Ende Dezember läuft die Frist ab. Bis zu diesem Zeitpunkt muss René Strickler eine Lösung für seinen Raubtierzoo gefunden haben. Strickler stimmte im Februar 2014 vor dem Richter am Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt einem Vergleich zu.

Mit seiner Einwilligung erhielt er damals eine zweite Mieterstreckung – eben bis Ende 2015. Der Richter gewährte dem Raubtierzoobesitzer beinahe zwei Jahre, um eine Nachfolgelösung zu finden.

«Ich informiere Sie, sobald der Vertrag unterschrieben ist», lautet seither der Standardsatz von René Strickler, wenn man sich bei ihm nach einer neuen Lösung für den Raubtierpark erkundigt. Geschehen ist bisher nichts.

Rene Strickler kämpft vor Gericht für seinen Raubtierpark (Februar 2014)

Rene Strickler kämpft 2014 vor dem Amtsgericht für seinen Raubtierpark

Nicht dass Strickler untätig geblieben wäre. Im Gegenteil. Das Wohl seiner Tiere steht bei ihm natürlich an erster Stelle. Und Ideen hat er auch. In den Räumlichkeiten in Subingen hängen Visualisierungen von seinem Traum: «Jungle World».

Die Pläne für eine riesige Zooanlage sind das eine, die Finanzen das andere. Bisher konnte kein Investor öffentlich präsentiert werden, der «Jungle World» finanziert.

Möglicher Investor

Ein solches Projekt würde Kosten in zweistelliger Millionenhöhe auslösen. Tatsächlich soll die Planungskommission schon im Sommer von einem konkreten Vorhaben unterrichtet worden sein.

Später wurde auch im Gemeinderat – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – informiert. Zwar halten alle Auskunftspersonen dicht. Im Dorf wird aber doch herumerzählt, dass ein Investor vorstellig geworden sein soll.

Nur war bisher weder ein Landverkauf publiziert noch eine vertragliche Unterschrift zwischen den beteiligten Parteien zu sehen.

Zur Ansiedlung eines Zoos hat auch die Gemeinde etwas zu sagen. Stolpersteine hat es viele. So wäre eine Revision des Räumlichen Leitbildes mit öffentlicher Mitwirkung unumgänglich, ebenso ein Gestaltungsplan auch mit öffentlicher Mitwirkung.

«Zweimal müsste eine Gemeindeversammlung zustimmen», erklärt Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold. Letzten Endes bedeutet dies, dass ein Investor nicht einfach in die Kasse greifen und das Projekt «Jungle World» starten kann.

Es braucht diverse Vorarbeiten. «Ich habe René, mit dem ich mich gut verstehe, immer gesagt: Wenn du bleiben willst, braucht das Projekt eine planerische Sicherstellung, die du zahlen musst. Und der Ausgang bleibt ungewiss», berichtet Ingold.

Er habe das Gefühl, dass Strickler diese Vorbehalte gar nicht richtig realisiert habe. «Ich glaube, er weiss nicht recht weiter und wartet nun einfach das Auslaufen des Vertrages ab.»

Würden diese Planungsschritte aber eingeläutet, sei er sich ziemlich sicher, dass die Gemeinde das Projekt «Jungle World» unterstützen würde. «Wir als Gemeinde haben überhaupt keinen Nachteil mit seinem Raubtierzoo, im Gegenteil.»

Die Grundbesitzerin Espace Real Estate wiederum hat frühzeitig signalisiert, dass ein Verkauf des Geländes für ein Projekt von René Strickler möglich ist. Ob Verhandlungen stattgefunden haben, dazu wollte sich ihr Vertreter Theodor F. Kocher nicht äussern.

Einer allfälligen Zwangsräumung sieht er gelassen entgegen. «Das ist nach den nötigen Eingaben unsererseits eine behördliche Angelegenheit. Es wäre aber klar eine aussergewöhnlich unangenehme Situation.»

Ein nochmaliges Telefonat beim Besitzer des Raubtierparkes bringt einzig die Wiederholung des Standardsatzes. «In zwei Wochen werde ich informieren», erklärt René Strickler. Ansonsten bleibt er stumm.

Ob er einen Investor für «Jungle World« präsentieren wird oder erklären wird, falls keine Investoren gefunden werden konnten, wie der Raubtierzoo ab 31. Dezember 2015 aufgelöst werden soll, das bleibt noch sein Geheimnis.