Der Bau habe aus städtebaulicher Sicht eine hohe architektonische Qualität, erklärte Peter Baumann im Gemeinderat. Der Leiter Bau und Planung bemühte sich, die Diskussion zum Gestaltungsplan einer Moschee auf sachlicher Ebene zu führen. «Sie ist vom Gebäude her eine Bereicherung.» Alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte argumentierten ebenfalls sachlich. Einzig Ersatzgemeinderat Markus Mottet (SVP) sah sich bemüssigt, herabwürdigend zu werden sowie Drohungen auszusprechen. So nannte er die Moschee der Ahmadiyya Muslim Gemeinde eine «Betbude».  

Erfolgsversprechender gegen die Moschee argumentierte Mottets Kollege Silvio Auderset (SVP). «Ob Kirche oder Moschee, das ist mir egal, aber es hat zu wenig Parkplätze.» Die Verkehrssituation entwickelte sich in der Folge zum Hauptthema der Diskussion. Denn auf der nur gerade 893 Quadratmeter grossen Parzelle, eingeklemmt zwischen Geleisen, Hochbrücke, Velo-Unterführung und Veloweg kann wegen Leitungen nicht eine Tiefgarage gebaut werden. «Ich bin extrem unglücklich mit der Parksituation», erklärte auch Cornelia König Zeltner (SP). «Für die Wochenenden werden 70 Besucher prognostiziert und an den Arbeitstagen 15 bis 30 Personen jeweils zu den fünf Gebetszeiten. Da kann ich nicht zustimmen.» Sie befürchte ähnlich Zustände wie an der Hauptstrasse 47, wo die Besucher der Nara Shisha Lounge regelmässig für ein Verkehrschaos sorgen würden. Auch Daniel Grolimund (CVP) machte sich Sorgen. Nicht wegen mangelnder Parkplätze, sondern wegen des Suchverkehrs, der sich an dieser exponierten Lage entwickeln könnte.

«Die Planungskommission hat festgestellt, dass die Parkierung regelkonform gestaltet wird», so Karen Bennett Cadola (FDP), also sei auch der Gestaltungsplan gutzuheissen. Patrick Marti (SP) wollte wissen, ob die Moschee auch bei einer Ablehnung durch den Gemeinderat wegen der Parkierung gebaut werden kann. Baumann wies darauf hin, dass die Bauherren-Beschwerde gegen den Entscheid führen könnte und eine lange juristische Auseinandersetzung drohe. Zur Parkierung erwähnte er, dass pro Besucher 0,1 Parkplätze erstellt werden müssen. Gemäss Verordnung wären für Moschee und Wohnung 4,3 Parkplätze nötig. Laut Gestaltungsplan werden vier Besucherparkplätze, ein Behinderten-Parkplatz und ein Parkplatz für die Wohnung realisiert. In den Sonderbauvorschriften ist zudem festgehalten, dass Verkehrsaufkommen und Parkierung in der Anfangsphase beobachtet wird und die Baubehörde bei Konflikten Massnahmen verfügen kann. Damit auf dieser Parzelle überhaupt gebaut werden darf, war eine Teilumzonung nötig. Die SBB hatte 2014 der Ahmadiyya Muslim Gemeinde – «ob bewusst oder nicht, sei dahingestellt», so Baumann – teilweise nicht eingezontes Land verkauft. Nun liegt die ganze Parzelle in der Kernzone Entwicklung. «Das ist die richtige Zone für eine Moschee», erklärte Baumann. Weiter wurde ein alter Gestaltungsplan auf dieser Parzelle vom Regierungsrat 2019 aufgehoben. Der neue Gestaltungsplan bezweckt den Bau einer Moschee mit Wohnung für den Imam. Gebäudevolumen und -massstab sind auf die örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet. Die Gebäudegeometrie und die innere Organisation folgen den Anforderungen der Glaubensgemeinschaft. Dazu gehört eine 2,5 Meter hohe Kuppel auf dem Dach oberhalb der Gebetsräume. Diese sind nach Mekka ausgerichtet. Gebetsräume, Eingänge und Waschräume sind getrennt für Frauen und Männer. Zwei Elemente mit symbolischen Charakter ergänzen die Moschee. Eine dreieckige Wand mit spitzen Winkel zum Himmel, sowie eine freistehende Leuchtspirale. Der Gemeinderat genehmigte mit 6 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung den Gestaltungsplan.