Schnottwil
Nach engem Rennen: Martin Willi gewinnt in Schnottwil

Konkurrentin Ursula Brüllhardt macht 33 Stimmen weniger bei insgesamt 564 abgegebenen Wahlzetteln.

Urs Byland
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Ein Teil des Gemeinderates von Schnottwil und sein neuer Präsident. Martin Willi (neuer Gemeindepräsident, Mitte), Ursula Brüllhardt (rechts), Sarah Hartmann, Pascale Lauper (links), Frédéric Grossmann Schluep.

Ein Teil des Gemeinderates von Schnottwil und sein neuer Präsident. Martin Willi (neuer Gemeindepräsident, Mitte), Ursula Brüllhardt (rechts), Sarah Hartmann, Pascale Lauper (links), Frédéric Grossmann Schluep.

Urs Byland

Es war ein enges Rennen. Hier die Vizegemeindepräsidentin Ursula Brüllhardt und dort ihr Parteikollege und ehemaliger Gemeindepräsident Martin Willi, beide Mitglieder der FDP. Am Ende setzte sich Willi mit 292 Stimmen gegen die 259 Stimmen für seine Konkurrentin durch.
Die Stimmungslage könnte kurz nach Bekanntgabe des Resultates nicht unterschiedlicher sein. Martin Willi freute sich nicht nur. Er betonte auch sofort, dass er glücklich darüber sei, wie viele Schnottwilerinnen und Schnottwiler sich an der Wahl beteiligten. Mit 564 eingereichten Wahlzetteln betrug die Stimmbeteiligung respektable 64,1 Prozent. «Das ist sehr gut. Man sieht, wie sehr diese Wahl im Dorf wahrgenommen wurde.» Es sei ein grosser Vertrauensbeweis. «Ich bin mir der Verantwortung bewusst und freue mich auf die Aufgabe.»

«Vielleicht habe ich zu wenig hausiert»

Einige Meter weiter, im Haushalt von Ursula Brüllhardt, ist die Enttäuschung gross. «Es ist, wie es ist. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Schnottwil haben entschieden.» Sie müsse dieses Resultat aber zuerst einmal selber verdauen. «Vielleicht war ich zu ehrlich. Vielleicht habe ich zu wenig hausiert.» Der doch recht knappe Unterschied von 33 Stimmen zeige ihr, dass Schnottwil nicht nur aus Bürgerinnen und Bürgern bestehe, sondern auch aus vielen zugezogenen Familien. «Ich glaube, sie wären bereit gewesen für eine Frau im Amt.»

Brüllhardts Hinweis auf die Bürger ist dem Umstand geschuldet, dass bisher der Gemeindepräsident immer ein Bürger von Schnottwil war, weil der Einwohnerrat auch als Bürgerrat tagt. Mit Brüllhardt wäre diese Tradition gebrochen worden, was den Parteivorstand dazu veranlasste, den ehemaligen Gemeindepräsidenten Martin Willi (1997 bis 2005) zu ermuntern, nochmals anzutreten.

Gut möglich, dass die Taktik des Parteivorstandes aufgegangen ist. Sie habe aber auch gehört, dass man sich frage, ob eine Alleinerziehende überhaupt in der Lage sei, das Amt auszuführen. Trotz ihrer grossen Enttäuschung werde sie Gemeinderätin bleiben. «Wir wollten beide das Amt, es war eine Challenge. Die ist vorbei. Jetzt kann man weiterarbeiten.»

«Man weiss, was man mit mir hat»

Er sei eine verlässliche Person, erklärt sich der 58-jährige Willi seinen Wahlerfolg. «Man kennt mich und man weiss, was man mit mir als Gemeindepräsident bekommt.» Er vergisst aber nicht, Brüllhardts Stimmenzahl zu würdigen. «Ihre bisherige Arbeit im Gemeinderat und als Vizegemeindepräsidentin hat sie in eine gute Ausgangslage gebracht. Sie darf sicher stolz auf ihr Resultat sein.» Er werde sich darauf konzentrieren, den Gemeinderat zu einem Team zu formen. «Ziel muss es sein, gut zusammenzuarbeiten.» Ein erstes Zeichen setzt er beim Fototermin, den er unbedingt zusammen mit dem Gemeinderat wahrnehmen wollte. «Es soll mit mir keine One-Man-Show werden.» Das Amt wird er voraussichtlich am 1. September zusammen mit dem neuen Gemeinderat antreten.