Derendingen

Neues Leben in altem Schulhaus: Die «LernStatt Schule» hat neue Räumlichkeiten

Petra Maarsen und Mark von Gunten haben für ihre Schule einen neuen Platz gefunden. Auch die LernStatt Schule ist aktuell wegen des Corona-Virus zu.

Petra Maarsen und Mark von Gunten haben für ihre Schule einen neuen Platz gefunden. Auch die LernStatt Schule ist aktuell wegen des Corona-Virus zu.

Etwa ein halbes Jahr standen die Räume des Schulhaus Oberdorf in Derendingen leer. Die ersten Primarschüler haben im Sommer 2018 die neuen Räumlichkeiten im Schulhaus Mitte beziehen können, die restlichen Klassen konnten im Sommer 2019 wechseln.

Doch nun herrscht wieder Leben in den Schulzimmern, im Treppenhaus sowie rund um das Schulhaus Oberdorf.

Und wie: Während sich im Theaterraum verkleidete Mädchen schminken, klettern zwei Buben im Bewegungszimmer herum, ein Junge lässt sich im Computer- und Schulzimmer etwas von einem Betreuer erklären und im Bastelzimmer ist das Filzen hoch im Kurs. Weiter gibt es eine Bibliothek, einen separaten, aber gut im Haus integrierten Kindergarten sowie einen Chillraum – welcher vor allem für die Jugendlichen gedacht ist.

Die Räume strahlen schon wenige Tage, nachdem sie bezogen wurden, viel Kreativität aus. Noch nicht ganz fertig eingerichtet ist das Besprechungszimmer, welches für Gespräche zur Lösung von Konflikten genutzt wird – und hier und dort brauche es noch Anpassungen, heisst es von Seiten der Leitung der «LernStatt Schule», die seit den Sportferien nun in Derendingen zu Hause ist.

Gestartet hat die «LernStatt Schule» ihren Betrieb 2004 in Gerlafingen, weiter ging es nach Zielebach – und von 2014 bis Februar 2020 hatte sie ihr Zuhause in Nennigkofen. «Die Räumlichkeiten und der Garten im Kulturhof Weyeneth waren ein Paradies», gibt die Gründerin der Schule Petra Maarsen zu. Trotzdem sei der Abschied nicht ganz so schwergefallen, wie man erwartet hätte: «Wir waren schon länger auf der Suche nach einem Haus, wo wir mehr Platz haben.» Der Grund: Gestartet hatte die Schule mit zwei Kindern, beim Umzug nach Nennigkofen waren es 9. Heute besuchen 47 Kinder die «LernStatt Schule» und die Anfragen häufen sich. Mark von Gunten – der für alle Schulstufen zuständig ist – schätzt, dass man nun noch rund 20 Kindern und Jugendlichen mehr die Möglichkeit bieten könnte, von dieser speziellen Schulform profitieren zu können.

Der Gedanke hinter der «LernStatt Schule» ist kurz zusammengefasst: «Kinder lernen durch das Leben, im Leben, durchs Tun sowie durch Versuch und Irrtum.» Einen fixen Stundenplan, vorgegebene Fächer und Hausaufgaben gibt es nicht. Die Kinder lernen spontan, selbstständig und intuitiv. «Darum ist es auch von Vorteil, wenn Eltern ihre Kinder bei uns schon vor der 1. Klasse einschulen», erklärt von Gunten.

Bereiche sind neu klar getrennt

Die Schulleitung und die Betreuer sind glücklich über das neue «Zuhause» der Schule. «Wir haben nicht nur viel mehr Platz, sondern jetzt klar getrennte Bereiche, die unseren Schulalltag einfacher gestalten», so von Gunten. Klar gebe es jetzt neue Herausforderungen, wie zum Beispiel das grosse Treppenhaus oder der Aussenbereich, der nicht wie in Nennigkofen nur der Schule gehöre, sondern öffentlich sei. «Zudem ist Letzterer vom Schulhaus her nicht einsehbar, das heisst, dass kleinere Kinder begleitet werden müssen», aber auch da finde man noch Lösungen.

Besonders hübsch ist der Essraum, der viel Platz bietet und am Mittag zum Treffpunkt der Kinder vom Kindergartenalter bis hin zu den Teenies der Oberstufenklassen wird. Und trotzdem, auch wenn im Moment alles passt, hält man weiter Augen und Ohren offen. Denn wie Markus Zürcher, Mitglied der Baukommission Derendingen Mitte sagt: «Für uns ist es optimal, dass wir mit der LernStatt Schule Zwischennutzer für die Räume finden konnten, da so ein Haus auch im Leerzustand geheizt und unterhalten werden muss.» Das Ziel der Gemeinde sei aber, das Gebäude zu verkaufen. Dessen sind sich die Betreiber der Schule bewusst: «Vorläufig haben wir einen Vertrag bis Herbst 2021.»
Auch die LernStatt Schule ist aktuell wegen des Corona-Virus zu. Dieser Augenschein entstand vor dem 16. März.

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