: Ein Buchhändler möchte die Bücher in seinem Laden verkaufen – und darum werden diese zurzeit in die englische Sprache übersetzt. Darüber freut sich Reto Koller. Zudem verrät er, dass er schon an Buch Nummer drei arbeitet: «70 Seiten sind geschrieben. Und ich hoffe, dass ich im Oktober wieder nach Norwegen fliegen und mir noch mehr Inspiration holen kann.»

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