Unprofitabel

Konkurs eröffnet: Deutscher Autowerkstatt-Riese ATU macht Schweizer Filialen dicht – auch jene in Bellach

Auto-Technik Unger in Bellach.

Auto-Technik Unger in Bellach.

Auto-Technik Unger (ATU) zieht sich notgedrungen aus der Schweiz zurück – mit sechs Filialen.

Auto-Technik Unger (ATU) schliesst seine sechs Filialen in der Schweiz – und damit auch den Standorte in Bellach. Weitere befinden sich in Spreitenbach, Suhr und Oftringen (alle im Aargau) sowie in Winterthur und Hinwil ZH.

In der Schweiz sind 100 Mitarbeitende betroffen. Das Bezirksgericht Winterthur hat den Konkurs am 20. April wegen Überschuldung eröffnet, der Entscheid liegt der Solothurner Zeitung vor. Der Geschäftsführer hat den Konkurs selbst beantragt. Das Konkursamt Oberwinterthur-Winterthur wird das Konkursverfahren führen. 

Die Schliessung hat allerdings nichts mit der Coronakrise zu tun, wie der «Landbote» berichtet. Grund für den Rückzug sei, dass die deutsche Kette mit Auto-Werkstätten und Fachmärkten in der Schweiz ihre Wachstumsziele nicht erreicht habe, um profitabel zu werden. Das teilt das Unternehmen dem «Landboten» mit. Im letzten Jahr eingeleitete Restrukturierungsmassnahmen hätten nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Laut «Blick» haben 2000 Kunden ihre Reifen und Felgen bei ATU eingelagert. «Wir prüfen derzeit ob, wie und wann die Herausgabe dieser Räder an die Kunden möglich ist», informiert das Konkursamt auf einem Zettel amEingang der Filiale in Winterthur. 

In Deutschland gehört ATU zu den Marktführern. Die Firma macht Eigenwerbung als «Nummer-1-Meisterwerkstatt und Marktführer im KFZ-Service» mit rund 10'000 Mitarbeitern. ATU betreibt rund 600 Garagen. Ins Schlingern geriet das Unternehmen auch schon in den Niederlanden und in Tschechien: 2015 zog es sich aus den dortigen Märkten zurück. (pz)

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