Kriegstetten

Steigende Schülerzahl: Das Sonderschulheim soll neue Gebäude erhalten

Die Sonderschule mit Internat in Kriegstetten plant in Abstimmung mit dem Kanton ihre Zukunft. Auf einer focus gehörenden Parzelle sollen zwei Schulhäuser entstehen.

Grundlage aller Planungen in solothurnischen Sonderschuleinrichtungen – auch bei focus jugend in Kriegstetten – ist das kantonale Projekt OptiSo+, das sonderpädagogische Angebote für die Jahre 2022 bis 2030 überprüft, bündelt und dem Bedarf anpasst.

Wie im Schulwesen insgesamt so haben ebenso in allen Förder-Institutionen die Aufgaben deutlich zugenommen. «Bei uns hier in Kriegstetten sind die Zahlen unserer Schülerinnen und Schüler deutlich angestiegen. Bis vor kurzem besuchten 70 Heranwachsende unsere Schule, jetzt zählen wir bereits 100 Kinder und Jugendliche», kennzeichnet focus jugend-Geschäftsführer Ulrich von Känel steigende Herausforderungen. Neue Angebote bei focus jugend umfassen im ersten Schritt eine sonderpädagogische Vorbereitungsklasse, den Ausbau der Tagesbetreuung und danach Weiteres in Abstimmung mit dem kantonalen Projekt.

Die charakteristischen Schulgebäude erfüllen laut von Känel die Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb nicht mehr. «Wir könnten in neuen Schulhäusern effizienter arbeiten», unterstreicht er die Vorstellungen im Kollegium, im focus jugend-Stiftungsrat und in den kantonalen Fachstellen.

Langer Planungsprozess

Im April 2018 begann bei den Verantwortlichen aus allen Bereichen der Schule der Planungsprozess, der vom externen Büro Kontextplan begleitet wurde. Mit der Formulierung aller Bedürfnisse nahm die Grobplanung in der dafür eingesetzten Arbeitsgruppe, die das Konzept immer mehr verfeinerte, Gestalt an. Danach wurde unter Architekten ein Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem schliesslich unter den 30 Bewerbern vier Architekturbüros eingeladen wurden. Ihre eingereichten Entwürfe, über die eine fachlich ausgewiesene Jury unter dem Präsidium von Bernhard Mäusli entschied, wurden mit je 20'000 Franken entschädigt. Auf dem ersten Platz und zur Realisierung empfohlen befindet sich die Arbeit des Zürcher Teams Schmid Schärer Architekten GmbH. Wegen der Corona- Einschränkungen nahm der focus jugend-Stiftungsrat auf dem Zirkularweg Kenntnis und bestätigte die Entscheidung der Jury am 26. März. «Eigentlich», so Ulrich von Känel, «wollten wir unsere Nachbarschaft zeitnah zu einem Informationsabend einladen. Doch leider verhindert dies die Krise zumindest aktuell. Wir wollen den Anlass aber baldmöglichst nachholen.»

Wo und was?

Auf einer focus gehörenden Parzelle mit einer Fläche von 11'200 Quadratmetern, die ans jetzige Schulgelände angrenzt, sollen in angedachter Etappierung zwei Schulhäuser entstehen. Das grössere Gebäude soll als Geschossnutzflächen 3215 Quadratmeter, das kleinere 2151 Quadratmeter umfassen. Das Baugelände liegt auf dem Boden der benachbarten Gemeinde Oekingen, die im Rahmen ihrer Ortsplanungsrevision die Einzonung des Areals vorbereitet hat. «Wir sind dazu in intensiven Gesprächen mit Oekingen und dem Kanton unterwegs», unterstreicht der focus jugend-Geschäftsführer. Zu rechnen sei mit geschätzten Kosten von etwa 10 Mio. Franken für ein Schulhaus. Mit Einbezug des zweiten, möglicherweise später errichteten Gebäudes und eventuellem Wunschbedarf lägen die Baukosten etwa bei 25 Mio. Franken.

Da der Stiftungsrat sich schon über mehrere Jahre mit Erweiterungs- und Neubaufragen beschäftigte, wurden von längerer Hand bereits finanzielle Reserven gebildet und in einem Baufonds geäufnet, um die Tragfähigkeit des gesamten Investitionsvorhabens zu erleichtern. Grundsätzlich gebe es für die Finanzierung verschiedene Optionen, die auch von der Umsetzung von OptiSo+ abhängen. Noch offen sei, wie sich die wirtschaftlichen Belastungen durch das Covid 19 auswirken, bestätigt der Geschäftsführer die gegenwärtig schwierige Lage. Als Zeithorizont skizziert er nach der Klärung noch offener Fragen wie der Umzonung etwa bis Ende 2020 einen möglichen Baustart im Verlauf des kommenden Jahres. «Bis zur Detailplanung werden wir das Siegerprojekt weiter diskutieren.»

Mit ehemaligem Pfarreiheim

Vor zwei Jahren kaufte focus jugend das bisherige katholische Pfarreiheim, nachdem die Kirchgemeinde ein neues Haus neben dem Kriegstetter Friedhof gebaut hatte. «Dieses Gebäude, dessen Saal auch von der Kreisschule HOEK mit benutzt wird, ist ein wichtiger, beliebter, längst integrierter Bestandteil unseres Nutzungskonzepts für alle Räumlichkeiten», betont von Känel. Trotz Ferien ist das Internat der Schule offen. Nach den Ferien beginnt in Schulzimmern wieder eine Betreuung von Schülerinnen und Schülern in Kleingruppen.

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