Wahlen
Behält die CVP die Mehrheit im Gemeinderat Deitingen?

In Deitingen treten ausser einer Person alle amtierenden Gemeinderäte wieder an.

Urs Byland
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Welche Partei ist die stärkste in Deitingen?

Welche Partei ist die stärkste in Deitingen?

Hanspeter Baertschi

Es bleibt dabei. Wie schon 2017 wird die SP auch 2021 in Deitingen nicht um einen Gemeinderatssitz kämpfen. Von den Bisherigen treten mit Ausnahme von Sabine Scheidegger (CVP) alle wieder an. Stellt sich die Frage: Kann die CVP ihre 2013 erzielte absolute Mehrheit mit vier Sitzen im Gemeinderat halten. Oder gewinnt eine der beiden anderen antretenden Parteien, FDP oder SVP, einen Sitz.

FDP: Zwei Sitze halten ist das Ziel

Jan Binzegger (FDP) hofft, dass das Pendel stärker in Richtung FDP ausschlägt, als noch vor vier Jahren. «Damals waren wir alles neue Kandidaten auf der FDP-Liste. Jetzt kennt man uns besser.» Die FDP habe insbesondere beim Thema Finanzen gepunktet, indem sie anfänglich statt einer Steuererhöhung nochmals eine Überarbeitung des Budgets einforderte. Später sei auf Initiative der FDP auch ein Finanzausschuss eingesetzt worden. «Letztes Jahr waren wir fast soweit, auch finanziell Früchte ernten zu dürfen, wenn nicht die Coronakrise dazwischengekommen wäre.»

Die zwei Sitze halten sei demnach das Hauptziel der FDP Deitingen, denn vor vier Jahren hatte die Partei die Nase gegenüber der SVP knapp vorne in Bezug auf einen zweiten Sitzgewinn. Binzegger hätte aber gerne noch einen weiteren Namen auf der Liste gehabt. «Wir leiden alle darunter, dass der Wille, ein Milizamt zu übernehmen, schwindet.» Grundsätzlich glaubt er aber, dass die sechs Bisherigen wiedergewählt werden. «Gekämpft wird um den Sitz der nicht mehr antretenden Sabine Scheidegger.»

SVP will Steuersenkung erreichen

Diesen Sitz möchte sich die SVP Deitingen schnappen. «Ein zweiter Sitz ist unser Ziel», gibt Michael Tüfer das Ziel für seine Partei vor. «Wir wollen das politische Gleichgewicht im Dorf wiederherstellen», begründet er das Wahlziel. Gemeint ist: Die SVP will das Machtmonopol der CVP beenden, die mit vier von sieben Sitzen aktuell die absolute Mehrheit im Gemeinderat stellt. «Es ist nicht gut, wenn eine Partei alleine entscheiden kann.»

Beim Thema Schachen hätte sich Tüfer eine härtere Gangart gewünscht. Dennoch sei er zufrieden, wie die Probleme rund um das Bundesasylzentrum im Schachen bisher gelöst wurden. «Wir haben sie bis jetzt gut im Griff. Sobald Probleme auftauchen, haben wir bisher schnell Massnahmen treffen können.» Finanzpolitisch will die SVP sparsam mit dem Geld der Bevölkerung umgehen. «Manchmal sollte man auf kleinerer Flamme kochen und step by step vorangehen.»

Hauptziel sei klar eine Steuersenkung, dies nach zwei Steuererhöhungen in der vergangenen Legislatur. «Wir sind eigentlich gut im Rennen, werden einen guten Abschluss haben. Die grosse Unbekannte ist aber die Coronakrise. Wie wirkt sich diese künftig auf die Einnahmen aus.»

Die SVP Deitingen geht mit fünf Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen, wie schon vor vier Jahren. Auch Michael Tüfer sagt: «Es wird jedes Jahr schwieriger Leute für ein Amt zu motivieren, das zeitaufwendig ist und in dem man sich positionieren muss.»

«Wir haben die Mehrheitsposition nicht ausgenutzt»

Bruno Eberhard (CVP) glaubt daran, die absolute Mehrheit seiner Partei im Gemeinderat halten zu können. «Wir sind zuversichtlich und haben ein breites Spektrum an Kandidaten.» Mit Walter Siegenthaler sei einer der nächsten Generation dazugekommen. «Ich erwarte keine Veränderung in den Sitzverhältnissen. Ich gehe davon aus, dass alle zufrieden sind, wenn es so bleibt. Wir haben die Mehrheitsposition nie ausgenutzt», so Eberhard.

Sowohl beim Thema Schachen als auch beim Thema Finanzen sieht er die Parteien in der Gemeinde auf einer Linie. «Wir haben die Finanzen im Griff, der Gemeinderat reagiert äusserst sensibel.» Die zwei Steuererhöhungen seien eine Folge des Weggangs der Firma ABB. «Danach haben wir mit vereinten Kräften die Finanzen ins Lot gebracht.» Eine Steuersenkung wünsche auch er sich. «Aber die Frage ist, wie kommen wir durch die Coronakrise?»

Aktuell sei Deitingen in Sachen Gemeindefinanzen über dem Berg. «2020 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von mehr als 900'000 Franken. Da bleibt Luft – nicht für mehr Ausgaben, sondern für Steuersenkungen.» Die CVP hat gerade mal vier Personen auf ihrer Liste. Gleich viel wie vor vier Jahren, als es ihr gelang, alle in den Gemeinderat zu bringen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten

CVP – die Mitte

Franziska Sterchi (bisher)
Jürg Schärli (bisher)
Bruno Eberhard (bisher)
Walter Siegenthaler

FDP – die Liberalen

Jan Binzegger (bisher
Benedikt Meier (bisher)
Ronny Wüthrich

SVP Deitingen

Michael Tüfer (bisher)
Christoph Schaller
Kevin Kunz
David Saunier
David Schneider (mgt)