Biberist

«Mein Wirken ist Berufung»: Nach 30 Jahren schliesst Kurt Schibler seinen Esoterikladen

Kurt Schibler gibt zwar sein Geschäft auf, aber nicht seine Leidenschaften.

Kurt Schibler gibt zwar sein Geschäft auf, aber nicht seine Leidenschaften.

Kurt Schibler schliesst Ende Februar seinen Esoterikladen «Wegweiser» in Biberist. 30 Jahre lang habe er stets mit Freude in seinem Laden gearbeitet — nun ist die Zeit für neue Projekte gekommen.

Eigentlich erlernte er den Beruf eines Maschinenzeichners. Mit 34 Jahren aber hatte Kurt Schibler ein Sterbeerlebnis und das Licht gesehen. Identitätsverlust war die Folge. Er löste sich vom finanziell sicheren Berufsleben und eröffnete 1988 den Esoterikladen «Wegweiser» in Biberist. «Viele prophezeiten mir nur ein halbes Jahr», blickt er zurück. Wenn Ende Februar 2018 die Räume an die Einwohnergemeinde Biberist übergehen und Büros für das Sozialamt entstehen, sind daraus genau 30 Jahre geworden. «Ich habe stets mit Freude in meinen Laden gearbeitet. Mein Wirken ist Berufung», gibt er preis.

In seinem Geschäft finden sich Produkte fürs Bewusstsein und für die Gesundheit – Essenzen, Bücher, Entspannungsmusik, Edelsteine in fantastischen Farben. «Ich bin ‹steinreich›», bemerkt er augenzwinkernd. Daneben gibt Kurt Schibler im In- und Ausland Vorträge, Seminare und wirkt als Geistheiler, Handaufleger und Pendler sowie in Heilgottesdiensten mit. «Schon immer war ich hellhörig, hellsichtig und fühlend», erzählt er. Das sei keineswegs einfach, denn man sehe auch das weniger Schöne. Alles habe ihn interessiert in der Natur, was lebt, atmet und schwingt – die Pflanzen, die Tiere, die Menschen und die Steine.

«Du hast recht gehabt»

«Spirituell zu sein, heisst nicht, lieb und gut zu sein, sondern ehrlich und echt. Sonst bringt es den Menschen nichts», ist er überzeugt. Vielen Personen habe er schon die Wahrheit gesagt, die jedoch im Moment nicht verstanden worden sei. «Du hast recht gehabt.» Mit diesem Worten seien aber oft Jahre später Rückmeldungen erfolgt.

Wenn Kurt Schibler als Geistheiler arbeitet, beschreibt er sich als Werkzeug, um Blockaden der Patienten zu lösen. «Gottes Wille entscheidet», sagt er. «Geistheilung bedeutet die Vermittlung von heilenden, harmonisierenden oder kräftigenden Energien auf geistigem Weg.» Dies geschehe bei direktem Kontakt durch Handauflegen oder durch Fernheilung.

Helfersyndrom und Gefühle

Je nach Bedarf setzt Kurt Schibler eine Therapie mit Edelsteinen, Essenzen und Elixieren ein. Dass Steine eine unglaubliche Wirkung haben, würden viele Menschen vorerst nicht glauben. Viele Leute seien in ihren Gefühlen von Mustern aus der Kindheit beeinflusst. Etwa die Buben, die keine Tränen vergiessen durften oder die Frauen mit dem Helfersyndrom. Die oft gehörten Worte: «Wenn es den andern gut geht, geht es mir auch gut», billigt Kurt Schibler nicht. Es gelte, zuerst sich selber lieb zu sein, und er spricht von Selbstwertgefühl und Selbstverantwortung.

In Rückführungen in die Kindheit oder das Vorleben hilft Kurt Schibler den Klienten zu spüren, warum sie sich schlecht fühlen. Die meisten körperlichen Beschwerden entstünden wegen seelischer Probleme. Ertrage jemand seinen «Rucksack» nicht mehr, gelte es, zuerst Nervenstärke aufzubauen. Denn in die Tiefe zu gehen brauche Kraft.

Peru als zweite Heimat

Eine enge Beziehung pflegt Kurt Schibler zu Peru, seiner zweiten Heimat, wie er sagt. Seit 30 Jahren reist er jährlich während fünf bis sieben Wochen in dieses südamerikanische Land. Er begleitet selber organisierte Reisegruppen und behandelt Patienten, gibt Vorträge und Seminare, vor allem in Lima, Arequipa, Cusco und Ica. Mit leeren Händen geht er nie. Noch heute freut er sich über die Auswirkungen der Schleifmaschine, die er einem elternlosen jungen Mann geschenkt hat und ihm damit ein gesichertes Einkommen ermöglichte. Dessen drei Kinder konnten als Folge alle studieren. Oder er erzählt von 1250 Kilogramm überbrachten Spielsachen. Sieben Göttikinder dürfen in Peru auf seine Hilfe zählen. Er ist Initiant und Förderer des gemeinnützigen Vereins «Sonnenschein», der in Peru verschiedene Projekte für verlassene Kinder und Waisen unterstützt.

Ab 1. März 2018 wird es seinen Laden nicht mehr geben. Das bedeutet jedoch für ihn nicht die Aufgabe seiner Arbeit, richtet er doch bei sich zu Hause einen Behandlungsraum ein. Ein Buch mit Gesundheitstipps hat er in Arbeit. Bereits geplant ist eine weitere, längere Reise nach Peru.

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