Regierungsratsbeschluss
«Glutzenberg» hat noch bis Ende 2023 eigenes Wasser

Regierungsrat genehmigt in Günsberg die befristete Nutzung einer Quelle sowie eine Grundwasserschutzzone.

Urs Byland
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Das Restaurant Glutzenberg soll an die öffentliche Wasserversorgung von Günsberg angeschlossen werden.

Das Restaurant Glutzenberg soll an die öffentliche Wasserversorgung von Günsberg angeschlossen werden.

Solothurner Zeitung

Für die Quelle Zweiäcker unterhalb des Glutzenbergs, bekannt auch als Hirschbrunnen- oder Dorfbrunnenquelle, wurde die Grundwasserschutzzone überarbeitet. Während der Auflage ist keine Einsprache eingegangen, ebenso wie zu weiteren Quellen, die im gleichen Zuge aufgehoben werden dürfen. Der Regierungsrat hat nun ebenfalls die Genehmigung gegeben. Er erlaubt zudem die befristete Nutzung einer weiteren Quelle mit Auflagen.

Die Quelle Zweiäcker wird von der privaten Wasserversorgung Verein Quelle Zweiäcker genutzt, an dem auch die Einwohnergemeinde beteiligt ist. Die Quelle versorgt mehrere öffentliche Laufbrunnen und eine Liegenschaft mit Trink- und Brauchwasser. Die Einwohnergemeinde erwägt, ihren Teil des Quellwassers künftig als Trinkwasser zu nutzen und direkt ins Netz der öffentlichen Wasserversorgung von Günsberg einzuspeisen. Dies ist aber nur möglich, so der Regierungsrat in seinem Beschluss, wenn das Wasser jederzeit die lebensmittelrechtlichen Anforderungen erfüllt. Dies ist aktuell nicht der Fall.

Weil es nicht aufbereitet wird, erfülle das Wasser hinsichtlich der bakteriologischen Belastung nicht die Vorgaben. Das Ausscheiden einer gesetzeskonformen Grundwasserschutzzone sei zwar eine Voraussetzung für einwandfreies Trinkwasser, könne aber alleine nicht garantieren, dass die Trinkwasseranforderungen künftig bei allen Witterungsverhältnissen eingehalten werden. Deshalb darf das Wasser der Quelle Zweiäcker trotz neuer Grundwasserschutzzone nur als Trinkwasser deklariert oder direkt ins Netz der Wasserversorgung eingespeist werden, wenn die Anforderungen nachweislich jederzeit eingehalten werden können.

Oberglutzenbergquelle ist ein Spezialfall

Aufgehoben hat der Regierungsrat in seinem Beschluss zudem die 1988 beschlossenen Grundwasserschutzzonen von mehreren weiteren Quellen. Deren Wasser muss künftig in ein Oberflächenwasser abgeleitet werden und darf nicht mehr als Trinkwasser an Dritte abgegeben werden.

Ein Spezialfall ist die Oberglutzenbergquelle der privaten Wasserversorgung Glutzenberg. Ihre Grundwasserschutzzone entspricht nicht den gesetzlichen Minimalanforderungen, obwohl wegen der Grösse der Wasserversorgung inklusive eines Restaurantbetriebes eine Grundwasserschutzzone ausgeschieden werden müsste. Abklärungen haben ergeben, dass sich die Quelle nicht gesetzeskonform schützen lässt, und die bestehende Schutzzone daher aufgehoben werden muss.

Im Sinne einer Übergangslösung darf das Wasser bis Ende 2023 weiterhin als Trinkwasser an Dritte abgegeben werden, sofern die lebensmittelrechtlichen Anforderungen jederzeit eingehalten werden. Verantwortlich ist der Fassungsinhaber. Bis Ende 2021 muss die Gemeinde aufzeigen, mit welchen Massnahmen eine gesetzeskonforme Wasserversorgung für die von der Wasserversorgung Glutzenberg versorgten Liegenschaften realisiert wird. Zu prüfen sei ein Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung Günsberg. Die Liegenschaften liegen zwar ausserhalb der Bauzone, aber in unmittelbarer Nähe zum Reservoir Günsberg.

Günsberg wehrt sich

Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass Kanton und Gemeinde vom Gleichen reden. Im Fall der Oberglutzenbergquelle war dies nicht der Fall. Gemeindepräsident Rolf Sterki zeigte sich erstaunt über den Bescheid des Regierungsrates und hat Einsprache gegen die Verfügung gemacht, die von seinem Gemeinderat aber noch bestätigt werden muss. «Es hat mehrere Liegenschaften, die schon lange Wasser von dieser Quelle beziehen. Dass das nun nicht mehr möglich sein soll, verstehen wir nicht.»