Mülibach
Mehr Wohnqualität und besser erlebbar: Bachbett wird breiter und naturnah

Entlang des Steinrüschenweg in Küttigkofen soll der Mülibach revitalisiert werden. Die Bevölkerung darf sich zum Projekt äussern.

Rahel Meier
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Nach der Revitalisierung fliesst der Mülibach nicht mehr schnurgerade, sondern mäandrierend.

Nach der Revitalisierung fliesst der Mülibach nicht mehr schnurgerade, sondern mäandrierend.

Martin Huber

Der Mülibach weist auf seiner Länge sämtliche Klassierungen der Ökomorphologie der Fliessgewässer aus. Das heisst konkret sein Zustand wechselt von eingedolt zu naturfremd und künstlich bis zu natürlich und naturnah. Im Abschnitt oberhalb des Ortsteils Küttigkofen der Gemeinde Buchegg ist der Mülibach stark verbaut.

Nach der strategischen Gewässerplanung des Kantons Solothurn gibt es dort eine hohe Priorität für Aufwertungsmassnahmen. Deshalb wurde im letzten Dezember an der Gemeindeversammlung Buchegg ein Planungskredit für die Revitalisierung des Baches im Abschnitt Steinrüschen genehmigt.

Die Revitalisierung soll in einem Bereich von rund 400 Meter Länge zwischen dem Durchlass Talmattenweg bis zum Durchlass Steinrüschenweg erfolgen. Nun wurde ein kantonaler Erschliessungs- und Gestaltungsplan erarbeitet, der der Bevölkerung an einer Mitwirkungsveranstaltung vorgestellt wurde. Rund 25 Personen nahmen teil.

Biberdamm mitten im Perimeter

Weil in Lüterswil-Gächliwil gute Erfahrungen gemacht wurden, dient dieses Projekt als Vorzeigeprojekt. Nach der Aufwertung soll der Mülibach für die Bevölkerung besser erlebbar sein und die Wohnqualität der Anwohner erhöhen. Aus diesem Grund ist nördlich der Kreuzung Steinrüschenweg/Talmattenweg ein Begegnungsplatz mit Wasserzugang angedacht.

Das Einzugsgebiet des Mülibaches weist bis zur Mündung in den Biberenbach eine beträchtliche Grösse von rund 975 Hektaren auf. Es handelt sich dabei meist um ländliches und landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Es dominieren Gras- und Ackerland. Der Bach entspringt in zwei Ästen und hat zu Beginn auch einen anderen Namen. Östlich von Mühledorf vereinigen sich die Bachäste dann zum Mülibach. Bis zum Steinrüschenweg sind diverse meist eingedolte Zuflüsse von Süden her zu erkennen. Ab dem Zusammenfluss weist der Mülibach ein nur eher geringes Gefälle aus.

Später wird auch der Weg noch saniert

Die Revitalisierung soll entlang des Steinrüschenweges ab dem Durchlass Talmattenweg bis zum Durchlass Steinrüschenweg am westlichen Dorfrand ausgeführt werden. In diesem Bachabschnitt liegt auch ein Biberdamm. Die Parzelle ist in der Nutzungsplanung bereits als Uferschutzzone ausgeschieden.

Die Arbeiten werden mit Kosten von 440000 Franken veranschlagt. Davon dürften rund 90 Prozent durch Bund und Kanton subventioniert werden. Im Anschluss an die Revitalisierung soll der Steinrüschenweg saniert werden.

Hinweis
Alle Unterlagen sind online aufgeschaltet. Die Mitwirkung läuft bis zum 30. November.

Möglichst wenig Kunstbauten und Zusatznutzen für die Landwirtschaft

Mit dem Projekt, das zur Diskussion steht, sollen die heutigen Verbauungen (Blocksteine) auf der linken Bachseite vollumfänglich entfernt und die Ufer mit einer variablen Neigung von maximal 50 Prozent, oder stellenweise als Prall- oder Flachufer ausgebildet werden. Der Bachlauf wird auf der nördlichen Uferseite um rund drei Meter verbreitert. Die südliche Uferseite wird abgeflacht. Der maximale Gewässerraum von rund 12 Meter muss nicht zwingend überall ausgenützt werden. Es können auch nur lokale Ausweitungen erfolgen.

Die Bachsohle wird variabel ausgestaltet und mäandrierend geführt. Dabei wird mit Faschinen, Lenkbuhnen, Raubäumen, Störsteinen, Holzträmel, Wurzelstücken, Sohlschwellen und Rundholz-Pfahlschwellen gearbeitet. Abgesehen von Bauten zum Schutz der vorhandenen Infrastruktur werden möglichst wenig künstliche Bauwerke angelegt.

Durch die Abflachung der Ufer wird das Abflussprofil leicht vergrössert. Damit wird die Fliessgeschwindigkeit insbesondere bei Hochwasser verringert und die Erosionsgefahr vermindert. Die Wasserhöhe soll mindestens 15 bis 20 Zentimeter betragen, damit sich auch Fische wohlfühlen. Die neuen Böschungsflächen werden nur lokal bepflanzt. Es wird eine standortgerechte Bachstaudenflur oder Uferweise angestrebt.

Mit dem Projekt soll auch die Drainagefunktion der angrenzenden Landwirtschaftsflächen verbessert werden. Dazu werden mit der Aufweitung und Revitalisierung neue Sammelleitungen verlegt. So soll der Biber daran gehindert werden Wasser ins Drainagenetz rückzustauen. Wegen möglicher Untergrabung des Weges wird ein Biberschutz angebracht. (rm)