Schweizer Armee

Unteroffiziere kochen für Luterbacher Zürcher Geschnetzeltes

In der Turnhalle statt auf dem Feld: Die Unteroffiziersschule Thun offerierte am Dienstag ein Mittagessen für die Gemeinde.

Der Soldat öffnet das Dampfdruckmodul. Die mobile Arbeitsküche füllt sich mit Dampf. So sehr, dass eine Person, welche sich am anderen Ende des engen Raumes befindet, fast nicht mehr zu erkennen ist. «Machen sie ein Dampfbad?», witzelt der Adjutant Unteroffizier Damien Mohni, als er das Treppchen zum Eingang der Küche hinaufsteigt.

Es herrscht Betriebsamkeit. Denn die Bürgerinnen und Bürger von Luterbach sollen nicht warten müssen. Rindsgeschnetzeltes Zürcher Art mit Hörnli und glasierten Rüebli stehen auf dem Speiseplan, serviert in der alten Turnhalle in Luterbach. «Zufrieden, Dubach?», fragt Mohni den Gruppenchef, als er das Rindsgeschnetzelte kostet. «Chunnt guet», antwortet dieser. So geht es zu und her in der mobilen Küche der Unteroffiziersschule Thun.

«Die Soldaten sind in der vierten Woche ihrer Ausbildung», sagt Damien Mohni. Er ist Verantwortlicher einer 18-köpfigen Klasse. Die Soldaten lassen sich nach der Rekrutenschule in einer sechswöchigen Ausbildung zum Küchenchef ausbilden. «17 der 18 Personen haben freiwillig nach der Rekrutenschule weitergemacht», sagt Mohni. Diese Motivation und Bereitschaft spiegle sich in der positiven Dynamik der Gruppe wider. Seine Klasse ist in drei Gruppen eingeteilt, welche in dieser Woche, jede an einem anderen Tag und Standort, für Solothurner Gemeinden eine Mahlzeit zubereiten. Ungefähr 90 Prozent der Soldaten sind auch Köche im zivilen Leben.

Teil der Ausbildung

«Dieses Event ist das Produkt der Soldaten», sagt Mohni. Es sei das erste Mal, dass die Soldaten für Kundschaft kochen. Das Menu wurde von den Lernenden selber geplant, die Lebensmittel organisiert und das Gericht gekocht. «Probleme im Arbeitsprozess müssen erkannt werden, um für das nächste Mal dazu zu lernen», sagt Mohni. «Zudem machen wir Druck, dass alle Ressourcen effizient genutzt werden.» Um Wasser zu sparen, wird beispielsweise das Essen unter Dampfdruck gekocht. Ausserdem wird bei der Menuplanung darauf geschaut, möglicht wenig Essen wegzuwerfen.

Auch muss gelernt sein, mit dem mobilen Verpflegungssystem umzugehen. Dies ist eine Küche, welche mithilfe eines Lastwagens an jeden Standort transportiert werden kann. Die mobile Küche kann 1000 Liter Wasser mit sich führen, die Energie für die Küche wird mit einem Dieselgenarator gewährleistet. Mithilfe dieses Systems kann an jedem Ort, zu jeder Zeit für 300 Personen gekocht werden.

Grosser ziviler Nutzen

Der Grund, warum so viele nach der Rekrutenschule freiwillig weitergemacht haben, sei auf den zivilen Nutzen der Ausbildung zurückzuführen. «Ich mache hier die Erfahrung, in grösseren Mengen zu kochen», sagt eine Soldatin. «Zudem lernt man, mit einem anderen System zu kochen.» Dies erweitere den Horizont.

Es ist 12 Uhr. Zeit zum Anrichten. Auf dem Pausenplatz haben sich bereits eine Menge Luterbacherinnen und Luterbacher eingefunden. Eine Familienmutter kommt gleich mit Wägeli und Kochtöpfen vorbei, um das Mittagessen für die Familie mitzunehmen. Nach einer kurzen Ansprache eines Soldaten kann in der alten Turnhalle das Essen gefasst werden. «Das ist einmalig, vom Militär bekocht zu werden», sagt eine Frau. Den Wein haben sie gleich selber mitgebracht.

«Der Tag begann etwas turbulent», bilanziert der Gruppenchef Dubach. «Wir hatten zu Beginn keinen Strom, daher hatten wir eine Stunde Verzögerung.» Diese konnte aber wieder aufgeholt werden.» Wir sind zufrieden mit dem Endprodukt.» Am Nachmittag wird geputzt und zusammengeräumt. «Bis um vier Uhr sollten wir fertig sein», sagt Dubach. Danach wird das mobile Verpflegungssystem der nächsten Gruppe übergeben, welche am kommenden Tag eine andere Gemeinde kulinarisch beglücken wird.

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