Gut Ding will Weile haben. Nach einer längeren Planungsphase und Überarbeitungen liegen nun die Pläne für die Sanierung und die Umgestaltung der Hauptstrasse in Derendingen öffentlich auf. Die Hauptstrasse ist rund 2,3 km lang und der Planungsperimeter erstreckt sich vom Kreuzplatz bis hin zur Autobahnbrücke. Die Arbeiten werden voraussichtlich in vier Etappe ausgeführt und dürften insgesamt drei bis vier Jahre dauern. Die Arbeiten an der ersten Etappe werden kombiniert mit der Umgestaltung des Kreuzplatzes. Die Auflage dieser Pläne sollte Ende Februar oder Anfang März ebenfalls erfolgen.

Die Umgestaltung der Hauptstrasse soll den Verkehrsfluss verbessern. Heute bilden sich teilweise längere Kolonnen. Einerseits im Stossverkehr am Morgen, Mittag und Abend, andererseits aber auch, wenn der Verkehr auf der Autobahn A1 kollabiert und Automobilisten die Autobahn in Kriegstetten verlassen und sich danach durch die umliegenden Dörfer schleichen.

Einfacher abbiegen

Die Hauptstrasse soll vom Kreuzplatz her bis hin zum Bereich beim «Höfli» grösstenteils mit einem Mehrzweckstreifen in der Mitte der Strasse ausgestaltet werden. Dieser kann sowohl von Velos, als auch von motorisierten Fahrzeugen zum Abbiegen genutzt werden, ohne dass der nachfolgende Verkehr warten muss. Für die Velofahrer werden vom Kreuzplatz bis auf die Höhe des «Höfli» Radstreifen ausgeschieden. Ein grosses Anliegen vonseiten der Gemeinde war es, die Fussgängerstreifen mit Mittelinseln zu sichern. Auch dies wird mit der Planung umgesetzt.

Die Umgestaltung des Kreuzplatzes ist ein eigenständiges Bauprojekt, auch wenn dieses gleichzeitig mit der ersten Etappe der Umgestaltung und der Sanierung der Hauptstrasse erfolgen und auch gemeinsam ausgeschrieben wird. Mit der Umgestaltung des Kreuzplatzes in einen gesteuerten Kreisel mit Bypass soll den heutigen Staus entgegengewirkt werden. Von Solothurn her sollen die Automobilisten, wie schon heute, direkt in die Hauptstrasse hineinfahren können. Eine erste deutlich erkennbare Umgestaltung ergibt sich dann auf der Höhe der Gartenstrasse. Dort wird nämlich die Querung für die Velofahrer, die die Veloroute 802 mit der Brücke über den Emmenkanal benutzen, verbessert.

Etwas weiter in Richtung Süden soll dann bei der Migros eine neue Bushaltestelle gebaut werden. Geplant sind sogenannte Fahrbahnhaltestellen. Wegen der engen Platzverhältnisse ist es nicht möglich, Busbuchten zu bauen. Entgegen der definitiven Planung werden die Haltestellen nicht genau vis-à-vis voneinander gebaut. Die Haltstelle im östlichen Teil der Strasse wird wegen der engen Verhältnisse provisorisch leicht nach Norden versetzt. So bleibt genügend Platz, um das Trottoir durchgängig weiterzuführen. Fahrbahnhaltestellen sind bei den Automobilisten nicht wirklich beliebt. «Für den Buschauffeur haben sie den grossen Vorteil, dass er nach dem Anfahren relativ zügig Richtung Kreuzplatz fahren kann. Das verbessert die Fahrplanstabilität», so Peter Portmann (Projektleiter Amt für Verkehr und Tiefbau).

Mehr Platz für die Fussgänger

Auf der Höhe der Coop-Filiale wird die Strasse nach der Umgestaltung etwas enger, dafür gibt es mehr Platz für die Trottoirs. Die Busbuchten bei den beiden Kirchen und beim Gemeindehaus bleiben bestehen. Der Fussgängersteifen wird neu besser gesichert. Im Bereich des Altersheimes Tharad wird auf den Mehrzweckstreifen verzichtet. «Wir haben dort viel weniger Ein-und Ausfahrten und der Streifen ist nicht unbedingt nötig», erklärt Portmann dies. Nur wenige Meter weiter südlich, im Bereich «Höfli», ist dann wieder der Mehrzweckstreifen eingeplant.

Kurz danach wechselt die Strassengestaltung aber zu einer sogenannten Kernfahrbahn, mit beidseitigen Velostreifen. Offensichtliche Neuerungen sind beim Knoten Biberiststrasse vorgesehen. Ein Minikreisel soll das Einbiegen in die Hauptstrasse vereinfachen. Zudem werden die Fussgänger mit zwei neuen Fussgängerstreifen künftig in der Wunschlinie sicherer über die viel befahrene Strasse geführt. Auch bei der Oelergasse wird neu ein Fussgängerstreifen erstellt. Als Gestaltungselement und aus ökologischen Gründen wird auf Höhe der Lindenstrasse der Dorfbach ein Stück weit geöffnet.

Ständiger Kontakt

Die Planung der Umgestaltung der Hauptstrasse ist abgesprochen mit den Gemeindebehörden und abgestimmt auf anstehende Bauprojekte. Etwa die Überbauung Steinmattportal oder den Gestaltungsplan Mühle. Soweit möglich wurden auch andere Anliegen aufgenommen. So war es beispielsweise für die Gewerbebetriebe wichtig, dass oberirdische Parkplätze möglichst erhalten bleiben.

Ein Teil der geplanten Massnahmen kann nur ausgeführt werden, wenn Anstösser bereit sind, Land von ihren Grundstücken abzugeben. «Das kann bis zu zwei Metern Breite sein.» Portmann ist sich darum im Klaren, dass es nach der Auflage noch weitere Verhandlungen brauchen wird. «Wir hoffen, dass wir dieses Jahr mit ersten Vorarbeiten starten können.» Im März 2020 würden dann die Umgestaltung des Kreuzplatzes und die erste Etappe bis hin zur Steinmattstrasse folgen. In der ersten Etappe möchte der Kanton ein Einbahnregime für den Verkehr installieren. Dies ist bei den folgenden Etappen voraussichtlich nicht möglich. «Dort wird der Verkehr mit Lichtsignalanlagen geregelt.»

Zu den Vorarbeiten gehört auch die geplante Umfahrung des Kreuzplatzes für Velofahrer. Auch dieses Projekt sollte in Kürze aufgelegt werden. Velofahrer, die in Ost-West-Richtung unterwegs sind, können den Kreuzplatz schon heute via Veloroute 802 umfahren. In Richtung Norden soll es neu möglich werden via Untere Emmengasse und Bocciaweg vor dem Bahnübergang wieder in die Bahnhofstrasse einzubiegen.