Bellach

Kranke Eschen im Wald werden gefällt – das verärgert Vita-Parcourer

Weil viele Eschen entlang des Vita Parcours im Bellacher Wald krank sind, müssen sie gefällt werden. Das stösst aber nicht bei allen auf Verständnis.

Seit rund drei Wochen arbeitet der Forstbetrieb Leberberg im Gebiet Geissloch in Bellach. Die kranken Eschen entlang des Vita Parcours und entlang der vielen Spazier- und Waldwege werden gefällt. Das ist seit dem Lockdown nicht immer eine einfache Arbeit. «An einem schönen Nachmittag brummt es hier im Wald.» Forstbetriebsleiter Thomas Studer meint damit nicht Insekten, sondern Menschen.

Sie haben vermehrt Zeit um zu spazieren oder wollen sich mit Velo fahren und joggen fit halten. So halten sich nicht immer alle an die Absperrungen des Forstbetriebes. «Einige kommen beim joggen quer durch den Wald und sehen die Bänder und die Warnungen nicht. Mehr als einmal mussten wir uns in den letzten Tagen zudem Bemerkungen anhören, dass wir hier unnötig viele Bäume fällen und so das schöne Bild des Waldes zerstören.»

Bäume fallen um oder verlieren Äste

Gerade weil das Gebiet rund um das Mühlebächli ein beliebtes Naherholungsgebiet ist und der Vita Parcours dort durchführt, sei es wichtig, dort auszuholzen. «Wir können nicht warten, bis etwas passiert. Es wäre fatal, wenn Spaziergänger von einem Baum oder einem Ast getroffen würden», meint Studer. Dabei zeigt er auf die vielen Bäume die zurzeit noch am Boden liegen. Seit Anfang Jahr erlebte der Wald acht starke Stürme. «Seit Burglind bei uns durchfegte, machen wir nichts anderes, als geschädigte Bäume aus dem Wald zu holen», so Studer. Probleme machen einerseits die Eschen, die wegen Pilzbefalls dürr werden. Viele fallen schon bei wenig Wind um oder verlieren Äste. Auch junge Bäume sind gefährdet. «Experten rechnen damit, dass 90 Prozent aller Eschen eingehen werden», so Studer.

Der Bellacher Wald besteht etwa hälftig aus Laub- und Nadelbäumen, der Anteil an Eschen beläuft sich auf rund fünf bis zehn Prozent. Dazu kommen die Weisstannen, aber auch Buchen, die wegen der Trockenheit der letzten Jahre ebenfalls leiden. Diese Bäume dürfen, einmal am Boden, wegen des Borkenkäfers nicht lange liegen gelassen werden.

Fallholz kann zu Schnitzel verarbeitet werden

Diesen Winter haben die Mitarbeitenden des Forstbetrieb Leberberg gegen 5000 Kubikmeter Fallholz, absterbende Tannen und gefährdete Bäume aus den Wäldern entfernt. Alleine im «Geissloch» dürften es rund 700 Kubikmeter Holz sein. «Insgesamt ist die Menge an Holz, die wir schlagen nicht grösser als in anderen Jahren.»

Aber das Verhältnis habe sich verschoben: Zurzeit sind rund 80 Prozent der Holzernte beschädigte Bäume. Normalerweise wären dies nur rund zehn Prozent. Das hat auch Einfluss auf die Arbeit des Forstbetriebes. «Es ist relativ zeitaufwendig, das Fallholz aus dem Wald zu nehmen und gefährlich für die Forstarbeiter.» Man versuche so schonend wie möglich zu arbeiten. «Der Wald soll sich ja positiv entwickeln». Immer hin kann Studer auch Positives vermerken. Da es in der Region zunehmend Wärmeverbünde gibt, kann das Holz auch jetzt noch relativ gut abgesetzt werden.

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