Demission

Verbandspräsident Martin Rüfenacht muss gehen

Martin Rüfenacht hat als Präsident des Verbandes Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd demissioniert.

Martin Rüfenacht hat als Präsident des Verbandes Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd demissioniert.

Die Delegiertenversammlung des Verbandes Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd in der Mehrzweckhalle Lüterswil-Gächliwil war die letzte von Präsident Martin Rüfenacht. Ihm wurde von den Wasserämter Gemeindepräsidenten der Rücktritt nahegelegt.

Am Ende der Delegiertenversammlung in der Mehrzweckhalle Lüterswil-Gächliwil fand auch die Präsidentschaft ein Ende. Die 26 anwesenden Delegierten waren bereits unterrichtet von der Demission Martin Rüfenachts, des ersten Präsidenten des neu gegründeten Verbands Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd. Um es aber auch Unbeteiligten deutlich zu machen, trat Vizepräsidentin Rita Mosimann im Traktandum Wahlen ans Mikrofon und dankte Rüfenacht für seine Arbeit in den letzten drei Jahren. Sie wird den Verband in der Interimszeit führen, bis an der Delegiertenversammlung im Herbst 2021 das Präsidium neu bestellt wird.

Als Grund für seine Demission erklärte Rüfenacht, dass die Gemeindepräsidenten im Wasseramt ihm den Rücktritt wegen Vertrauensverlusts nahegelegt hätten. Die Sache, die zum Vertrauensverlust führte, ist unter anderem ein Nachtragskredit über 46000 Franken in der Rechnung 2019 für ein externes Interimsmanagement. Die Genehmigung der Rechnung wurde an der virtuellen Frühlingsversammlung ausgelassen und sollte im September behandelt werden. Diese Versammlung wurde nochmals verschoben auf den vorgestrigen Donnerstag. In der Zwischenzeit fand auf Antrag der Wasserämter Gemeindepräsidenten eine Sonderprüfung der Rechnung durch Bruno Eberhard, Deitingen, und Thomas Stutz, Buchegg, statt.

Abrechnung ohne Stundenrapport

Wofür stehen die 46000 Franken? Dies erklärte detailliert Isaak Meyer, Lohn-Ammannsegg, der vor seiner Demission (aus zeitlichen Gründen) die Finanzen des Verbandes managte. Nachdem der erste Kommandant des Verbands überraschend demissioniert hatte, setzte der Vorstand bis zur Klärung der Vakanz auf eine interimistische Lösung. «Wir sagten zu Rüfenacht: Du musst nun in die Hosen. Das ist protokolliert», erklärt Meyer. Dies zu einem Stundenansatz von 120 Franken. «Dabei haben wir als Richtschnur die Lohnzahlungen für den bisherigen Kommandanten genommen.» Zum Vergleich: als Präsident des Verbands erhält Rüfenacht einen Stundenlohn von 30 Franken.

Am Ende des Jahres wurde Rüfenacht aufgefordert, eine definitive Abrechnung abzugeben. Der Verband erhielt eine Abrechnung, aber ohne Stundenrapport. «Für ein Visum der Zahlung brauche ich einen korrekten Rapport», erklärt Meyer. Als bis zum Stichtermin Februar 2020 immer noch kein Rapport vorlag, habe er vorsorglich den ungefähren Betrag in die Rechnung 2019 aufgenommen. Konkret war das Geld damals noch nicht geflossen.

Mandat ging an Einzelfirma von Martin Rüfenacht

Der Auftrag für das Interimsmanagement sei konkret an die Einzelfirma von Martin Rüfenacht gegangen, antwortet Isaak Meyer auf die entsprechende Frage des Delegierten aus Horriwil. Die Sonderprüfung der Rechnung habe zu einigen Massnahmen geführt, die in der Zwischenzeit grösstenteils abgearbeitet werden konnten. Noch nicht definitiv geklärt ist, ob der Verband oder Rüfenacht die Sozialabgaben leisten müsse. Dies sei aber ein administratives Problem, so Sonderprüfer Thomas Stutz. Nach wie vor sei noch nicht alles ausbezahlt, was als Nachtragskredit vorsorglich in der Rechnung 2019 angenommen wurde. «Hier gibt es noch einige Differenzen.» Diese würden aber spätestens mit der Rechnung 2020 bereinigt, ist sich Stutz sicher.

Statt 46000 werden rund 32000 Franken ausbezahlt

In der Zwischenzeit habe der Vorstand den Stundenrapport erhalten und zusammen mit Rüfenacht die Triage gemacht, welche Stunden als Mandatsaufgabe und welche Stunden als Präsidentenaufgabe gerechnet werden sollen, erklärt Interimspräsidentin Rita Mosimann. «Wir haben hier keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten. Zu berücksichtigen ist, dass der Vorstand und der Präsident im Aufbau des Verbands auch viele operative Aufgaben wahrnehmen mussten.» Am Ende werde Rüfenacht rund 32000 Franken für das Mandat erhalten.

An der Versammlung erfolgte zur Rechnung 2019 ein Nichteintretensantrag vom Delegierten aus Lüterkofen-Ichertswil, der aber abgelehnt wurde. Thomas Stutz erklärte in der Folge, dass die Rechnung 2019 korrekt dargestellt sei, weshalb er empfehlen könne, diese zu genehmigen. Rechnung 2019 und auch Budget 2021 wurden von den Delegierten genehmigt.

In einem weiteren Traktandum wurde für den Verband eine Rechnungsführungsinstanz gewählt. Unter sieben Offerierenden machte eine Firma aus Luterbach das Rennen.

Meistgesehen

Artboard 1