Gemeindeversammlung
Gerlafingen budgetiert ein Minus von einer halben Million

Die Geschäfte der Gemeindeversammlung von Gerlafingen waren schnell erledigt. Der Voranschlag 2021 weist einen Aufwandüberschuss von rund 500'000 Franken aus.

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Dass die Traktandenliste mit acht Positionen in nur 65 Minuten absolviert werden konnte, hing vor allem von der Information zum Budget ab. Die neue Gemeindeverwalterin Marlise Tüscher beschrieb den 26 anwesenden Stimmberechtigten die zehn Aufgabenbereiche der Gemeinde und erklärte die finanziellen Änderungen. Im Schulwesen etwa bewirken höhere Schülerzahlen, Klasseneröffnungen und aufgestockte Pensen einen Kostenanstieg um fast eine halbe Million Franken.

Die reduzierten Zahlen im Sozialwesen zeigen, dass Gerlafingen nicht mehr als Leadgemeinde in der Sozialregion amtet. Die Kapitalanhäufung bei den Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser lässt günstigere Tarife zu: statt 1.40 kostet Frischwasser nur noch 1 Franken, und der Kubikmeter Abwasser wird auf 1.25 Franken reduziert. Am Ende weist die Erfolgsrechnung im Betrag von 31,9 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von rund 500'000 Franken aus.

Investiert wird für brutto 4,1 Mio. Franken. Genehmigt wurden Verpflichtungskredite für den Ausbau der Dahlienstrasse in Höhe von rund 1,5 Mio. Franken, ein kleiner Planungskredit für eine künftige Sport- und Kultur-Halle und die Umnutzung der Sanitätsstelle unter dem Kirchacker. Der Investitionsanteil liegt bei 14,4 Prozent und kann zu 32,87 Prozent aus dem Steuerhaushalt getragen werden.

Tüscher hofft, dass die rege Bautätigkeit zu mehr Steuersubstrat führt, das jetzt 13 Mio. Franken ergibt. «Wir wollen achtsam bleiben, um die Herausforderungen der Zukunft innovativ angehen zu können», erklärte sie die Finanzstrategie. Weiterhin angewiesen sei die Gemeinde auf den Finanz- und Lastenausgleich, der den Haushalt mit 4,8 Mio. Franken unterstützt. Die Steueranlage verbleibt auf 125/105 Prozent.

Reglemente und Dank ür Sondereinsätze

Weil Gerlafingen schon viele Jahre über ein Schularzt- und ein Schulzahnpflegereglement verfügt, waren die durchs kantonale Musterreglement erforderlichen Anpassungen schnell bewilligt.

Eine Anregung aus der Versammlung zu einer «Kann- Formulierung» sorgte in der Teilrevision der Gemeindeordnung dafür, dass die Anstellung der Gemeindeverwalterin nicht weiterhin zwingend im Mandatsverhältnis erfolgt. Neu geregelt wurde die Beglaubigung der Unterschriften. (gku)

Starkstromleitung

Walter Joggi, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Starkstromleitung Zielebacher Feld, bedankte sich bei Gemeinderat und Gemeinde für die Unterstützung in der Sache «Bodenverlegung der SBB-Überlandleitung». Begleitet von einer Abordnung von Einwohnern aus Gerlafingen-Süd betonte er: «Die IG ist guten Mutes, dass sie etwas bewirken kann, zumal auch die von der Leitung gleichfalls betroffenen Nachbargemeinden Obergerlafingen und Zielebach in die gleiche Stossrichtung zielen.» Technisch sollte eine Erdverkabelung statt der geplanten Zerschneidung der Landschaft mit Masten und Kabeln möglich sein. (gku)