Umzug
Nicht genug Platz zum Vergrössern: Rüttenen verliert die Gramar AG

Die baulichen Bedürfnisse der Gramar AG können in Rüttenen nicht gestimmt werden. Nun plant die Firma, die Granit, Marmor und Keramik bearbeitet, in Recherswil einen Neubau.

Urs Byland
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Bald Vergangenheit: Der Steinlagerplatz mitten in Rüttenen.

Bald Vergangenheit: Der Steinlagerplatz mitten in Rüttenen.

Michel Lüthi

Wie der Name andeutet ist die Gramar AG ein Verarbeitungsbetrieb für Granit und Marmor. Mitten in Rüttenen an der Hauptstrasse liegen ein Stein- und Marmorlagerplatz sowie das Produktionsgebäude der Gramar AG, die 1987 gegründet wurde und seit 2017 ein reiner Familienbetrieb der Familie Koch ist.

Laut Thomas Koch können die baulichen Bedürfnisse der Firma, die acht Mitarbeiter beschäftigt, in Rüttenen nicht mehr erfüllt werden. «Was wir laut Reglement anbauen dürften, bringt uns nichts», erklärt Thomas Koch. Deshalb verlässt die Firma Rüttenen und zieht nach Recherswil um.

Mehrere Standorte seien nicht ideal

Seit drei Jahren verarbeitet die Gramar AG auch Keramik. Diese Produktion ist in einer der Hallen im Bargetzi-Steinbruch angesiedelt. «Zwei Standorte sind für eine Firma nicht ideal», gibt Thomas Koch einen weiteren Grund für den Umzug. Er hofft, dass der Bau in Recherswil bald gestartet werden kann. Ziel sei es, im Frühling 2021 am neuen Standort zu produzieren. «Wenn nichts dazwischenkommt.» Trotz der Coronakrise will die Firma alles vorbereiten für den Bau des neuen Firmengebäudes. «Wir blicken positiv in die Zukunft.»

Was mit dem Gelände in Rüttenen, mitten im Dorf, geplant ist, das in der Gewerbezone ohne Wohnen liegt, dazu kann Thomas Koch nichts sagen. Rüttenen wird mit ziemlicher Sicherheit in der kommenden Legislatur eine Ortsplanungsrevision durchführen und möglicherweise auch die Zonierung des Areals an der Hauptstrasse diskutieren.

Produktion, Lager und Büro in einem Gebäude

Als Bauherrin des Neubaus in Recherswil tritt die Immo-Lifestyle AG mit Sitz in Lohn-Ammannsegg auf. Sie gehört ebenfalls der Familie Koch. Der Neubau in Recherswil ist – nomen est omen – am Steinacker 11 geplant. Dort in der Industriezone will die Gramar AG ein Gebäude für Produktion, Büro und Wohnen bauen. Das Gebäude soll 78 Meter lang, 30 Meter breit und 8,24 Meter hoch gebaut werden. Der Büro/Wohn-Bereich soll zweigeschossig ausgeführt werden. Die Halle ist unterteilt in einen beheizten Teil für die Produktion und einen unbeheizten Teil für das Lager. Zum Gebäude gehören zehn Parkplätze für das Gewerbe und Bewohner sowie drei Besucherparkplätze. Gerechnet wird mit Kosten von 3,4 Millionen Franken für das Gebäude. Wie erwähnt soll dort auch gewohnt werden können. Geplant ist eine Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung.

Die Bauherrin stellt für den Neubau ein Ausnahmegesuch zur Unterschreitung der bis anhin geltenden Strassenbaulinie von 5 Metern. Der Neubau käme rund 4 Meter zum Widackerweg zu stehen. Gramar AG begründet das Ausnahmegesuch damit, dass der neue Standort es ermöglichen soll, die aktuelle Dimension des Betriebs mit einer zusätzlichen Produktionsstrasse zu erweitern. Dies sei für einen Neubau, beziehungsweise den Umzug des Unternehmens ein wichtiger Entscheidungspunkt. Eine Verkleinerung des Baukörpers würde eine Expansion des Betriebs massiv erschweren. Zudem sei in der Ortsplanungsrevision von Recherswil, die aber noch nicht genehmigt ist, bereits eine Verringerung des Strassenbaulinienabstandes um einen Meter vorgesehen.

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