Günsberg
Oberglutzenbergquelle darf vorderhand weiterhin genützt werden

Der Regierungsrat lenkt nach Intervention der Gemeinde ein. Trotzdem muss man sich in Günsberg überlegen, wie die Wasserversorgung künftig aussehen soll.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Die Liegenschaften auf dem Glutzenberg sind heute an einer privaten Wasserversorgung angehängt.

Die Liegenschaften auf dem Glutzenberg sind heute an einer privaten Wasserversorgung angehängt.

Oliver Menge

Die Bemühungen der Günsberger Behörden für ihre Quellen haben gefruchtet. Der Regierungsrat hebt seinen Beschluss vom 1. Dezember 2020 auf. Darin hat der Regierungsrat die Günsberger Pläne die Quelle Zweiäcker zu nutzen, andererseits Quellen aufzuheben genehmigt.

Aber in einem Punkt nicht im Sinne der Günsberger. Die Gemeindebehörden erhoben Einspruch beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag den Beschluss im Punkt, der die private Wasserversorgung Glutzenberg (Oberglutzenbergquelle) betrifft, zu ändern.

Minimalanforderungen nicht erfüllt

Die Grundwasserschutzzone dieser Quelle entspricht nicht den gesetzlichen Minimalforderungen gemäss Gewässerschutzverordnung, wurde vom Regierungsrat festgehalten. Aber Günsberg monierte, dass die Zweckmässigkeit und Zumutbarkeit des Anschlusses der Wasserversorgung Glutzenberg an die öffentliche Wasserversorgung von Günsberg nicht hinreichend geprüft worden sei.

Das Bau- und Justizdepartement bat in der Folge um Sistierung des Verfahrens vor Verwaltungsgericht. Man wolle die Angelegenheit gütlich bereinigen und stellte einen neuen Regierungsratsbeschluss in Aussicht. Inzwischen hat man sich gefunden und der Regierungsrat hat einen neuen Beschluss formuliert.

Anschluss wäre grundsätzlich möglich

Zwar liegen die heute von der Oberglutzenbergquelle versorgten Liegenschaften ausserhalb der Bauzone, jedoch in unmittelbarer Nähe zum Reservoir Günsberg, was ein Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung grundsätzlich ermöglicht, so der Regierungsrat.

Günsberg muss nun bis Ende 2021 dem Amt für Umwelt und der kantonalen Lebensmittelkontrolle aufzeigen, wie eine gesetzeskonforme Wasserversorgung für die heute von der Wasserversorgung Glutzenberg bedienten Liegenschaften erreicht und bis wann die dazu erforderlichen baulichen Massnahmen abschliessend umgesetzt werden können.

Schutzzone ist nötig

Sollten die Abklärungen zeigen, dass ein Anschluss der Wasserversorgung Glutzenberg an die öffentliche Wasserversorgung Günsberg bis Ende 2026 (Abschluss der baulichen Massnahmen und Inbetriebnahme) nicht zweckmässig oder nicht zumutbar ist, so ist bis Ende 2023 wieder eine Grundwasserschutzzone nach heutigem Recht für die Oberglutzenbergquelle auszuscheiden.

Auf die Ausscheidung einer Schutzzone kann nur dann verzichtet werden, wenn Ende 2023 an der Glutzenbergquelle kein öffentliches Interesse mehr vorliegen sollte. Das Quellwasser der Oberglutzenbergquelle darf trotz fehlender Grundwasserschutzzone im Sinne einer Übergangslösung bis spätestens Ende 2023 weiterhin als Trinkwasser an Dritte abgegeben werden, sofern die lebensmittelrechtlichen Anforderungen an Trinkwasser jederzeit eingehalten werden.

Verantwortung bei den Privatleuten

Im Vergleich zum ersten RRB fehlt aber, dass die Verantwortung für die Einhaltung der qualitativen Anforderungen dem Fassungsinhaber obliegt. Und im ersten Regierungsratsbeschluss wurde noch darauf hingewiesen, dass sich die Quelle nicht gesetzeskonform schützen lässt und die bestehende Schutzzone daher aufgehoben werden soll. Diese Passage fehlt im zweiten Regierungsratsbeschluss.

Aktuelle Nachrichten