Zum freien Mann wird im Gegenzug Maximilians Grossvater Archie (Bänz Gasche) nach 13 Jahren Haft. Die Prostata-Probleme seines Kollegen liessen den mittlerweile «pensionierten Bankräuber» beim 28. Raubüberfall in die Falle der Polizei laufen. Archie verbringt die erste Nacht auf freiem Fuss in der Wohnung seines Enkels. Er freut sich auf einen geruhsamen Abend samt heissem Bad. Doch weit gefehlt. Bald ist der Entlassene von umtriebigen Personen umgeben, die ihn irritieren und heillos überfordern.

Da ist die «Senioren-Barbie» Charlotte von Castelberg (Uschi Jäggi), die trotz ihres Alters von ihrer Anziehungskraft überzeugt ist. Betty (Sabrina Fernandez), die langjährige Freundin von Maximilian, zieht für ihr Erscheinen das Klettern über den Balkon vor, um dem Treppenhaus-Getratsche aus dem Weg zu gehen. Eigentlich nichts anderes als Archie einen coolen Haarschnitt verpassen will Linda (Jasmin Schwiete). Obendrein hat der Teilzeit-Hauswart Vögi (Jan Gasche), stets auf der Suche nach Aushilfejobs, mit einem tropfenden Wasserhahn zu kämpfen. Turbulent wird es erst recht, als nach der durchzechten Nacht – jeder auf seine Weise – Maximilians Verlobte Maja (Julie Killisch) und Archies Ehefrau Agatha (Yvonne Luginbühl) auftauchen.

Lachsalven und viel Applaus

«Super gespielt und sehr lustig», war das Echo nach der Premiere. Die sprühende Komödie «Ladysitter» von Bernd Spehling bringt die Talente der Spielerinnen und Spieler voll zur Geltung. Regisseur Guido Gsponers Fingerzeig, als Gruppe aufeinander einzugehen und miteinander zu spielen, zeigt seine Wirkung. Zum 20. Mal führt er heuer Regie, und sein Ziel, mit der Crew den Besuchern Spass und Freude zu vermitteln, gelingt. Diese genossen Redegewandtheit, Tempo, Mimik und Gestik sowie die Verwandlungskünste ihrer sonst so manierlichen Bekannten und Verwandten. Ob liebestoll, hysterisch, berechnend, angeheitert, genervt, listig – das Publikum entlohnte die Akteure auf der Bühne für ihr gekonntes Spiel mit Lachsalven und tosendem Applaus.