Recherswil
Änderungen verzögerten die Auflage der Ortsplanung

Der Gemeinderat von Recherswil behandelte zusätzliche Berichte zur Revision.

Drucken
Teilen
Das Gemeindehaus von Recherswil. (Archiv)

Das Gemeindehaus von Recherswil. (Archiv)

Urs Byland

Bei der Einreichung der Unterlagen für die Ortsplanungsrevision im Februar 2020 hiess es in Recherswil zunächst noch «gut zur Auflage». Doch das Amt für Raumplanung (ARP) führte, unter Einbezug sämtlicher Amtsstellen, nochmals eine Vorprüfung durch.

Im Prüfungsbericht wurden schliesslich weitere Forderungen an die Gemeinde laut. «Mit dem Wechsel der Amtsführung kam es zu einer Verschiebung der Prioritäten des ARP», erklärt Christian Sigrist, SPI Planer und Ingenieure AG, die geänderten Spielregeln. So wurde einerseits ein Ergänzungsbericht bezüglich schützenswertem Ufergehölz und Hecken im Naturinventar verlangt. Andererseits forderte das ARP eine Siedlungs- und Quartieranalyse, in der herausgefiltert werden soll, wo noch Potenzial zur Förderung der Entwicklung nach innen vorhanden ist.

Übernahme von zusätzlichen Privatstrassen

«Die zweite Vorprüfung nahm eine gewisse Zeit in Anspruch, derweil blieb die Entwicklung in Recherswil nicht stehen. Es gab verschiedene Baugesuche und Veränderungen», führt Sigrist weiter aus. Dadurch kam es auch zu einigen wenigen Anpassungen im Bauzonenplan.

Massgebliche Änderungen betreffen derweil den Erschliessungsplan. Primär geht es um den Umgang mit Privatstrassen. Zwischen der ersten und zweiten Vorprüfung fand ein wegweisender Regierungsratsbeschluss (RRB) statt. Ins Rollen gebracht hatte dies die Gemeinde Bettlach, welche vom Kanton eine verbindliche und einheitliche Aussage betreffend Handhabung mit Privatstrassen verlangte. Im RRB wurde festgehalten, dass alle privaten Anlagen, die mehr als drei bis vier Wohneinheiten erschliessen, als öffentlich zu deklarieren seien und von der Gemeinde übernommen werden müssen.

Die OPR soll hierbei die Grundlagen schaffen. «Die Übernahme selber ist ein separater Prozess, der ausserhalb der Revision abläuft», erklärt Sigrist. Der Übergang ins Gemeindegebiet soll aber innerhalb des Planungshorizontes, sprich in den nächsten 15 Jahren, geschehen, und zwar unabhängig vom Zustand der Strasse. Im Gegenzug verpflichte sich die Gemeinde nicht da-zu, eine Sanierung oder Ausbau
der Anlage vorzunehmen. Im Falle eines Ausbaus könnte sich die Anwohnerschaft allerdings nicht gegen eine allfällige Kostenbeteiligung wehren.

Der RRB hat für Recherswil durchaus Folgen. Waren in der ersten Fassung der OPR mit dem Rosen- und Bachweg lediglich zwei Strassen zur Überführung ins Gemeindegebiet vorgesehen, so sind es jetzt de-
ren zwölf. Die Übernahme der Privatstrassen soll zudem zum Nulltarif geschehen. «Die Strassenfläche selber hat ja keinen Verkaufswert, da sie aufgrund der Bebauungssituation gar nicht anderweitig genutzt werden kann», so Sigrist.

Unterirdische Parkanlage ab sechs Wohneinheiten

Korrekturen mussten ebenfalls am Zonenreglement vorgenommen werden. Auf Anregung des ARP und gemäss der inneren Verdichtung wurde die oberirdische Parkiersituation geprüft. Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass künftig ab sechs Wohneinheiten alle Parkan-
lagen unterirdisch erstellt werden müssen. «Das ist auch
im Sinne der Siedlungsqualität, denn oberirdische Parkplätze führen zu einer Versiegelung der Fläche und zu weniger Grünräumen», sagt Sigrist. Gemeinderat Peter Gehrig äusserte in Hinblick auf die Tiefgaragen seine Bedenken, da Recherswil über einen hohen Grundwasserspiegel verfüge. Sigrist entgegnete, dass die Problematik bekannt sei. «Es ist aufwendig, aber grundsätzlich technisch möglich.»

Ausserdem müsse berücksichtigt werden, dass der Grundwasserspiegel nicht überall im Dorf gleich hoch ausfalle, ergänzte Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Und letztlich, so Jäggi weiter, bestehe eine Gestaltungsplanpflicht, wodurch die Gemeinde auch noch ein Wörtchen mitzureden habe. (psg)

Aktuelle Nachrichten