Kriegstetten
Wünsche können ab sofort im Tresor platziert werden – die Auswertung erfolgt am Aschermittwoch

Traditionellerweise übergibt die Chräbszunft am schmutzigen Donnerstag der Gemeinde, besser gesagt den Vertretern der Gemeinde, ein Geschenk. Dieses Jahr ist es ein grosser Tresor.

Rahel Meier Jetzt kommentieren
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Gemeindepräsident Simon Wiedmer (links) bekommt den Tresor aus den Händen von Ober Daniel Affolter und Zunftmeister Kurt Steiner - der schon nach den ersten Wünschen sucht, die eingeworfen wurden.

Gemeindepräsident Simon Wiedmer (links) bekommt den Tresor aus den Händen von Ober Daniel Affolter und Zunftmeister Kurt Steiner - der schon nach den ersten Wünschen sucht, die eingeworfen wurden.

Hanspeter Bärtschi

Formvollendet gereimt übergab Ober Daniel Affolter das Geschenk, das zu Beginn noch – wie es sich für ein Geschenk gehört – verpackt da stand:

«E grosse Chlotz schtoht plötzlich do. Probiere mer däm Rätsel uf d Schliche z cho.»

Ist es ein Hexenhaus? Nein. Ist es ein Vogelhaus? Immerhin könnte es dann Gemeindepräsident Simon Wiedmer aufnehmen, wie Affolter meinte: «Är isch doch en eitle Pfau, sis Outfit isch ihm ned egau.» Aber auch diese Idee wurde gleich wieder verworfen. Ein Gefängnis vielleicht? - Nein auch das nicht. Das wäre zudem schlecht für das Image der Zunft, weil es keine Fenster habe und damit gegen die Menschenrechte verstossen würde.

Ein Kummer- und Wunschkasten

Auch ein Briefkasten sei es nicht, so Affolter. Und dann kam er zur Sache:

«Üse Gmeindrot macht sini Sach guet, aber mängisch fählt ihm der Muet.»

Da die Zünftlerinnen und Zünftler parteilos seien, hätten sie beschlossen, dem Volk eine Stimme zu geben.

«Bürger vo Chriegschtette fasst euch es Härz und schriibed uf was nech plogt oder schmärzt.»

Das Geschenk entpuppte sich als Tresor mit Briefeinwurf. In diesen könnten nun bis Aschermittwoch alle Einwohnerinnen und Einwohner ihre Wünsche und Ideen werfen. Zettel und Schreibzeug sind ebenfalls am Tresor zu finden. Am Aschermittwoch werde die Zunft den Tresor öffnen und die Zettel auswerten. Die Auswertung werde dem Gemeinderat bei der Gewaltenrückgabe dann präsentiert.

Wie heisst es schön? Keine zu klein, Fasnächtlerin zu sein.
12 Bilder
Ein bisschen Spass muss sein.
Alle haben gute Laune.
Prost! Auf die Fasnacht!
Endlich wieder zusammen feiern.
Ober Daniel Affolter übergibt das Geschenk der Chräbszunft an die Gemeindevertreter.
Ober Daniel Affolter übergibt das Geschenk der Chräbszunft an die Gemeindevertreter.
Hat seinen Dienst an der Chesslete brav getan.
Gemeindepräsident Simon Wiedmer ist gespannt auf die Auswertung der Wünsche.
Alle geniessen das Apero. Fast alle....
.... diese Herren möchten wissen, warum es dieses Jahr kein Risotto gibt, wie es sonst üblich ist.
Dieses Krachinstrument weckte garantiert alle Anwohner.

Wie heisst es schön? Keine zu klein, Fasnächtlerin zu sein.

Hanspeter Bärtschi

Gemeindepräsident Simon Wiedmer freute sich über das Geschenk und ist gespannt, was die Auswertung an Aschermittwoch ergeben wird. «Endlich Fasnacht im Sommer,» rief da einer dazwischen. Wiedmer entschuldigte sich nachdem sich das Gelächter beruhigt hatte zudem für einen Fauxpas.

«Heute Morgen war ein Chessler ohne weisses Hemd unterwegs. Das war ich. Ich habe meines heute morgen einfach nicht gefunden.»

Hektisches Telefonieren kurz vor fünf Uhr habe auch nichts genützt. Es sei auf die Schnelle kein Hemd aufzutreiben gewesen. Trotzdem habe er sich gefreut, dass die Chesslete durchgeführt wurde und einige weitere fasnächtliche Events geplant seien.

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