Räumliches Leitbild

Was fehlt Buchegg noch zur Gemeinde?

Blick von Unterramsern quer übers Limpachtal in die bernische Ortschaft Limpach. Für die Gestaltung des Raums im Tal braucht es eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit.

Blick von Unterramsern quer übers Limpachtal in die bernische Ortschaft Limpach. Für die Gestaltung des Raums im Tal braucht es eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit.

Behörden und Bevölkerung der Gemeinde Buchegg erarbeiten ein räumliches Leitbild. Ein erster Entwurf hat beim Kanton Gefallen gefunden.

Die Gemeinde Buchegg beschäftigt sich aktuell im Rahmen der anstehenden Ortsplanungsrevision mit dem räumlichen Leitbild. Dieses hat sich insbesondere mit der Siedlungsentwicklung nach innen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus beschäftigt sich das Leitbild mit der räumlichen Entwicklung im übrigen Gemeindegebiet und mit gemeindeübergreifenden Aufgaben.

Anfang Februar wurde das «Räumliche Leitbild Buchegg 2040» dem Kanton zur Stellungnahme unterbreitet. Thomas Ledermann (BSB + Partner) konnte dem Gemeinderat kürzlich verkünden, dass das Fazit des Amtes für Raumplanung äusserst erfreulich ausgefallen sei. Für die relative junge Gemeinde Buchegg, welche erst im Jahre 2014 durch die Fusion der zehn Vorgänger-Gemeinden entstanden ist, stellt es das erste räumliche Leitbild in ihrer Geschichte dar. «Dadurch kommt diesem Prozess eine wohl noch wichtigere Bedeutung zu als in anderen Gemeinden», wird in der Stellungnahme festgehalten. Mit dem Leitbild kann der fusionierten Gemeinde einerseits eine neue Identität gegeben und andererseits bestehende Identitäten gesichert werden.

Limpachtal vor Verbauung schützen

Im Rahmen des räumlichen Leitbildes hat Buchegg nun die Möglichkeit, die Stossrichtung zu definieren. Über die zehn Ortsteile soll flächendeckend die Landschaft beurteilt werden. Dies stellt aus Sicht des Kantons eine echte Chance dar. Dadurch könne beispielsweise die Limpachebene konsequent vor Verbauung geschützt werden. Hierfür brauche es jedoch eine Intensivierung in Sachen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Dies beinhalte unter anderem auch eine kantonsübergreifende Kooperation mit den Berner Gemeinden im Limpachtal.

Weitere Möglichkeiten würden sich etwa mit Lüterkofen-Ichertswil und Lohn-Ammannsegg anbieten. Dort könnten bezüglich des öffentlichen Verkehres Schnittpunkte geklärt und Synergien genutzt werden. Dass diese Punkte bisher eher zu kurz geraten seien, ist aus kantonaler Sicht nicht weiter verwunderlich: «Auf Grund der Fusion war die Gemeinde Buchegg in den letzten Jahren verständlicherweise in erster Linie damit beschäftigt, die anspruchsvolle Koordination innerhalb der Gemeinde zu bündeln.»

Auszonungen betrachtet der Kanton positiv

2014 trat das revidierte Raumplanungsgesetz in Kraft. Als wichtiger Grundsatz wurde darin die Siedlungsentwicklung nach innen verankert. Es soll langfristig darauf hingewirkt werden, dass kompakte Siedlungen mit Qualität entstehen. Die von der Gemeinde hierzu formulierten Leitsätze und möglichen Massnahmen werden besonders hervorgehoben. So begrüsst Raumplanungsamt etwa, insbesondere auf Grund der Bauzonengrösse der Gemeinde Buchegg, dass bei verschiedenen Ortsteilen mögliche Auszonungen vorgeschlagen werden.

Ausserhalb des Siedlungsgebietes sei die Landschaft des Bucheggbergs und im Speziellen die Siedlungsränder einst durch Hochstamm-Obstbäume geprägt gewesen, welche wesentlich zur Schönheit der Landschaft beigetragen haben. Stellenweise seien diese wertvollen Landschaftselemente noch heute vorhanden. Der Kanton empfiehlt daher, mögliche Massnahmen zum Erhalt und zur Förderung von Hochstamm-Obstbäumen zu prüfen. Hingegen wird die geplante Option zur Verbindung der Dörfer, beispielsweise durch Baumalleen und Velowege als Zeichen der Verbundenheit, eher skeptisch betrachtet. Als Begründung wird aufgeführt, dass Baumalleen im Landschaftsbild des Bucheggbergs eher fremd wirken.

Welche Schlüsselfunktion für welchen Ortsteil?

Auf eine fachliche Diskussion wurde im Rat bisher weitestgehend verzichtet. Grund dafür ist, dass sich zuerst die Arbeitsgruppe vertieft mit den Änderungsvorschlägen des Amtes auseinandersetzen wird. Besonders jene, welche die einzelnen Ortsteile im Detail behandeln. Dabei wird etwa auch die Frage, welche Schlüsselfunktionen den verschiedenen Ortsteilen zuteilwerden sollen, Gegenstand der Diskussion sein. Danach wird das Geschäft erneut in den Gemeinderat gelangen und letztlich für die Bevölkerung öffentlich aufgelegt.

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