Jeder kennt sie: Die Lichtshow am Bundeshaus, welche jedes Jahr im Advent stattfindet und sich immer einem neuen Thema widmet. Diese Woche wurde auch in der Region ein Gebäude mit Bildern beleuchtet. 

Farben, lächelnde Gesichter, Weltkugel und hunderte Sterne: So hat man die Fassade des Schulhauses II noch nie gesehen. Der Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter projizierte am Dienstag hunderte von Zeichnungen und Werke von insgesamt 74 Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule zu Wünschen, Bildung, Arbeit und Zukunft ans Schulhaus auf die weisse Oberfläche.

Das Thema der Projektion: Integration. Indem die Werke aller Kinder und Jugendlichen sichtbar werden, verschinden gleichzeitig die Unterschiede zwischen ihnen. Ob ein Schüler Migrationshintergrund hat, ist dann nicht mehr ersichtlich.

Verschiedene Techniken

Die Umsetzung des Projekts war für die Schule aufwendiger als ursprünglich angenommen. Die Schülerinnen und Schüler der Sek B und E wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe setzte sich mit einer bestimmten Technik auseinander. Einige malten mit Bleistift oder Neocolor, andere machten Collagen oder benutzen für ihre Werke nur die vier Farben, die auf Landkarten verwendet werden.

Bei den Schülern kam des Thema gut an. «Sie waren sehr motiviert», so Stefan Nyffeler. Der Schulleiter der Sekundarstufe Selzach ist zufrieden mit dem Ergebnis. «Die Projektion war wunderbar und sehr eindrücklich.» Ihn begeisterte auch die Qualität der Projektion selbst. Da habe man aber sofort gesehen, wie sauber die Schüler gearbeitet hätten. Künstler Gerry Hofstetter sei begeistert gewesen von der Qualität der Bilder der Selzacher Schüler, erklärt Nyffeler.

Aus dem Publikum kam laut dem Schulleiter durchwegs positives Echo. 500 Personen – auch aus den umliegenden Gemeinden – verfolgten die Vorstellung und genossen am Stand der Sek B einen Punsch, Tee oder was zu Essen. 

Um die Bilder richtig zur Geltung zu bringen musste Stefan Nyffeler dafür schauen, dass es im Zeitraum der Projektion total dunkel war in der Umgebung. So wurde die Strassenbeleuchtung abgeschaltet und die Sportvereinen gebeten, die Turnhalle nicht zu benützen.

Integration sichtbar machen

Das Patronat für die Tour liegt bei der Hochschule für Heilpädagogik. Rektorin Barbara Fäh: «Wir wollen mit der Lichtkunsttour Integration sichtbar machen.» Zu den Themen Bildung, Arbeit, Freizeit und Zukunft erstellten Schüler und Schülerinnen aus verschiedensten Schulklassen seit Ende September Zeichnungen und Werke.

Bis Ende Januar wird der international bekannte Lichtkünstler Werke von Kindern und Jugendlichen an die Fassaden von insgesamt 26 Schulen in der Deutschschweiz projiziert haben. (ldu)