Wer kennt das nicht. Da steht man vor dem Park-Automaten und hat keine Münzen. Seit diesem Monat kann man in Subingen bargeldlos parken. Parkingpay nennt sich das System: bargeldlos, ticketlos, sorgenlos. So werben die Macher der App, die man aufs Handy laden kann. Tatsächlich. Die App ist flugs heruntergeladen. Gratis. Sich anmelden geht ebenfalls prima. Automarke und Autonummer speichern. Verifizieren und .... Ja wie funktioniert das jetzt mit dem Zahlen? Die Schreibende ist etwas ungeduldig oder vielleicht auch einfach nur ungeschickt und findet längere Zeit keine Möglichkeit, Geld auf die App zu laden. Mit freundlicher Unterstützung des Partners geht dann auch das das.

Vor Ort ist das Parkieren dann einfach. Die App ermittelt automatisch den Standort, wenn man vorher «erlauben» angeklickt hat. In Subingen gibt es das Dorfzentrum mit der Parkuhr und die blaue Zone im restlichen Dorf zur Auswahl. Ein blauer Parkplatz ist frei, das Auto wird hingestellt und das elektronische Ticket gelöst. Fertig.

Kontrolle ebenfalls mit der App

Was aber, wenn die Polizei vorbeikommt und kontrolliert? Auch das ist relativ einfach. Die Polizistinnen und Polizisten haben die Parkingpay-App ebenfalls auf ihrem Handy. Allerdings die Kontrollversion. «Wir können entweder das Kennzeichen eintippen, oder das Nummernschild scannen», erklärt David Feder vom Polizeiposten in Derendingen. Wurde ein Parkticket gelöst, dann leuchtet die Autonummer beim Kontrollieren grün auf. Wurde kein Ticket gelöst, dann zeigt die Farbe rot dies an und die Polizei stellt – wie gewohnt – eine Parkbusse aus. Der Test vor Ort ergibt übrigens, dass auch das prima funktioniert. Da die App in Subingen erst vor kurzem eingeführt wurde, kann die Polizei noch keine Einschätzung machen, wie häufig sie benützt wird.

In Derendingen ist Parkingpay bereits seit dem 1. Juli aufgeschaltet. Seit diesem Zeitpunkt wird die blaue Zone bewirtschaftet. Der grösste Teil der Parkplätze ist aber hier von Quartierbewohnern belegt, die eine Monats- oder eine Jahreskarte für die blaue Zone gelöst haben. Diese Karten sind – wie die Einzeltickets – im System erfasst und müssen auch nicht mehr hinter die Windschutzscheibe gelegt werden.

Allerdings muss man die diese Karten nach wie vor bei der Gemeindeverwaltung bestellen, wie Patrick Infanger (Bauverwaltung Derendingen) erklärt. Anders ist dies in Subingen: Hier kann man auch die Monats- oder Jahreskarten direkt via App bestellen. «Wir müssen diese aber immer prüfen und können sie erst danach freischalten», erklärt Edlira Zuberi (Gemeindeverwaltung Subingen). Denn eine Jahreskarte erhält nur, wer bestimmte Bedingungen erfüllt. «Bevor die App aufgeschaltet wurde, haben wir alle bestehenden Monats- und Jahreskarten erfasst. Diese Leute müssten die Karte nicht mehr hinter die Windschutzscheibe legen.»

Minutengenau abrechnen

Mit Parkingpay wird die Parkzeit minutengenau abgerechnet. Wer also 53 Minuten in der blauen Zone steht, der muss nichts zahlen und könnte auch die normale Parkscheibe hinlegen. Dauert der Termin länger, als die Stunde, die man dafür reserviert hat, dann werden die Stunde und die zusätzlichen Minuten abgerechnet. Mit der Parkapp droht dann auch keine Busse, mit der Parkscheibe könnte dies sehr wohl passieren. Pech hat, wer vergisst, sich beim Abfahren abzumelden. Dann läuft das Ticket nämlich weiter. So könnte es in der blauen Zone in Subingen passieren, dass man 23.50 Franken zahlen muss, obwohl man bereits nach einer Stunde wieder abgefahren ist.

In Derendingen kommt man im gleichen Fall einigermassen glimpflich davon. Denn die Tageskarte kostet fünf Franken und mehr als diese fünf Franken werden nicht verrechnet. «Das wurde mit Absicht so programmiert», macht Patrick Infanger deutlich. Was einen Schönheitsfehler der momentanen Bewirtschaftung in Subingen aufzeigt. Dort kann man sehr wohl auch eine Tageskarte für die blaue Zone lösen. Löst man aber ein Einzelticket, dann muss man im schlimmsten Fall – wie beschrieben – etwas tiefer in die Tasche greifen.

Wieso hat man in Subingen Parkingpay überhaupt eingeführt? «Es ist eine zusätzliche Dienstleistung für die Einwohner», erklärt Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold. Für die Nutzer ist Parkingpay gratis, die Gemeinden zahlen der Digitalparking AG, die hinter dem System steht, einen Betrag pro Parkvorgang. «Parkingpay kennt man in Solothurn, in Grenchen und in Derendingen. Es wäre sinnvoll, wenn weitere Gemeinden mitziehen würden.» Ingold hat das Anliegen bereits in der Repla (Regionalplanungsgruppe) eingebracht. «Wir sind offen für solche Ideen», meint Repla-Präsident Roger Siegenthaler. Man warte nun auf erste Erfahrungsberichte.