Ortsplanungsrevision

Wachstumsprognose für die Bevölkerungsentwicklung wird korrigiert

Lohn-Ammannsegg verzichtet mit der aktuellen Ortsplanungsrevision diese Wiese im "Seeacker" einzuzonen.

Lohn-Ammannsegg verzichtet mit der aktuellen Ortsplanungsrevision diese Wiese im "Seeacker" einzuzonen.

Lohn-Ammannsegg verzichtet mit der Ortsplanungsrevision auf eine grössere Einzonung.

Umfangreich sind die Unterlagen zur Ortsplanungsrevision von Lohn-Ammannsegg, die publiziert wurden. Damit ist für die Einwohner die letzte Gelegenheit gekommen, mittels Einsprachen mitzuwirken. Die Bevölkerung wurde aber schon von Beginn weg in den Prozess einbezogen: mit Dorfspaziergängen, Informationsveranstaltungen, einer Podiumsdiskussion und bei der öffentlichen Mitwirkung, die rege benutzt worden sei für Fragen und Eingaben. Das Schwergewicht der Eingaben lag auf drei grundsätzlichen Anliegen: Einzonung des Gebiets «Seeacker», Bevölkerungsentwicklung und planerisches Entwicklungskonzept Bahnhof Lohn-Lüterkofen (siehe Kontext).

Die Wiese im «Seeacker» wird doch nicht angetastet

Alle drei Themen wurden von der Planungskommission und vom Gemeinderat intensiv diskutiert und die Planung teilweise angepasst. Mit dem Resultat, dass auf die Einzonung des Gebiets «Seeacker» verzichtet wird. Dieses mehr als 11000 Quadratmeter grosse Landstück im Dorfteil Ammannsegg ist vollständig umgeben von bebauten Parzellen und damit eigentlich prädestiniert, von der heutigen Reservezone in Wohnzone umgezont zu werden. Aber: «Wir haben klare Signale von der Bevölkerung erhalten, dass eine Einzonung kritisch betrachtet wird», erklärt Gemeindepräsident Markus Sieber. Ein Teil der Eigentümerschaft sei an der Einzonung nicht interessiert. Grundsätzlichen Widerstand habe die geplante Einzonung aber auch von Seiten des Kantons erfahren. «Er zeigte sich in der Vorprüfung skeptisch.» Die Parzellen werden nun weiterhin landwirtschaftlich genutzt und werden im Bauzonenplan wie bisher als «Reservezone Wohnen» dargestellt.

In Lohn-Ammannsegg wird bereits dichter gebaut

Als Folge davon wurde das prognostizierte Bevölkerungswachstum bis ins Jahr 2035 nach unten auf 3280 Personen (statt 3360, wenn man den «Seeacker» einzonen würde) korrigiert. Die Ortsplanungsrevision, sowie weitere Planungen der Gemeinde – beispielsweise die Infrastrukturplanung – wurden auf die korrigierte Bevölkerungszahl ausgerichtet.

Schaut man die aktuelle Bevölkerungszahl Ende 2019 an (2848), dann müsste demnach in Lohn-Ammannsegg in den nächsten 15 Jahren zusätzlich Platz geschaffen werden für 432 Personen. Die aktuelle Entwicklung ist rasant, Lohn-Ammannsegg als Wohnort begehrt, nicht nur wegen des tiefen Steuersatzes. «Das Tor zum Bucheggberg» verbindet optimal Nähe zu Stadt und Nähe zu Land. In den letzten beiden Jahren wurden diverse Wohnbauten realisiert, die Platz für 200 Menschen bieten. «Wir glauben daran, dass wir die prognostizierte Einwohnerzahl erreichen, auch wenn diese klar über der Prognose des Kantons liegt», erklärt der Gemeindepräsident. Der Kanton erwartet im Jahr 2035 knapp 2900 Personen. Verglichen mit der Bevölkerung von Ende 2019 würde dies lediglich noch ein Wachstum von zusätzlichen rund 50 Personen bis 2035 erlauben. Um die Prognose der lokalen Behörden zu erfüllen, muss die bestehende Bauzone mit einer Nachverdichtung mehr Platz bieten. «Die wird es geben», so Sieber.

Die gab es aber auch schon mit der letzten Ortsplanungsrevision, wie der Bericht zur Revision vermerkt. Die markant grösseren Einwohnerdichten in der W2-Zone haben bereits eine Verdichtung eingeleitet. Dies habe unterschiedliche Gründe. Einerseits wurden familienfreundliche neue Überbauungen realisiert, in denen mehr Personen pro Wohnung wohnen. Auch kann es bereits ein Anzeichen des Generationenwechsels sein. Ein Ein- oder Zweipersonenhaushalt wird durch die nächste Generation abgelöst, oder durch einen Anbau wird die Anzahl Personen auf einer Parzelle erhöht.

Andererseits deuten die höheren Dichten aber auch auf die grosszügigen Vorschriften in der Wohnzone W2 hin, welche bisher Mehrfamilienhäuser erlauben und so eine grössere Bevölkerungsdichte pro Grundstück erreichen können. Werden die bestehenden Zonenvorschriften ausgereizt und das «Maximum» erstellt, führe dies sogar zu Mehrfamilienhäusern mit mehr als 6 Wohnungen.

Hinweis

Die Auflage der revidierten Pläne zur Ortsplanung liegen noch bis 6. Juli auf.

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