Hessigkofen
Wegen Trockenheit der letzten Jahre unter Stress: Forstbetrieb muss mehr Bäume fällen

Im Grosswald zwischen Hessigkofen und Gächliwil wurden aus Sicherheitsgründen Bäume entlang der Kantonsstrasse gefällt. Gleichzeitig wurde auch die reguläre Holzernte ausgeführt.

Rahel Meier
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Rund 800 Kubikmeter Holz holt der Forstbetrieb Bucheggberg in diesen Tagen aus dem Grosswald. Ein Teil davon sind Bäume, die entlang der Kantonsstrasse in Richtung Gächliwil stehen und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden müssen.

«Wir holzen mit Absicht genau jetzt, weil Schulferien sind», erklärt Mark Hunninghaus (Betriebsleiter Forstbetrieb Bucheggberg). Wegen der Sicherheitsholzerei ist die Kantonsstrasse gesperrt und damit kann auch das Postauto, das die Schülerinnen und Schüler an die drei Schulstandorte transportiert, nicht durchfahren.

Anteil an Sicherheitsholzerei nimmt zu

Die Klimaerwärmung beeinflusst die Arbeit des Forstbetriebes. «Im Bucheggberg führen viele Haupt- oder Kantonsstrassen durch den Wald», so Hunninghaus. Da viele Bäume wegen der Trockenheit der letzten Jahre unter Stress stehen, müssen auch mehr Bäume gefällt werden.

An welchen Strassen der Forstbetrieb arbeitet, wird immer gemeinsam mit dem Amt für Verkehr und Tiefbau und dem Amt für Wald, Jagd und Fischerei entschieden. «Wir kombinieren die Sicherheitsholzerei entlang der Strassen wenn immer möglich mit der regulären Holzerntearbeit, die wir bei uns im Wald planen.» Parallel dazu gebe es natürlich auch Noteinsätze wegen Bäumen die plötzlich auf die Strassen zu fallen drohen.

Stufiger Mischwald verringert das Risiko

Der Forstbetrieb Bucheggberg bewirtschaftet insgesamt rund 1300 Hektaren Wald. Auch in den Bucheggberger Wäldern sind Eschen vom Eschenpilz befallen, der Borkenkäfer verbreitetet sich und die Buchen verdorren. Seit rund 15 Jahren setzt man aber konsequent auf stufigen Mischwald.

«Das Risiko von grossflächige Schadensereignissen wird mit dieser Bewirtschaftungsform stark minimiert.»

Die Holzschlageinheit im Grosswald umfasst rund 20 Hektaren. Von den 800 Kubikmeter Holz die zurzeit geschlagen werden, sind laut Hunninghaus rund 10 bis 15 Prozent Bäume, die aus Sicherheitsgründen oder wegen Krankheit oder Trockenheit gefällt werden müssen. Buchen, die gesund sind, gehen nach Italien zur Holzverarbeitung. Ein grosser Teil wird aber als Energieholz genutzt und vorwiegend zu Schnitzeln für die lokalen Wärmeverbünde verarbeitet.

Die Holzproduktion ist nachhaltig

«So nachhaltig wie in der Schweiz wird der Wald weltweit nirgends bewirtschaftet», ist sich Hunninghaus sicher.

«Wir haben Freude an unserer Arbeit im Wald und sind stolz auf das, was wir produzieren.»

Mühe machen Hunninghaus und seinem Team deshalb Waldbesucher, die kein Verständnis für die Arbeiten haben, die sie ausführen. Und er nennt auch gleich ein Beispiel: «Wir arbeiten sehr bodenschonend.» Im Bucheggberg würden nur gerade 2,3 Prozent des Waldbodens überhaupt befahren. «Aber die Rückgassen, die wir nützen, enden meist in den Waldwegen, wo die Spaziergänger uns natürlich sehen.» Das führe manchmal zu Diskussionen.

Aber: Holz sei ein nachhaltiger Rohstoff. Da das Holz zudem zu einem guten Teil in der Region genutzt werde, falle auch wenig graue Energie ab. «Würden wir unseren Wald nicht nutzen, müssten wir mehr Holz einführen. Das macht keinen Sinn.»

Nasser Boden erschwert und verteuert die Holzernte

Wenn der Boden zu nass sei, dann dürfe er mit den schweren Maschinen nur bedingt befahren werden. Aus diesem Grund wurde in den paar Frosttagen Mitte Monat gar Schicht gearbeitet. «Wir haben die Bodenverhältnisse genützt.» Damit habe man einen Teil der Tage wieder wettgemacht, an denen Anfang Monat nicht gearbeitet werden konnte. «Ich bin seit rund 22 Jahren im Wald. Als ich anfing war es durchaus normal, dass der Boden zwei oder drei Monate lang zumindest teilweise gefroren war», so Hunninghaus.

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