Oberdorf

Nach 27 Jahren ist genug: Patrick Schlatter tritt zurück

Patrick Schlatter, Gemeindepräsident Oberdorf.

Patrick Schlatter, Gemeindepräsident Oberdorf.

Patrick Schlatter hat seine Demission per Ende Juni eingereicht. Der Zeitpunkt sei genau richtig, weil die grössten Geschäft abgeschlossen sind und die Gemeinde Oberdorf gut dastehe.

Patrick Schlatter war seit dem Jahr 1993 Gemeinderat in Oberdorf, seit 1997 Vizegemeindepräsident und seit 2005 Gemeindepräsident. Vor den letzten Wahlen im Jahr 2017 bezeichnete er sich selbst scherzhaft als «Dinosaurier im Amt». Per Ende Juni ist nun aber Schluss: Schlatter hat an der letzten Gemeinderatssitzung seine Demission eingereicht. Und das «nach langem Überlegen und grossem inneren Ringen», wie er im Demissionsschreiben an seine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen schreibt. Er habe als Gemeindepräsident viel Schönes erlebt und grosse Unterstützung genossen. Dies sei mit ein Grund, wieso ihm dieser Entschied nicht leicht falle. Schlatter macht klar, dass seine Demission keine Kurzschlussentscheidung auf Grund eines Vorfalles und auch kein Bauchentscheid ist. «Dafür bin ich mit viel zu viel Herzblut bei der Sache und bei den Geschäften in unserer Gemeinde.» Er sei auch nicht amtsmüde, sondern fühle sich «noch ziemlich gut im Saft», wie er weiter schreibt.

«Der Zeitpunkt ist genau jetzt richtig»

«Ich bin schlicht überzeugt, dass es bei allen öffentlichen Ämtern, und bei Ämtern im Nebenamt im Speziellen, einen richtigen Zeitpunkt des Rücktritts gibt. Nur ist es schwierig, diesen zu sehen und zu treffen. Ich glaube diesen ‹richtigen› Zeitpunkt in meinem Fall ‹gesehen› zu haben», so Schlatter weiter.

In Oberdorf stünden zurzeit diverse wichtige Aufgaben und Projekte kurz vor dem Abschluss. So sei die Sanierung des Gemeindehauses aufgegleist und starte bald. Gregor Glaus sei als neuer Gemeindeverwalter eingearbeitet und auch die Ortsplanung nehme mit der Vorprüfung die erste Hürde. Weiter habe man diverse wichtige Projekte realisiert. Beispielsweise die Sanierung der Schulgebäude. «Ich bin der Auffassung, dass wir die Infrastruktur und die Rahmenbedingungen, die zur Erfüllung der Aufgaben der Gemeinde notwendig sind, in seinem sehr guten Zustand gehalten haben.» Es stünden aber bereits neue Projekte an, wie etwa die Sanierung des Reservoir Webernhüsli und diese bedürfen auch künftig einer engen Begleitung.

«Der Zeitpunkt ist aus meiner Sicht geeignet, weil nur wenige, und vor allem keine grösseren, Projekte mittendrin übergeben werden müssen.» Ausserdem ist Patrick Schlatter überzeugt, dass es Interessent/innen für seine Nachfolge gibt. Er sei sich sicher, dass es nicht zu einer Vakanz komme. Sollte seine Nachfolge das Amt nicht am 1. Juli antreten können, ist er bereit, seine Amtszeit etwas zu verlängern.

Schlatter bedankt sich in seinem Demissionsschreiben insbesondere auch dafür, dass er immer wieder unterstützt wurde und auch bei Geschäften, die nicht so angenehm waren, immer auf den Rückhalt aus dem Gemeinderat, aber auch aus der Bevölkerung zählen durfte.

Schlatter wird wohl weiterhin aktiv sein

Abschliessend schreibt Patrick Schlatter, dass er davon überzeugt ist, dass Oberdorf die Herausforderungen der Zukunft nicht scheuen müsse. Es brauche dazu allerdings auch immer wieder neue Ideen, Kreativität und manchmal auch die Zivilcourage einzelner Menschen. Und abschliessend erklärt er: «Ich kann nicht versprechen nicht mehr politisch aktiv zu sein, dafür bin ich zu stark motiviert unser Gemeinwesen mitzugestalten.»


Bereits ist klar, dass die Neuwahl für das Gemeindepräsidium am Sonntag, 17. Mai, stattfindet. Eine stille Wahl ist Oberdorf nicht möglich, auch wenn sich nur eine/e Kandidat/in zur Verfügung stellen würde. Ein zweiter Wahlgang würde auf den 21. Juni angesetzt.

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