Es war ein Experiment, das Klassenlehrerin Silvia Fröhlicher zusammen mit dem Solothurner Krimibestsellerautor Christof Gasser («Solothurn trägt Schwarz», «Solothurn streut Asche») initiierte. In mehreren Schreibworkshops von insgesamt vier Doppellektionen zwischen März und Mai erarbeiteten Mädchen und Jungen eigene Kurzkrimis, die sie jetzt einem aufmerksam lauschenden Publikum vortrugen.

Nebst der Auflockerung des Deutschunterrichts lag die Zielsetzung darin, den Schülern die Gestaltung längerer Texte nahezubringen. Daneben sollte es die Lust am Schreiben wecken und die Kreativität anspornen. Nach einer Einführung von Gasser in die Zusammensetzung einer Handlung und der Analyse eines Fernsehschülerkrimis war es an den Mädchen und Jungen, in Gruppen eine eigene Geschichte zu entwickeln und zu verfassen. Die einzige Vorgabe war, dass es ein Krimi mit Schülern als Detektive im Umfeld der Schule sein sollte. Dabei wurden sie von Gasser unterstützt und gecoacht, der auch das Korrektorat und Lektorat der Texte vornahm.

Viel Fantasie mit dabei

Das Resultat konnte sich sehen oder vielmehr hören lassen. Die Schüler trugen den aufmerksamen und stellenweise gebannt zuhörenden Gästen sechs spannende Geschichten vor. Mit klassischen Schülerabenteuern mit Spukhaus und Schatzsuche über eine Milieustudie mit jugendlichen Delinquenten bis hin zum Gänsehaut-Psychothriller mit Liebesdrama vermochten die Jungautorinnen und -Autoren das ohnehin schon warme Klima zusätzlich aufzuheizen.

Eine Apéro-Pause, angereichert mit mitgebrachten Spezialitäten aus den Herkunftsländern der multikulturellen Klasse, war eine willkommene Auflockerung. Ein zusätzliches Highlight boten die Schüler mit einer Interpretation von Hazy Osterwalds Kriminaltango, begleitet am Piano von Schulleiter Daniel Bänninger.

Schreiben aktiv fördern

Zusammen mit dem begeisterten Publikum zeigten sich Fröhlicher und Gasser mit dem Resultat des vom Kuratorium für Kulturförderung «SOkultur und Schule» des Kantons Solothurn unterstützten Projekts sehr zufrieden. Insbesondere Gasser war beeindruckt über die grosse Motivation, welche die Schüler an den Tag gelegt hatten. «Was mich vor allem berührt hat, ist die Tatsache, dass im Zeitalter des Internets und der smarten Handys die Schöpfungskraft bei den 12- bis 13-jährigen immer noch so riesig ist.

Mir ist bewusst geworden, welch grosse Verantwortung wir Erwachsenen, Eltern und die Schule haben, dass diese Gabe, in welche Richtung auch immer sie sich entwickeln mag, Wirtschaft, Handwerk oder Kunst gefördert wird», sagte er.

Am Schluss des Abends hatten die Eltern, Geschwister und Gäste Gelegenheit, denjenigen Krimi zu küren, der ihnen am besten gefallen hat. Allerdings erhielten alle Autorinnen und Autoren einen kleinen Preis, gestiftet von der Medienabteilung der Polizei Kanton Solothurn. Mit ihren Geschichten hatten sie vor allem die Herzen der Zuhörer gewonnen. (mgt)