Solothurn
Prost auf eine frisch bemalte Wand: Wie die Öufi-Brauerei die Behörden von der Idee überzeugt hat

Öufi-Areal prangt seit kurzem gross an der Wand der Brauerei in Solothurn. Dass eine Wand an der Fabrikstrasse bemalt ist, ist schon beinahe eine Tradition.

Fabio Vonarburg
Drucken
Teilen
Wandmalerei Öufi-Brauerei: v.l. Moritz Künzle, Lola de Bernardini, Alex Küenzli, Louise Künzle, Werner Feller, Claudio Mombelli.

Wandmalerei Öufi-Brauerei: v.l. Moritz Künzle, Lola de Bernardini, Alex Küenzli, Louise Künzle, Werner Feller, Claudio Mombelli.

Hanspeter Bärtschi

Das Fass Bier auf dem Parkplatz signalisiert: Hier gibt es etwas zu feiern. Es ist die Vernissage für das Bild, das seit kurzem auf der Fassade jenes Gebäude prangt, in dessen Innern das Öufi-Bier gebraut wird. Und genau das signalisiert das frisch gestrichene Wandgemälde. «Öufi Areal» ist darauf zu lesen und zu sehen ist das Fabrikgebäude mit dem bekannten Kamin.

Eigentlich ist eine bemalte Wand hier nichts Neues. Doch noch vor vier Jahren war eine solche zwar in dieselbe Richtung, aber einige Meter weiter Richtung Bielstrasse zu sehen. An der Wand des Anbaus gab es in den letzten Jahrzehnten verschiedene Sujets zu sehen. Als die «Öufi»-Brauerei auf das Areal einzog, war ein Bild des Solothurner Künstlers Bernhard Mario Cavoli zu sehen. Danach prangte jeweils das Logo der Brauerei an der Wand. Zuerst als Graffiti, umgeben von zwei Elefanten, zuletzt war es in Schräglage auf der Wand des Anbaus abgebildet.

So sah das vorher aus

So sah dies vorher aus.

So sah dies vorher aus.

Wolfgang Wagmann

Dieser Anbau ist mittlerweile verschwunden. Er wurde im November 2019 abgerissen – im Zuge der Umgestaltung des Areals, das früher nach der Firma Sauser und heutzutage nach der Brauerei benannt ist.

Der Anbau bei der Brauerei wird abgerissen (November 2019).

Der Anbau bei der Brauerei wird abgerissen (November 2019).

Wagmann Wolfgang

Hinter der Wand des Anbaus kam die Originalwand aus dem Jahr 1917 zum Vorschein.

«Für uns war sofort klar, dass wir auch diese gestalten wollen»,

sagt Alex Künzle, der Inhabers der «Öufi»-Brauerei. Doch die Idee, das Logo auf die historische Wand zu malen, stiess bei der Baukommission auf Ablehnung. Schmunzelnd erzählt Künzle, wie man die Behörden doch noch von der Idee überzeugte.

Öufi-Brauerei Graffiti mit Elefanten (vom 11.11.2020).

Öufi-Brauerei Graffiti mit Elefanten (vom 11.11.2020).

Zvg

«Den Ausschlag machte ein Gemälde, das im Innern der Brauerei hängt.» Es zeigt das frühere Sauser-Areal mit allen Fabrik-Gebäuden. Auf jenem, in dem aktuell die Brauerei untergebracht ist, kann man das entscheidende Detail erkennen: «S.A. Sauser AG» ist zu lesen. Der Beweis, dass ein Firmenlogo an jener Wand Tradition hat. Danach war der Weg frei, auch wenn die Brauerei noch einen Kompromiss eingehen musste und auf die Abbildung des Logos verzichtete. Im Dezember kam die Baubewilligung, wegen der Witterung wartete man mit der Vollendung bis im Juni ab.

Das Resultat ist nun seit rund einer Woche auf der Wand zu sehen. Der Entwurf für das neue Wandbild kommt von Louise Künzle, der Tochter des Brauerei-Inhabers. Vollendet wurde das Wandbild danach mit Hilfe der Malerin Lola de Bernadini, dem Malermeister Claudio Mombelli und dem Schriftenmaler Werner Feller.

Letztere hat sich für das Wandbild eine Nacht um die Ohren geschlagen. Als er nach Eindunkeln das Bild mittels Projektor auf die Wand skizzieren wollte, kam ein Gewitter auf, er musste die Arbeiten unterbrechen, bevor er sie um vier Uhr in der Nacht wieder aufnahm.

Ein Bild von der nächtlichen Aktion vom Schriftenmaler Werner Feller.

Ein Bild von der nächtlichen Aktion vom Schriftenmaler Werner Feller.

Zvg

Dass sich der Aufwand gelohnt hat, zeigen die positiven Reaktionen, welche die Brauerei bereits erhalten hat. Auf Facebook heisst es etwa: «Ha scho lang dänkt, hoffentli mache sie wieder öpis uf die Wand.»

Aktuelle Nachrichten