Messen

Pfarrhaus bisher ohne Schutzverfügung: Nun ist es «richtig» geschützt

Das Pfarrhaus gehört zu einem Ensemble und in ein geschütztes Ortsbild.

Das Pfarrhaus gehört zu einem Ensemble und in ein geschütztes Ortsbild.

Obwohl alle meinten das Gebäude am Pfarrweg 6 in Messen sei geschützt, war keine Schutzverfügung vorhanden.

Das Pfarrhaus in Messen, am Pfarrweg 6, ist seit vielen Jahren im Verzeichnis der geschützten Bauten des Kantons Solothurn verzeichnet. Auch im Zonenplan der Gemeinde Messen ist das Gebäude als geschützt vermerkt. Bei einer Überprüfung des Schutzverzeichnisses im Hinblick auf die elektronische Verfügbarkeit der Daten wurde nun aber festgestellt, dass es für das Pfarrhaus keine Schutzverfügung gibt.

Tatsächlich erfolgte in den 1970-er-Jahren eine umfassende Aussensanierung des Pfarrhauses, an welche Bund und Kanton grössere Beiträge leisteten die eigentlich eine Unterschutzstellung voraussetzten. Für den Bundesbeitrag erfolgte im Grundbuch die Eintragung einer Dienstbarkeit zugunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Auf Seite Kanton unterbleib jedoch ein entsprechender Schutz, wohl in der Annahme, dass das Gebäude bereits geschützt sei. Auch bei der Beitragsleistung an die Fassadensanierung im Jahr 2017 wurde der Fehler nicht bemerkt. Dies wurde nun behoben und der Schutz durch den Regierungsrat formell nachgeholt.

Auch als Ensemble geschützt

Das Pfarrhaus gehört stilistisch zur Gruppe der bernischen Pfarrhäuser des 17. Jahrhunderts. An der Südfassade trägt ein hölzerner Bug das Baudatum 1644. Gut hundert Jahre später, nämlich 1754, wurde das Gebäude tiefgreifend erneuert. West- und nordseitig kamen damals Lauben dazu, in den Giebelfassaden wurden Ründen angebracht und nordseitig das pavillonartige Kabinett erstellt.

Geschützt wird aber nicht nur die historische Bausubstanz des Pfarrhauses. Der Schutz umfasst neben der Gebäudehülle mit dem äusseren Erscheinungsbild auch die Gebäudestruktur mit der primären Grundrisseinteilung, die Tragkonstruktion und die charakteristischen Innenräume mit ihrer historischen, fest eingebauten Ausstattung.

Zusammen mit der Pfarrscheune, dem Waschhäuschen und dem Brunnen vor dem Pfarrhaus – die alle auch unter Schutz stehen – handelt es sich um ein sehr schönes Ensemble. Das Pfarrhaus ist auch im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) als Einzelelement vermerkt.

Im räumlichen Leitbild der Gemeinde, das im letzten Dezember verabschiedet wurde, ist das Pfarrhaus ebenfalls speziell erwähnt: «Im Westen des engeren Ortskerns, abseits der Hauptstrasse, liegt das Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen Nebenbauten, der grossen Pfarrscheune und dem Vorplatz mit Brunnen bildet es ein Ensemble, wie es sonst nur im Bernbiet vorkommt. Die Bauten grenzen an Hostetten und unverbautes Wiesenland. Entlang des Pfarrwegs wird dieser Freiraum durch ein heterogenes Gemisch von älteren Bauernhäusern und Wohnbauten aus der Wende zum 20. Jahrhundert abgeschlossen.» (rm/rrb)

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