Langendorf

Regio Energie darf Energie liefern, AEK fordert Einsicht in Dokumente

Langendorf hat sich entschieden, die Energie künftig von der Regio Energie Solothurn zu beziehen.

Langendorf hat sich entschieden, die Energie künftig von der Regio Energie Solothurn zu beziehen.

Der Gemeinderat Langendorf befasste sich mit dem Vertragswerk für die Energielieferung und verabschiedete die Jahresrechnung.

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung befasste sich die Elektra-Kommission intensiv mit dem Pachtvertrag 2020 bis 2024 zwischen der Gemeinde und der Regio Energie Solothurn. Nun war der Gemeinderat an der Reihe, das Vertragswerk nochmals genaustens zu durchleuchten. Die in den Vertrag aufgenommene Entschädigung pro Energiekunde in der Höhe von 20 Franken, zahlbar an die Gemeinde durch die Regio Energie, wurde als richtig beurteilt. Gut geheissen wurde auch die Berechnung der Pachtentschädigung, die sich für 2020 an den Zahlen des Jahres 2018 orientiert. Daniel Odermatt erläuterte als Präsident der Elektra-Kommission die weiterhin mögliche Nutzung von Nieder- und Hochtarif.

Gemeindepräsident Hans-Peter Berger informierte, dass die AEK einen Antrag auf Einsicht in alle den Wechsel des Energieanbieters betreffenden Dokumente gestellt habe. Die Freigabe ist verbunden mit einer Abklärung durch den Datenschutz. Der Gemeinderat verabschiedete den Vertrag über Nutzung und Betrieb des Niederspannungsverteilnetzes der Einwohnergemeinde einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung am 17. Juni.

Nur noch eine kleine Schuld

Auf jedem Langendörfer Einwohner «lastet» noch eine Minimalschuld von 31 Franken. «Damit sind wir praktisch schuldenfrei», erklärte Gemeindeverwalter Kurt Kohl bei seiner Vorstellung des Rechnungsergebnisses 2018. Der Ertragsüberschuss von 1,098 Mio, der in die Vorfinanzierung der Schulbauten einfliesst, fiel gegenüber dem Budget sogar um eine Viertelmillion höher aus. Die Erfolgsrechnung umfasst Ausgaben in Höhe von 17,992 Mio., denen Einnahmen von 19,09 Mio. Franken gegenüberstehen.

Kohl zeigte dem Gemeinderat die Gründe für die Besserstellung auf, die er in Minderausgaben und Einsparungen in fast allen Ressorts erkannte. In der gesetzlichen Sozialhilfe mit 1,91 Mio. Franken kam es mit 174'000 Franken zu einer Kreditüberschreitung. Umgerechnet pro Kopf zahlt jeder Langendörfer für das Sozialwesen inklusive Sozialdienst rund 500 Franken im Jahr und veranlasst damit rund ein Viertel aller Gemeindeausgaben.

Der gesamte Personalaufwand der Gemeinde liegt bei 7,89 Mio. und damit um 66'000 Franken höher als budgetiert. Nicht gratis zu haben ist die Bildung, die in Langendorf Bruttokosten von 9,27 Mio. Franken verursacht. Wegen höherer Aufwendungen in der Regionaloberstufe Geslor beteiligten sich die Vertragsgemeinden Oberdorf und Rüttenen daran mit zusätzlich 44'000 Franken. Eine Schülerin oder ein Schüler kosten in Langendorf laut Kohl pro Jahr 15'700 Franken.

Erhöhung schenkte kaum ein

Gegenüber dem Budget um 164'000 Franken abgenommen auf rund eine halbe Million haben die Steuern der juristischen Personen. Dagegen stieg der Steuerertrag der natürlichen Personen auf 11,65 Mio. Franken und damit um 60'000 Franken höher als budgetiert. Kaum besorgniserregend sieht es bei den mit Eigenkapital ausgestatteten Spezialfinanzierungen aus, auch wenn im Abwasser nach gesenkten Gebühren ein Aufwandüberschuss entstand. Beim Abfall gab es einen Gewinn von rund 8000 Franken. Der Investitionsumfang betrug 1,97 Mio. Franken.

Finanzkommissionspräsiden Rolf Truninger würdigte das gute Jahresergebnis mit einem Dank an alle Beteiligten. Allerdings gab er seinem Erstaunen Ausdruck, dass die von 3785 auf 3847 Personen angewachsene Bevölkerung trotz von 115 auf 119 Prozent gestiegenem Steuerfuss nicht zu weit höheren Steuereinnahmen geführt habe. Das Plus lag nur bei 1,63 Prozent. Truninger betonte weiter die für die Gemeinde günstige Zinsentwicklung. «So lassen sich unsere langfristigen Darlehen insbesondere für den Schulraumbau mit geringeren Kosten finanzieren.» Die Vorfinanzierung umfasst dafür bereits 4,4 Mio. Franken. Das Bildungswesen basiere ab diesem Jahr auf einem neuen Vertrag, der zu höheren Beiträgen der Partnergemeinden führen werde, informierte Truninger.

Wie weiter Tagesstrukturen?

Gemeinderätin Barbara Obrecht Steiner setzte den Gemeinderat über den Planungsstand zum Ausbau der Liegenschaft Schulhausstrasse 28 für Tagesstrukturen ins Bild. Beauftragt mit der Erarbeitung eines Vorprojektes für eine räumliche Nutzung der Liegenschaft wurde die Architektin Andrea Späti-Rebsamen.

Gemeinderätin und Architektin Gisela Schultis, die auf Antrag der Arbeitsgruppe Tagesstrukturen die Grobkostenschätzung dieses Umbauprojektes offerieren wird, wies im Rat auf die notwendige Schadstoffanalyse (insbesondere auf Asbest-Rückstände in den Wohnräumen) der gesamten Liegenschaft hin. Der Gemeinderat war mit allen Anträgen einverstanden.

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