Riedholz/Flumenthal
Der Regierungsrat genehmigt die Sanierung Fischaufstieg

Das im Jahr 1970 in Betrieb genommene Aarekraftwerk Flumenthal der Alpiq Hydro Aare AG erhält eine neue Fischaufstiegsanlage. Der Fischabstieg bleibt nach wie vor ungelöst.

Urs Byland
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Plan der neue Fischaufstiegsanlage beim Kraftwerk Flumenthal.

Plan der neue Fischaufstiegsanlage beim Kraftwerk Flumenthal.

Zvg

Aktuell weist das Kraftwerk eine Fischaufstiegsanlage am linken Ufer des Kraftwerks auf. Die Abwärtswanderung ist nur via Turbine und bei Wehrüberfall über das Wehr möglich. Für Auf- und Abstieg wurde Sanierungsbedarf festgestellt. Für den Fischabstieg wurde bisher aber keine Lösung gefunden. Der Stand des Wissens für Fischabstiegsanlagen grosser Kraftwerke reiche zurzeit noch nicht aus. Für eine entsprechende Sanierung beim Kraftwerk Flumenthal sollen die Ergebnisse der laufenden Pilotprojekte an der Aare (unter anderem beim Kraftwerk Bannwil) abgewartet werden.

Umfassende Sanierung mit Erfolgskontrolle

Anders sieht die Situation für den Fischaufstieg aus. Hierfür wurde dem Regierungsrat ein Projekt unterbreitet, das eine umfassende Sanierung beziehungsweise den Neubau des Fischaufstiegs beim Kraftwerk Flumenthal beinhaltet, inklusive einer Erfolgskontrolle, um die Aufwärtswanderung nach dem heutigen Stand der Technik zu gewährleisten.

Die Kosten des Projekts belaufen sich auf zirka 16.4 Mio. Franken. Gerechnet wird mit Planungskosten von 1,2 Mio. Franken und Baukosten von 9,2 Mio. Franken. Von den Baukosten sind alleine 3,1 Mio. Franken für Deponiekosten reserviert. Sondierungen haben ergeben, dass das abgebaute Material kostspielig entsorgt werden muss und nicht einfach umgelagert werden kann – eine Erbschaft der Cellulose-Produktion im Attisholz.

Die Bauherrschaft muss dafür drei Monate vor Baubeginn ein Entsorgungskonzept einreichen. Der Unterhalt wird auf 6 Mio. Franken veranschlagt für die nächsten 40 Jahre. Davon sind 5 Mio. Franken für Erlöseinbussen des Kraftwerkes durch die Fischaufstiegsanlage über 40 Jahre vorgesehen. Die Kosten des Projekts sollen über den nationalen Stromnetzzuschlagsfonds abgeglichen werden.

Eine Einsprache konnte gütlich bereinigt werden

Zur öffentlichen Auflage des Projektes ist eine Einsprache eingegangen. Die Verhandlungen mit der Einsprecherin mündeten in eine Vereinbarung zwischen dem kantonalen Bau- und Justizdepartement und der Einsprecherin, worauf die Einsprache zurückgezogen wurde. Für den Bau der Anlage ist zudem eine Rodung nötig. Der Rodungsersatz erfolgt flächengleich (1400 Quadratmeter) durch Realersatz an Ort und Stelle. Das Rodungsgesuch wurde ebenfalls publiziert. Einsprachen dazu sind keine gemacht worden. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von 18 Monaten.