«Million Stars Hotel»

Schlafen mit Blick auf den Sternenhimmel: Das Glashaus steht neu am Burgäschisee

Für 190 Franken unter dem Sternenhimmel schlafen: «Million Stars Hotel» ist das neue schweizweite Projekt von Schweiz Tourismus. Mit dem Glashaus am Burgäschisee nimmt auch Solothurn Tourismus daran Teil.

Wer kennt ihn nicht, den Matterhorn. Touristen aus der Schweiz und der ganzen Welt pilgern nach Zermatt, um das felserne Antlitz des Toblerone-Berges zu sehen. Das Markenzeichen schlechthin. Aber wer weiss schon, wie beispielsweise der Burgäschisee aussieht, geschweige denn wo sich dieser befindet? Hätten Sie es gewusst, würden Sie nicht unmittelbar in der Nähe wohnen?

Solothurn Tourismus will in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus den Schweizern ebendiese «kleinen Matterhörner» näher bringen. «Million Stars Hotel» heisst das schweizweite Projekt und der Name ist auch Programm: Die Idee ist es, an abgelegenen oder speziellen Standorten in den einzelnen Kantonen «einzigartige» Übernachtungen mit freier Sicht auf den Sternenhimmel zu bieten, ob in der freien Natur oder geschützt in einem Häuschen mit Aussicht. Solche sind nun an insgesamt 50 Standorten in der Schweiz zu finden. Im Kanton Solothurn wurde für das Projekt das sogenannte «Seeglashaus» beim Restaurant Seeblick am Burgäschisee eingerichtet: Eine kleine, handgefertigte Hütte mit gerade genug Platz für zwei Personen, einem Doppelbett und einer kleinen Terrasse. Es ist dasselbe Glashäuschen, das bereits im Maishotel in Nennigkofen seinen ersten Einsatz fand.

Vor drei Monaten mit der Planung begonnen

Das Projekt sei ziemlich kurzfristig zustande gekommen, wie Hannes Schertenleib von Solothurn Tourismus weiss. Er hat das Projekt vor rund drei Monaten in Angriff genommen und mit allen Beteiligten aufgegleist. «Wir haben fast alle Hoteliers aus der Stadt und der Region angefragt, ob sie Ideen für eine Umsetzung hätten», sagt er. Da sei ihm das Glashaus von Adrian Merz eingefallen. Dieser sei ohnehin auf der Suche nach einem neuen Standort gewesen, seitdem das Maishotel nicht mehr betrieben werden darf. Und so sei die Zusammenarbeit mit ihm entstanden. Als Schertenleib schliesslich mit der Standortsuche für das Glashaus an die Inhaberin vom Restaurant Seeblick, Evi Schweizer, gelangte, habe sie gleich zugesagt. «Der Ort hier spricht für sich», sagt Schertenleib. «Es ist wunderschön, ruhig und gut erreichbar.»

Selbstverständlich sei auch die Unkompliziertheit des Standortes ein Kriterium gewesen: Weil das Land den Inhabern des Restaurants gehört, seien keine Sonderbewilligungen nötig gewesen. Es seien aber durchaus noch andere Standorte diskutiert worden. Beispielsweise sei man mit dem Inhaber von Hotel an der Aare, Roland Furrer, in Kontakt gewesen. Mit ihm konnte Solothurn Tourismus bereits 2018 ein ähnliches Projekt im Krummturm in der Stadt Solothurn durchführen. Doch das Restaurant Seeblick sei in der Durchführung schneller gewesen. 

240 Franken pro Nacht, inklusive Hotelservice

Nun steht das Glashaus in einer kleinen Lichtung direkt neben dem Freibad am Burgäschisee und soll die Leute in die Region locken. Mit einer Kurbel an der Innenseite des Hauses können die Gäste die vierte Wand, welche die Sicht auf den See stückweit versperrt, runterlassen und eine kleine Terrasse entstehen lassen. Wer abenteuerlicher unterwegs ist, kann auch das Bett auf die Terrasse schieben und die «Million Stars»-Aussicht in der Nacht geniessen. Duschen mitsamt Frotteewäsche und Shampoos sowie WCs drinnen und draussen stellt das Restaurant Seeblick zur Verfügung, das selber auch sechs Zimmer vermietet. Inklusive sind auch ein Frühstück und der Eintritt ins Freibad nebenan. Dieses «Luxus-Camping» kostet für Einzelpersonen 190 und für zwei Personen 240 Franken. Das ist mehr als doppelt so viel, wie beispielsweise die heiss begehrten zweier-Hütten auf dem TCS Camping in Solothurn. «Das kann man nicht vergleichen», hängt sich der Direktor von Solothurn Tourismus ins Gespräch ein. «Das Seeglashaus-Projekt ist viel aufwändiger. Und letztlich bieten wir einen vollen Hotelservice, das ist eine ganz andere Dienstleistung», sagt er. Hinzu komme, dass es ein einmaliges Erlebnis ist, dass es so in dieser Form sonst nirgendwo in der Schweiz gibt.

Seit Donnerstag ist das Glashaus nun buchbar und wird bis voraussichtlich im Oktober angeboten werden. Bereits jetzt seien mehrere Wochenenden im Juli ausgebucht, teilt das Restaurant mit. Auch das kommende. Ob das grosse Interesse auf die Coronakrise zurückzuführen ist, sind sich die Organisatoren uneinig. Das Restaurant aber merke, dass mehr Schweizer aus der Region Zürich und Basel in ihren Unterkünften übernachten. «Wir haben sicher mehr Übernachtungen im Hotel als vor der Krise», sagt Brigitte Wüthrich, stellvertretende Restaurationsleiterin. Das Hotel sei sehr gut ausgebucht und könnte noch mehr Gäste aufnehmen, wenn sie Plätzen hätten. «Mit dem Seeglashaus haben wir ein Zimmer mehr, das ist super.» Auch der Solothurn Tourismus verzeichne in letzter Zeit mehr Übernachtungen im Freizeitsegment. Sie sind sich aber einig, dass das Projekt «Million Stars Hotel» auch ohne die Krise gut angekommen wäre. «Es ist nicht wegen der Krise, weshalb die Leute solche speziellen Sachen unternehmen wollen», sagt Schertenleib. «Naturnahe Erlebnisse in der Nähe von Städten würden auch sonst funktionieren.» Ob in Zukunft weitere Standorte folgen werden, lassen sie noch offen. Aber Adrian Merz lässt bereits durchblicken, dass er sehr wohl neue Projekte angehen will.  

Buchungen laufen über:
www.myswitzerland.com/millionstarshotel

Mehr Infos zu Adrian Merz:
www.woodikat.ch

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