Bellach

«Preis gehört unseren Mitarbeitenden» – Das Alterszentrum Leuenmatt wird ausgezeichnet

Das Leitungsteam im Alterszentrum Leuenmatt (von links): David Greffet, Pascal Hilpert, Roger Frei, Shpresa Reshani, Nema Hassen, Ines Gerber und Nadin Stotzer.

Das Leitungsteam im Alterszentrum Leuenmatt (von links): David Greffet, Pascal Hilpert, Roger Frei, Shpresa Reshani, Nema Hassen, Ines Gerber und Nadin Stotzer.

Das Alterszentrum Leuenmatt in Bellach ist mit dem Sozialstern ausgezeichnet worden.

Seit Jahren zeichnet der Kanton Solothurn vorbildliche soziale Organisationen und Institutionen mit einem Preis aus, dem Sozialstern. Am 22. November überreichte Regierungsrätin Susanne Schaffner einen mit 10'000 Franken dotierten Sozialstern anlässlich einer Feierstunde im Solothurner Alten Spital an das Zentrum Leuenmatt in Bellach.

«Natürlich rechneten wir uns Chancen aus, weil wir zu den fünf Nominierten zählten», erinnern sich Pflegedienstleiterin Ines Gerber und Heimleiter Pascal Hilpert. «Dass uns die Auszeichnung dann aber von der Jury zugesprochen wurde, löste im ganzen Haus bei uns Freude aus.» Wofür hat das Alterszentrum denn die Anerkennung erhalten? «Wir sind stolz darauf, dass wir bereits seit vielen Jahren erfolgreich Personen mit kleinen gesundheitlichen oder sozialen Einschränkungen als Arbeitnehmende bei uns integrieren», betont die Pflegedienstleitung, die sich darin von allen Abteilungen unterstützt weiss.

Die Ausbildung ist kein Selbstläufer

Die Zusammenarbeit erfolgt beispielsweise mit der Solothurner Haushaltungsschule Hohenlinden. Dank dieser Vermittlung kommen junge Lernende zu einer Ausbildung ins Bellacher Alterszentrum. «Ihre Einbindung in unsere Abläufe im Hauswirtschafts- und Gastrobereich ist allerdings kein Selbstläufer», betont Heimleiter Pascal Hilpert. Vielmehr sei man im Alterszentrum Leuenmatt stets sehr flexibel unterwegs, um die jungen Mitarbeitenden «da abzuholen, wo sie stehen».

Verantwortung zu übernehmen und vor allem ihr Leben selbst in den Griff zu bekommen, sei eine der Hauptanforderungen am Arbeitsplatz im Alterszentrum. Ziel aller gemeinsamen Bemühungen sei es, einen Platz im ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Inzwischen arbeiten im Leuenmatt rund 20 Prozent der 83-köpfigen, mit unterschiedlichen Pensen ausgestatteten Belegschaft aufgrund einer Vermittlung durch die Invalidenversicherung sowie durch die für Flüchtlinge zuständige Regionale Arbeitsvermittlung.

Heimleiter Hilpert, der erst seit Februar 2019 diese Führungsaufgabe im Bellacher Alterszentrum übernommen hat, hält fest, dass die Integration dieser Mitarbeitergruppe sehr gut funktioniere. Auch der regelmässig stattfindende Bewohner-Stammtisch habe nichts daran auszusetzen.

Als bisher in der Industrie Beschäftigter, der zur Einführung in seine Heimleiter-Aufgabe einen Kurs Gerontologie an der Universität Zürich absolvierte, hat Hilpert sich auf die Heimszene einen offenen Blick von aussen bewahrt.

44 Bewohner aus Bellach und Umgebung

Das Zentrum Leuenmatt, dessen Gebäude einen so luftig-einladenden Eindruck macht, wurde vor zwölf Jahren von privater Seite als Aktiengesellschaft eröffnet, bewegt sich aber im finanziellen Rahmen der Altersbetreuung im Kanton. «Unsere 44 Bewohnenden stammen mehrheitlich aus Bellach und der näheren Umgebung. Man kennt sich schon lange, und wir sind daher wie eine grosse Familie», sieht sich Ines Gerber immer wieder bestätigt. Man achte aufeinander und verhindere in einem «Haus der offenen Türen» so etwa auch das gelegentliche Weglaufen verwirrter Patienten, das sich ein- bis zweimal jährlich ereigne.

«Zu unserem grossen Glück dürfen wir auch auf die Hilfe von 18 Freiwilligen zählen, die sich liebevoll in unterschiedlichsten Aktivierungsaufgaben um unsere betagten Hausbewohner kümmern.» Um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, bietet das Leuenmatt für Frauen in der Familienphase praktikable Teilzeitbedingungen. «Und kleine Geschenke verteilt übers Jahr», ergänzt Hilpert. Zu derartigen Zuwendungen wird auch der aus dem Sozialstern stammende Geldbetrag zählen. «Wir wissen zwar noch nicht was und wie, aber die 10000 Franken werden allen Mitarbeitenden zugute kommen.»

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