Selzach

Renaturierung für den Lochbach, weniger Platz für die Strasse

Die Altreustrasse, heute Kantonsstrasse, soll umgebaut und danach von der Gemeinde übernommen werden.

Die Altreustrasse, heute Kantonsstrasse, soll umgebaut und danach von der Gemeinde übernommen werden.

Bevor dieSelzachstrasse/Altreustrasse an die Gemeinde übergeben werden kann, soll noch das kantonale Strassenbauprojekt zu Ende gebracht werden. Eine Orientierung des Gemeinderats Selzach über anstehende Infrastrukturprojekte.

Bereits seit einigen Jahren ist klar, dass der Kanton die Selzachstrasse/Altreustrasse, heute eine Kantonsstrasse, an die Gemeinde Selzach übergeben will. Zuvor soll aber das kantonale Strassenbauprojekt «Sanierung Altreustrasse» noch über die Bühne gebracht werden. In engem Zusammenhang mit diesem kantonalen Projekt steht ausserdem das kommunale Hochwasserschutzprojekt. Das Gerinne des Lochbachs soll in diesem Abschnitt, von der Eichholzstrasse bis an die SBB Linie, aufgeweitet und renaturiert werden.

Mit der Renaturierung des Baches können von Bund und Kanton zudem Beiträge in der Höhe von bis zu 90 Prozent erwartet werden. Gleichzeitig mit dem Ausbau des Baches muss die Brücke der Eichholzstrasse ersetzt werden. Hier wird der Beitrag des Kantons jedoch geringer ausfallen. Weil die beiden Projekte derart stark zusammenhängen, sollen sie gemeinsam betrachtet und entschieden werden.

Verbrauch von Kulturland konnte verringert werden

Erste Entwürfe lagen bereits zu einem früheren Zeitpunkt vor. Inzwischen wurde das Vorhaben weiter ausgearbeitet und auch einige Anpassungen vorgenommen. «Der ursprüngliche Kulturlandverbrauch von 2800 Quadratmetern konnte optimiert und auf 2100 Quadratmeter verringert werden», erklärt Peter Portmann, Leiter Projektmanagement vom Amt für Verkehr und Tiefbau.

Dies ist vor allem relevant, weil die dadurch unwiderruflich verloren gehende Fruchtfolgefläche ab 2500 Quadratmeter zwingend kompensiert werden muss. Ob dies ebenfalls für die reduzierte Fläche von 2100 Quadratmeter gilt, ist gemäss Portmann derweil noch offen.

Mit der in fast direkter Nachbarschaft liegenden ehemaligen Aufschüttungsfläche der Giessereisande würde aber ein geeignetes Ersatzareal zur Verfügung stehen.

Verschmälerung führt zu einem Problem mit LKWs

Durch die Reduzierung des Gewässerraums von 17 auf 15 Meter, konnte eine Verringerung des Landverbrauchs um rund 350 Quadratmeter erzielt werden. Die Strassenbreite wiederum wurde vom 6 Metern auf 5.5 Meter reduziert. Dies bringe eine weitere Reduktion von rund 80 Quadratmeter mit sich.

Damit befinde sich die Altreustrasse im Gemeindegebiet in guter Gesellschaft. So weisen beispielsweise die Bellach-, Schänzli- oder Moosstrasse dieselbe Breite auf. Die Verschmälerung erschwert allerdings das Kreuzen von LKWs. Mehrere Massnahmen, um das Problem anzugehen, stehen hier zur Diskussion.

So wäre beispielsweise ein LKW-Fahrverbot denkbar. «Dies hätte aber Umwegfahrten für die Industrie zur Folge», so Portmann. Denn in diesem Fall müssten alle LKWs über den Knoten Haag umgeleitet werden, was auch zu einer Belastung von Strasse und Anwohner nführt.

Bau eines Trottoirs wird diskutiert

Eine andere Möglichkeit beinhaltet die Errichtung von Kreuzungsstellen und zwar direkt nach der SBB- Unterführung Richtung Norden sowie unterhalb der Einmündung der Eichholzstrasse in die Altreustrasse. Weitere Optionen wären den Gehwegabschlusses teilweise überfahrbar zu machen oder aber die Strasse letztlich doch bei 6 Metern Breite zu belassen.

Angedacht ist zudem auf der gesamten Strecke vom Bahnweg bis zur Bielstrasse ein Trottoir von 1.5 Metern Breite anzulegen. Damit einhergehen würde auch die Erstellung eines Fussgängerstreifens beim Restaurant Grabachern über die Bielstrasse. Jedoch stellt sich hier für Bauverwalter Thomas Leimer die Frage, ob der Weg ins Dorf via Hexengässli oder Längasse für Fussgänger nicht sicherer sei. Ausserdem bestünden beim Gassackerweg sowie beim Postbrunnen bereits Fussgängerstreifen.

Auf den ursprünglich gleichzeitig vorgesehenen Ausbau der Eichholzstrasse soll hingegen verzichtet werden. Weitere Entscheide wurden allerdings auf die nächste Sitzung vertagt. Die Gemeinderäte wollen die neuen Erkenntnisse zuerst mit ihren Fraktionen besprechen. Die gemeinsame Auflage der beiden Projekte soll im Januar 2021 erfolgen.

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