Messen

Im Winter will er auch Treberwürste aus dem Militärkessel anbieten

Samuel Graber wäre bereit fürs Pochieren der Treberwürste.

Samuel Graber wäre bereit fürs Pochieren der Treberwürste.

Samuel Graber ergänzt sein Weingeschäft in Messen mit einem Winterangebot. In einem Raum will er ein Treberwurst-Essen veranstalten.

In Messen verarbeitet Samuel Graber seit einigen Jahren im familiären Team seine Trauben zu edlem Wein. Die Trauben stammen aus dem eigenen Weinberg in Ligerz und dem im Frühling 2016 von Grund auf neu erstellten Rebberg in Messen, wo er 1700 Rebstöcke pflanzte.

Die Trauben verarbeitet er im alten Weinhaus von Messen, an der Hauptstrasse 17. Graber produziert nicht riesige Mengen. In diesem Jahr beispielsweise sind es rund 5000 Flaschen.

Selber nutzen statt wieder vermieten

Nun will er seine Aktivitäten ausbauen, nachdem im Frühjahr der Blumenladen neben Grabers Weinlokal schloss. «Zuerst dachten wir daran, neue Mieter zu finden», erklärt Samuel Graber. «Und gleichzeitig fanden wir, es wäre toll, wenn wir den Raum selber nutzen könnten.» Dann hatte er eine bessere Eingebung. Der freigewordene Raum mit Lager neben seinem Weinlokal könnte sich zu einem zusätzlichen Standbein in seinem Geschäft entwickeln. Denn was macht der Winzer im Winter.

Er könnte beispielsweise, wie im Weinbaugebiet am Bielersee üblich, mit Traubentrester Würsten einen feinen Geschmack verleihen und sie anbieten. Die Treberwurst, eigentlich eine Spezialität aus dem Weinbaugebiet am Bielersee, wird während der Destillation von ausgepressten, nachgegorenen Weintrauben zu Marc im Brennkessel während etwa einer Stunde gegart und erhält so ihr spezielles Aroma. Sie soll darum im kommenden Winter auch in Messen auf dem Teller angeboten werden.

Im Winter wird Raum zum Lokal

«Wir haben den Wein in diesem Frühjahr bereits im ehemaligen Blumenladen in die Flaschen abgefüllt. Bisher taten wir dies in den Gewölbekellern unter dem alten Weinhaus. Aber das war umständlich. So soll künftig der zusätzliche Raum zum Abfüllen des Weines, zum Etikettieren und zum Lagern der Flachen dienen, die verkauft werden. Und für die Wintermonate wird der Raum in ein kleines Lokal umfunktioniert, in dem Interessierte Treberwurst-Essen beim «Wyi Bur» erleben können. Maximal 25 Personen würden Platz finden.

Für das Erlebnis soll ein alter Militärkessel sorgen, der eingefeuert wird und in dem Würste auf Traubentrester pochiert werden. «Mit dem Dampf der Traubentrester werden sie zubereitet. Das wird sicher für eine schöne Atmosphäre sorgen.» Die Würste wird er bei einem Metzger einkaufen, zwei stehen aktuell zur Auswahl. Serviert wird die Treberwurst traditionell mit einem Lauch-Kartoffel-Gratin. Nicht fehlen dürfen eine Vorspeise und ein Dessert. Er hat sich eine Paella-Pfanne gekauft, die auf den Militärkessel passen wird. In dieser will er Crêpe au Marc zubereiten und flambieren.

Keine Degustation wegen Corona

Samuel Graber hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Degustation des neuen Jahrgangs im Frühling entfiel wegen der Coronakrise. «Ich hatte schon etwas Angst, den Wein nicht verkaufen zu können. Wir probierten dann etwas Neues und haben im Mai hier das Weinlokal jeden Samstag geöffnet. Dadurch verringerte sich die Frequenz, sodass nicht zu viele Leute auf einmal zusammen waren. Das wurde genutzt und ich konnte gut verkaufen. Auch der Verkauf an Restaurants entwickelte sich positiv und der Lagerbestand verringerte sich.

Samuel Graber hofft nun auf die Baubewilligung, damit er das Kamin für den Militärkessel bauen, das Lokal einrichten und die ersten Anmeldungen für Treberwurst-Essen entgegennehmen kann. Graber will das Lokal in den Wintermonaten jeden Abend von Dienstag bis Samstag öffnen.

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