Gerlafingen

Neubauten sollen an historische Objekte angepasst werden

Auf der Wiese an der Kreuzung Bahnhofstrasse/Wilerstrasse ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses geplant. Der Neubau lehnt sich in der Ausrichtung an das bestehende Mehrfamilienhaus (rechts) an. Der Zaun soll erhalten werden.

Auf der Wiese an der Kreuzung Bahnhofstrasse/Wilerstrasse ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses geplant. Der Neubau lehnt sich in der Ausrichtung an das bestehende Mehrfamilienhaus (rechts) an. Der Zaun soll erhalten werden.

Der Gestaltungsplan für ein Grundstück in Gerlafingen steht. Im «Herzraum» müssen sich die Neubauten zwingend in die bestehende Umgebung einpassen.

Die Kreuzung Wilerstrasse/Bahnhofstrasse befindet sich in Gerlafingen städtebaulich an einer heiklen Stelle. Hier trennen sich die Laster, die ins Stahlwerk rollen, von den Autos, deren Lenker meist die Wilerstrasse nutzen. Die Bahnhofstrasse ist mit der beim Hammerkreisel anschliessenden Hauptstrasse und der beim Zentrumskreisel folgenden Kriegstettenstrasse dem «Herzraum» von Gerlafingen zugeordnet.

Dieser Begriff stammt aus dem kürzlich verabschiedeten neuen räumlichen Leitbild der Gemeinde und wird als Synonym für das Dorfzentrum benutzt. Die Wilerstrasse wiederum säumen einige der für Gerlafingen typischen historischen Überbauungen mit den Mehrfamilienhäusern, die für die Familien der Stahlmitarbeiter gebaut wurden. Sie sind als schützenswerte Kulturobjekte eingestuft.

Die neuen Gebäude müssen zu den alten passen

Nun soll eine Parzelle, vor einiger Zeit abgetrennt von einer grösseren Parzelle mit drei Mehrfamilienhäusern (eine der schützenswerten Überbauungen), genau an dieser Kreuzung überbaut werden. Die Besitzer der Parzelle müssen mit einer Verminderung der Ausnützungsziffer leben, die mit der Abparzellierung im Grundbuch festgeschrieben ist. Doch wie baut man an einem solchen Ort, der zum «Herzraum» von Gerlafingen gehört? Dies zudem in Anbetracht, dass Gerlafingen kaum mehr unüberbaute Flächen ausweist und deshalb eine Verdichtung im Innern anstreben muss?

Die Grundeigentümer entschieden sich, eine verdichtete Überbauung mit einer dem Leitbild entsprechenden Qualität zu realisieren. In Zusammenarbeit mit den Behörden wurde der nötige Gestaltungsplan ausgearbeitet. Die begleitende Projektgruppe wurde von Gemeindepräsident Philipp Heri geführt. «Unser Ziel war es, dass das Gebäude in die Umgebung mit den geschützten Objekten hineinpasst», erklärt Heri.

Aktuell liegt die Parzelle in der dreigeschossigen Wohnzone. Mit der Ortsplanungsrevision wird das Gebiet der Kernzone K4 zugeteilt. Deshalb kann das geplante Gebäude vierstöckig gestaltet werden. Für das 2390 Quadratmeter grosse Grundstück wird in den Sonderbauvorschriften eine Bruttogeschossfläche von 1500 bis 1900 Quadratmeter festgelegt. Darin ist nicht nur die oben erwähnte Verminderung der Ausnützungsziffer einberechnet, sondern auch eine zusätzliche Verminderung. Denn Überbauungsstudien zeigten, dass mit einer maximalen Geschossfläche keine ortsverträgliche Lösung entwickelt werden könnte.

Der traditionelle alte Zaun bleibt erhalten

Das Richtprojekt ist ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus mit je vier Wohnungen pro Geschoss (2,5–4,5-Zimmer-Wohnungen). Situiert ist das Flachdachgebäude im südlichen Teil der Parzelle an der Wilerstrasse. Mit dem vorgesehenen Neubauvolumen wird die Längsrichtung der Bauten auf der Ostseite der Wilerstrasse übernommen. Das Ensemble wird damit logisch ergänzt und fertiggebaut. Der freibleibende nördliche Teil ermöglicht eine parkartige Umgebungsgestaltung und lässt von der Bahnhofstrasse den Blick frei auf die schützens- und erhaltenswerten Gebäude.

Als Besonderheit soll der traditionelle alte Zaun entlang der Grundstücksgrenze zur Strasse erhalten werden. Im Bereich der neuen Hauszugänge entlang der Wilerstrasse sind zwei neu Öffnungen vorgesehen. Die noch bestehenden Teile entlang des Schmiedewegs werden, soweit nötig, für die Zufahrten zur geplanten Tiefgarage und den oberirdischen Besucherparkplätzen abgebrochen.

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