Biberist

Im Herbst wird die Vogel-Behausung wieder wohnlich gemacht

Bei den über 300 Nistkästen im Biberister Wald wird eine «Herbstputzete», statt des Frühlingsputzes durchgeführt.

Exakt 313 Nistkästen betreut der Natur- und Vogelschutzverein Biberist. Der grösste Teil davon ist im Wald aufgehängt. Jeweils im Oktober werden die Nistkästen gesäubert, falls nötig geflickt und danach wieder aufgehängt. Das ist viel Arbeit, die der Verein gerne auf mehr und auch etwas jüngere Schultern verteilen möchte. Darum werden Gotten und Göttis für die Nistkästen gesucht.

Dass die Nistkästen jeweils im Oktober gesäubert werden hat, mehrere Gründe, wie Christian Bürki, Vorstandsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereines erklärt. «Beim Säubern sehen wir, ob der Nistkasten bewohnt war.» Denn das interessiert die Vogelwarte Sempach. Zudem sollen die nächsten Bewohner des Nistkastens nicht einfach in ein gemachtes Nest schlüpfen, sondern selbst wieder ein solches bauen.

Unterschlupf für Höhlenbrüter

In aller Regel erkenne man den Rückständen nach auch, welcher Vogel oder welch anderes Tier den Nistkasten benutzt hat. Denn Wespen, Hornissen oder Haselmäuse richten sich ebenfalls gelegentlich darin ein. Die Kästen würden ab und zu auch als Quartier für eine Nacht benützt. Wenn ein Vogel auf dem Durchzug sei, oder wenn sich ein Sturm ankündige.

Die Nistkästen werden laut Bürki vor allem von Meisen, Kleibern oder Trauerschnäppern bewohnt. «Diese konnte ich immer wieder beobachten und auch fotografieren.» Sicher gebe es auch andere Arten. Aber die Nistkästen würden nur den sogenannten Höhlenbrütern Unterschlupf bieten.

Andere Arten brauche Höhlen, oder brüten am Boden. Wenn die Nistkästen gesäubert werden, werden sie auch ausgebrannt. «Damit wird verhindert, dass Parasiten darin überwintern.» Es sei schwierig, den Aufwand abzuschätzen, den das Betreuen der Nistkästen verursacht. Aber es hätten sich bereits drei Familien, ein Kindergarten und drei Pensionierte gemeldet, die gerne ein gewisse Anzahl an Nistkästen übernehmen würden. Sie werden im Oktober auf ihrer ersten Runde von bisherigen Betreuern begleitet. «Viele Helfer machen das seit Jahrzehnten und haben ein grosses Know-How, das sie an Neulinge weitergeben sollen.»

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