Abschluss 2019

Grosser finanzieller Schaden mit Hiag-Data-Flop

Das Papieri-Areal in Biberist gehört der Basler Hiag AG.

Das Papieri-Areal in Biberist gehört der Basler Hiag AG.

Die Basler Immobilienfirma Hiag AG, die in Biberist das Papieri-Areal hält, schreibt im Geschäftsjahr 2019 tiefrote Zahlen.

Mit dem Geschäftsbericht 2019 der Basler Immobilienfirma Hiag AG wird der Verlust durch die Tochterfirma Hiag Data erst richtig klar. Im August 2019 wurde die Entwicklung der eigenen Multicloud-Plattform abgebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden in Biberist ein kleines Rechenzentrum aufgebaut, sowie fünf Mitarbeiter beschäftigt, die die nötige Software entwickelten. Das war aber nur ein Teil von Hiag Data. Der weitaus grössere Teil wurde in Wallisellen abgewickelt. Dort beschäftigte Hiag Data gegen 60 Mitarbeiter, wie Hiag-Geschäftsführer Marco Feusi erklärt. Laut Geschäftsbericht der Hiag Immobilien Holding AG entstand mit der Notbremse ein Minus von zirka 70 Millionen Franken. Zusammen mit einem weiteren ausserordentlichen Ereignis – in Pratteln musste Hiag nach dem Konkurs der Rohner AG die Kosten für den Rückbau und die Sanierung des Areals übernehmen, um es in einen chemiefreien Zustand zu bringen. Kosten? Nochmals zirka 51 Millionen Franken. Die Holding musste insgesamt ein Minus von über 70 Mio. Franken für 2019 bekannt geben. Im Vorjahr wurde ein Gewinn von beinahe 61 Mio. Franken erzielt.

Die Holding hat sämtliche Aktiven im Zusammenhang mit diesem Projekt einer eigenen Multicloud-Plattform per Ende 2019 zu 100 Prozent wertberichtigt. Im Rahmen einer Zusammenarbeit übernahmen die Beelastic AG und die Tarchini Gruppe das gesamte Projekt. Der Erlös dürfte die Verantwortlichen der Hiag Holding zum Weinen bringen. Aber: «Wir konnten auch die künftigen Verpflichtungen an die beiden Firmen übergeben», so Feusi. Diese laufen noch bis zirka 2026 und hätten nochmals ein Loch von gegen 20 Millionen Franken in die Kasse gerissen. Immerhin sei es möglich, dass die Zusammenarbeit gar noch einige Erträge generiere. Sollten die beiden Firmen neue Kunden finden, die die aufgebaute Infrastruktur nutzen will, würde ein Teil der Erträge an die Holding gehen.

Die Hiag Data wird aber so oder so das Ergebnis der Holding im Geschäftsjahr 2020 nochmals mit 5 Millionen Franken wegen weiterlaufenden Betriebskosten belasten. In Biberist wird Hiag Data nicht mehr operativ tätig sein. Die Holding geht trotz des Minus 2019 zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr.

Zuversicht in Bezug auf das Areal in Biberist

In Biberist will laut Feusi die Hiag AG weiter an der Arealöffnung arbeiten. «Wir haben Mieter mit langfristigen Verträgen und laufend kommen neue Mieter dazu.» Grosses Interesse würden Logistikbetrieben bekunden, «aber Biberist wünscht eher Produktionsbetriebe, die mehr Arbeitsplätze bringen». Geplant sei, einige Gebäude mit neuen Gewerbehallen zu ersetzen. Marco Feusi hofft zudem auf einen grossen Schritt nach vorne mit der laufenden Teilzonenplanänderung, die aktuell beim Kanton in der Vorprüfung stecke.

Wie Biberists Gemeindepräsident Stefan Hug erklärt, soll im Gespräch mit dem Kanton herausgefunden werden, was auf dem Hiag-Areal überhaupt möglich werden darf. Im Räumlichen Leitbild wurde eine Obergrenze für die Entwicklung der Einwohnerzahl in Biberist festgelegt. Nun gelte es zu klären, wie viel dieser Entwicklung auf dem Hiag-Areal stattfinden soll, das heisst, wie gross ein allfälliges Wohngebiet sein könnte, wenn überhaupt.

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