Biberist

Schulanlagen werden für rund 30 Millionen Franken saniert

Zurzeit laufen in Biberist die Sanierungen des Bleichemattschulhauses und des Bezirksschulhauses parallel. Seit 2009 wurden knapp 30 Millionen Franken investiert.

2008 wurde die Kommission für Schulraumplanung (KSRP) vom Gemeinderat eingesetzt. Ihr Auftrag: Die Sanierung der Schulbauten nach der Vorgabe des Gemeinderates vorbereiten und begleiten. Seither wurden das Mühlemattschulhaus und die alte Turnhalle saniert; die Sporthalle im Bleichemattareal und der Pavillon an der Bernstrasse neu gebaut.

Die Sanierung des Bleichemattschulhauses ist in vollem Gang und die Sanierung des Bezirksschulhauses startet jetzt. Knapp 30 Mio. Franken wurden seit 2009 in die Schulanlagen investiert. Beat Affolter war von Beginn weg in der Kommission dabei und hat 2011 das Präsidium übernommen. Er weiss, dass es nicht immer einfach ist, Wünsche und deren Finanzierung unter einen Hut zu bringen.

Tatsächlich hatten Schulraumbauten und Schulraumsanierungen in Biberist bis 2009 einen schweren Stand. Von 1973 bis 1994 wurden vier Neubauprojekte abgelehnt. Die Wende kam mit der «Salametti»-Taktik des damaligen Gemeindepräsidenten Martin Blaser. Nicht «Salami» und Scheibchen um Scheibchen, sondern eben «Salametti um Salametti», in sich abgeschlossene Einzelprojekte, wurden der Bevölkerung ab da vorgelegt.

Dies war auch nötig, weil der Gemeinderat erkannt hatte, dass die Schulhäuser nicht nur mit dem Pinsel saniert werden können, sondern tiefergreifende Massnahmen nötig sind, um die Substanz der Gebäude zu erhalten. «Die Massnahmen, die bis vor zehn Jahren als Sanierung deklariert wurden, sind eigentlich Unterhaltsarbeiten. Die bisher gemachten Arbeiten sind als Teilsanierungen zu verstehen und nicht als Gesamtsanierungen», meint denn auch Beat Affolter.

So habe man in den ersten Sanierungskonzepten die Werke, Wasser, Abwasser, aber auch die Heizungen oder die ganzen elektrischen Leitungen aus den Arbeiten ausgeklammert. Die Dachkonstruktionen wurden ebenfalls nirgends angetastet. «Dementsprechend tief waren die Beträge, die man ausgeben wollte.»

Wunschkonzert nimmt zu

Je intensiver sich die KSRP mit der Sanierung eines Schulgebäudes beschäftigte, desto länger wurde jeweils die Liste der Wünsche, aber auch der Notwendigkeiten. Entsprechend der geänderten Vorschriften kam der Aspekt der Erdbebensicherheit dazu. «Wichtig ist heute zudem die Sanierung von Schadstoffen.»

Grossen Einfluss hat weiter der heutige Schulbetrieb, in dem sich die Bedürfnisse stark verändert haben. Gruppenräume, Heilpädagogik, neue Unterrichtsformen, Fremdsprachen, IT-Unterricht: Das braucht andere räumliche Strukturen.
«Der Finanzen wegen mussten wir uns immer wieder einschränken», so Beat Affolter.

So passierte es, dass man bei der Sanierung des Mühlemattschulhauses die alten Leuchten wieder montieren wollte. «Während der Bauarbeiten mussten wir einsehen, dass dies einfach nicht mehr geht.» Aus Spargründen wurde die Küche in der Alten Turnhalle gestrichen. Das werde nun nachgeholt, weil es sich in der Praxis zeigte, dass eine gewisse Infrastruktur nötig ist. «Es ist nicht immer alles gut gelaufen», meint Beat Affolter selbstkritisch.

Die KSRP habe immer versucht, mit dem zur Verfügung stehenden Geld das Bestmögliche herauszuholen. «Aber wir hatten Vorgaben. Einerseits vom Gemeinderat und dann auch vom Souverän, der die Gelder ja ebenfalls bewilligen musste.» Mit viel Engagement sei es gelungen, die Kreditvorgaben einzuhalten, teilweise gar zu unterschreiten. «Schwierigkeiten haben wir nur, wenn erwartet wird, dass wir Sachen finanzieren, die nicht im Kredit enthalten sind.»

Kommission braucht Vorlauf

Zu schaffen macht der KSRP in ihrer Planung auch, dass sie in aller Regel rund zwei Jahre vor Baustart mit der Arbeit beginnt. Wenn sich in der Zwischenzeit die Anforderungen verändern, ist das nicht immer einfach. Als jüngstes Beispiel nennt Affolter die Tagesstrukturen, die ins Bleichematt einziehen sollen. «Wir haben dort extra Platz geschaffen. Nun wurde uns vorgeworfen, dass die Räumlichkeiten nicht optimal sind, weil sie sich über drei Stockwerke erstrecken.»

Ebenso wurde in der Zwischenzeit beschlossen, dass die Schulleiter ein Büro vor Ort haben müssen. Nun gebe es in neuen Schulhäusern schon wieder die ersten Notlösungen.
Seit einem Jahr hat die KSRP mehr Unterstützung vonseiten der Bauverwaltung. «Da holen wir uns Fachwissen.» Die heutige Arbeitsweise habe sich bewährt. Die Gesamtverantwortung habe die KSRP und vor Ort liege sie bei den beauftragten Architekten. Bauverwaltung und KSRP seien für die Bauherrenbegleitung zuständig.

Obwohl die Arbeit in der KSRP nicht immer einfach war, sind viele der Mitglieder der Kommission seit vielen Jahren dabei. «Wir haben gemeinsam einen Lernprozess durchgemacht.» So wisse man heute, dass eine Gesamtsanierung mehr Sinn mache, als eine Teilsanierung, mit der man Arbeiten nur aufschiebe.

Beat Affolter kämpft zudem immer darum, dass die Gemeinde genug Geld in den Unterhalt ihrer Liegenschaften steckt. Auch ein neu saniertes Gebäude müsse unterhalten werden. Schiebe man Unterhaltsarbeiten auf, dann würden sie plötzlich zum Notfall und ziehen einen sehr viel teureren Nachtragskredit nach sich.

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