Auf die zweite Auflage der Totalrevision der Ortsplanung und des Gestaltungsplans Delta-Areal mit Sonderbauvorschriften ist eine Einsprache von der Bahngesellschaft BLS AG gemacht worden. Diese hat der Gemeinderat an seiner Sitzung nun abgewiesen. Die BLS verlangte, dass die im Erschliessungsplan vorgesehene Querung des Delta-Areals und der Bahnlinie nicht als Fuss- und Veloweg, sondern nur als Fussweg markiert wird. Sie führt erhebliche Mehrkosten für einen kombinierten Weg als Einsprachegrund an.

Langendorf hat aber bereits 2013 im räumlichen Leitbild eine «Verbindung über das Bahnareal» als Alternativroute vorgesehen. Inzwischen haben Abklärungen ergeben, dass nur eine Unterführung möglich sein wird. Im aufgelegten Gestaltungsplan wurde die Querung des Delta-Areals ganz im Westen entlang der Grenze zu den Nachbarparzellen eingezeichnet. Ebenso wurde der Fuss- und Veloweg schematisch im Erschliessungsplan dargestellt. Er kann aber nicht gleich gebaut werden, sondern erfordert eine Planung und Kostenaufteilung. Vorderhand ist einzig das entsprechende Land für den kombinierten Weg im Delta-Areal gesichert.

Die Pläne zur Ortsplanungsrevision und zum Gestaltungsplan Delta-Areal werden nun dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt.

Schulraumerweiterung prägt Finanzlage

Verkraftet Langendorf den finanziellen Effort mit der Schulraumerweiterung? Gebaut werden in den kommenden Jahren immerhin ein neues Schulhaus, eine Doppelturnhalle (Umbau) und eine Turnhalle (Sanierung). Zudem stehen Umgebungsarbeiten an. Die Gemeindeversammlung sprach im Dezember 2017 einen Rahmenkredit von 17,42 Mio. Franken für diese Arbeiten und genehmigte eine Steuererhöhung von 115 auf 119 Steuerprozente.

Aber: «Aktuell fehlt uns laut Finanzplan jährlich eine halbe Million Franken gegenüber dem Finanzplan, den wir im Zusammenhang mit der Schulraumerweiterung aufstellten», erklärt Gemeindeverwalter Kurt Kohl. Die Strategie, in 20 Jahren die Schulden durch die Schulraumerweiterung zu tilgen, liege mit den aktuellen Zahlen nicht drin. «Bis in 20 Jahren werden wir erst die Hälfte der Schuld abbezahlt haben.» Das Positive an einem Finanzplan ist aber, dass die Zahlen schnell wieder besser aussehen können, wenn sich die Parameter positiv verändern.

Man könnte die Steuern erhöhen, erwägte Kohl, worauf ein Gemeinderatsmitglied sofort antwortete: «Oder den Aufwand senken.» Gut möglich sei auch, dass der anhaltende Bevölkerungszuwachs in Langendorf die Steuereinnahmen erhöht. Dabei sind die Augen auch auf das Delta-Areal gerichtet, wo ab 2024 Wohnungen zur Verfügung stehen könnten. Als konkrete Massnahme wurden einige Investitionen im Finanzplan 2020 bis 2024 nach hinten geschoben.

Politik soll nicht noch mehr Gas geben

«Die Indikatoren zeigen, dass es enger wird. Enger, als es uns lieb ist», kommentierte im Namen der Finanzkommission Rolf Truninger die «angespannte» Finanzlage. Er bemängelte, dass der Finanzplan im Investitionsplan noch offene Kredite in der Höhe von 1,4 Mio. Franken ausweist. «Das ist mehr als das durchschnittliche jährliche Investitionsvolumen von Langendorf.» Lobend erwähnte er aber auch, dass dieses durchschnittliche Investitionsvolumen in der Höhe von 1,2 Mio. Franken in den nächsten Jahren (ohne das Projekt Schulraumerweiterung) eingehalten werden soll: «Wenn nicht der Kauf der Fischer-Liegenschaft durch den Gemeinderat gewesen wäre.» Seiner Meinung nach, so Truninger, verletzten der Kauf der Liegenschaft für nicht ganz 800 000 Franken und das angedachte Sanierungsprojekt für 300 000 Franken den Grundsatz der Einheit der Materie. «Zusammen sind das mehr als eine Million Franken, und ein Kauf hätte somit von der Gemeindeversammlung beschlossen werden müssen.» Nun müsse die Liegenschaft vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen überführt werden, was «verschuldungstechnisch unangenehm» sei. Ihn störe aber vor allem, dass mit den Tagesstrukturen, die in der Liegenschaft platziert werden sollen, der Aufwand der Gemeinde weiter steige.

Sein Fazit zum Finanzplan blieb aber mild: «Es wäre schön, wenn die Politik mal eher weniger als mehr machen würde. Abwarten, und nicht noch mehr Gas geben.» Der Finanzplan wurde einstimmig zur Kenntnis genommen.