Langendorf

Integration ins Dorf ist der «Ischimatt»-Leitung ein wichtiges Anliegen

Daniel Aeschlimann (Heimleiter) und Sandra Manz Brand (Pflegedienstleitung) sind heute für das Wohl der Pensionäre in der «Ischimatt» verantwortlich.

Daniel Aeschlimann (Heimleiter) und Sandra Manz Brand (Pflegedienstleitung) sind heute für das Wohl der Pensionäre in der «Ischimatt» verantwortlich.

Das Alters- und Pflegeheim Ischimatt in Langendorf darf sein 25-Jahr-Jubiläum feiern. Den Leitern ist es wichtig, dass ein niederschwelliger Zugang zum Heim ermöglicht wird.

Der erste Eintritt in das Alters- und Pflegeheim Ischimatt fand im November 1995 kurz nach der Schlüsselübernahme statt. Dies liegt nun 25 Jahre zurück. Gegründet wurde die Stiftung Alters- und Pflegeheim Ischimatt 1990, fünf Jahre vor der Eröffnung. Danach begann die Planungsphase, bis die Eröffnungsfeier im Herbst 1995 stattfinden konnte. Beteiligte Gemeinden sind Langendorf, Rüttenen, Solothurn, Bellach, Oberdorf, Lommiswil und Günsberg.

Die Ischimatt verfügt heute über 77 Plätze. Diese werden je nach Dringlichkeit vergeben und nicht allein auf der Grundlage des Anrechts auf eine bestimmte Anzahl Plätze der Trägergemeinden, führt die Leiterin des Pflegedienstes, Sandra Manz Brand, aus. «Zentral sind für uns die Langzeitaufenthalte für die Bewohnenden», fügt sie weiter an. Mit mehr als 95 Prozent Belegung ist das Heim meist vollbelegt. Dies ist sowohl für die Wirtschaftlichkeit als auch für das familiäre und soziale Gefüge wichtig. Jährlich finden im Schnitt etwa 35 Wechsel von Bewohnenden statt.

Das Haus steht mit Absicht mitten im Dorf

Nicht nur die geografische Lage der Ischimatt weist darauf hin; sie steht im Zentrum von Langendorf und die Integration in das Dorf ist Heimleiter Daniel Aeschlimann ein wichtiges Anliegen. Der im Zusammenhang mit der Spitex angebotene regionale Mahlzeitendienst verstärkt den zentralen Charakter des Hauses und ermöglicht auch einen niederschwelligen Zugang zum Heim. Das offene Restaurant mit atmosphärischem Licht, begünstigt durch die offene Bauweise, soll auch Aussenstehende zum Verweilen einladen. Gastlichkeit ist denn auch einer der sechs Punkte des Leitbildes, der mit Offenheit nach aussen umgesetzt wird. So finden im Jubiläumsjahr beispielsweise auch ein öffentlicher Brunch im Oktober oder jährlich ein Racletteabend im November statt. Jedes zweite Jahr wird zudem ein grosses Herbstfest gefeiert, dieses Jahr am 12. September ganz im Zeichen des Jubiläums. Im Rahmen dieses Herbstfestes wird auch der informative Film zur Bauphase von Ruedi Bögli.

Angesprochen auf den Alltag der Bewohnenden sagt Sandra Manz Brand, dass es verschiedene Angebote gibt. Jeden Dienstag beispielsweise sei eine Kochgruppe aktiv. Singen, jassen oder Gedächtnistraining gehörten zu weiteren Angeboten. «Angebote zur Aktivierung sind generell sehr wichtig in unserem Alltag», fügt Manz Brand an. Besonders geschätzt seien die Hochbeete, ein Angebot unter dem Namen «mis Gärtli». Angebaut werden etwa verschiedene Kräuter, Goldmelisse oder Teesorten. Hergestellt werden daraus beispielsweise Goldmelissensirup oder Kräutersalz.

Strategie bleibt auch künftig gleich

Heimleiter Daniel Aeschlimann sagt, dass sich am Grundsatz eines Alters- und Pflegeheimes nichts geändert habe. «Die Ischimatt soll ein Alters- und Pflegeheim für möglichst alle bleiben», führt er aus. Eine Spezialisierung sei für ihn auch in Zukunft nicht angesagt. Das Heim stehe in einer ländlichen Gegend mit einer breiten Palette von Bedürfnissen für die Bewohnenden. Spezialisierte Altersheime brauche es, wie beispielsweise für Demenz, aber nicht flächendeckend.

Dadurch würden für Platzierungen in der Ischimatt schon Grenzfälle entstehen, etwa bei hoher Demenz mit Fluchtgefahr oder Suizidalität. Dies seien aber Einzelfälle, welche die grundlegende Ausrichtung nicht in Frage stellten. Die Ischimatt solle zudem auch in Zukunft für alle Bewohnenden ein guter Wohnort sein, so Aeschlimann weiter. Deshalb ist ihm der Erhalt von familiären Strukturen neben der erforderlichen Wirtschaftlichkeit ebenso wichtig.

Ein einschneidender Schritt für die ganze Familie

Manz Brand verweist an dieser Stelle darauf, dass ein Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim nicht nur für die betroffene Person, sondern auch für ihr Umfeld immer ein einschneidender Schritt sei. Aus Sicht der Pflege und Betreuung ist denn auch nicht nur der persönliche Bezug zu den Bewohnenden selbst, sondern auch zu deren Angehörigen und dem weiteren Umfeld von tragender Bedeutung.

Eine Veränderung in Zukunft könnte eine Reduktion der Doppelzimmer sein. Seit der Eröffnung des Heimes sei die Frage der Doppelzimmer immer wieder ein strategisch wichtiges Thema. Die Nachfrage nach Einzelzimmern sei wesentlich grösser, führt Aeschlimann aus. Nicht immer sei jedoch ein Einzelzimmer für die Bewohner die optimale Lösung.

Heimleiter Daniel Aeschlimann ist davon überzeugt, dass die Ischimatt auch in 25 Jahren noch einen wichtigen Stellenwert in der Altersarbeit in der Region Solothurn einnehmen wird. Jedoch werde sich die Arbeit mit hochbetagten Menschen in vieler Hinsicht stark verändern. Wichtig sei die Fokussierung auf den Menschen mit seiner vielfältigen Bedürfnisstruktur – trotz wirtschaftlicher Vorgaben.

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