Die Fraisa SA stärkt den Standort Bellach. Die Firma, die Hochleistungswerkzeuge für die metallverarbeitenden Industrie produziert, plant einen Neubau auf dem Fraisa-Areal nördlich der Gurzelenstrasse. Die Baute mit einem Ausmass von 56 Meter Länge und 36 Meter Breite wird westseitig an das bestehende Produktionsgebäude auf dieser Seite der Gurzelenstrasse gebaut. Das Projekt umfasst eine Fertigungshalle sowie im Südbereich einen dreigeschossigen Kopfbau für die Administration.

Beide Gebäudeteile sind unterkellert. Die Einstellhalle im Untergeschoss wird mit einer zweispurigen Einfahrtsrampe entlang der Westfassade erschlossen. Weiter wird die auf dem Areal nordöstlich gelegene Parkierung neu organisiert und durch den Abbruch von Nebengebäuden erweitert. Im Neubau sind eine Produktionshalle, Büro- und Besprechungsräumlichkeiten, eine Tiefgarage mit 65 Parkplätzen sowie ein Verpflegungsbereich mit Terrasse geplant. Mit der Gestaltung wird versucht, einen Bezug zwischen dem Neubau und dem südlich der Gurzelenstrasse gelegenen Gebäude, welches ebenfalls zur Fraisa SA gehört, herzustellen. Insgesamt wendet Eigner Josef Maushart 9 Millionen Franken für den Neubau auf.

Konstante Temperatur

Dem Auflagebericht ist auch zu entnehmen, dass in der neuen Fertigungshalle der Raumtemperatur hohes Augenmerk geschenkt wird. Aktuell kämpfe die Fraisa SA insbesondere in den Sommermonaten mit den hohen Temperaturen. Gemessen werden Werte über 35 Grad Celsius und grosse Schwankungen über die Zeitdauer von 24 Stunden. Dies sei eine grosse Herausforderung in der Herstellung von Werkzeugen im Mikrometerbereich. Mit der neuen Halle ist das Ziel verbunden, eine Raumtemperatur wie auch eine Öltemperatur der Maschinen von konstant 25 Grad pro Tag zu erreichen. Dann werde die Fraisa SA in der Lage sein, Anlagen und Maschinen noch stabiler in der Nacht und an den Wochenenden laufen lassen zu können.

«Der mannlose Betrieb der Maschinen ist die zwingende Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Werkzeugproduktion im Hochlohnland Schweiz», so der Text im Auflagebericht. Geplant ist zudem eine Photovoltaikanlage mit 288 Modulen auf dem Dach der Halle und des Kopfbaus.

Keine Einsprachen

Mit den Neubauprojekt will Fraisa SA die Maschinenkapazität von heute 37 bis auf 60 ausbauen. Mittelfristig sollen 30 neue Stellen am Standort Bellach geschaffen werden. Die Fraisa-Gruppe beschäftigt heute 550 Mitarbeitende in sieben Ländern. In Bellach sind gut 200 Personen tätig. Der Umsatz der Gruppe liegt bei 100 Millionen Franken, wovon 80 Prozent im Ausland erwirtschaftet werden. Die FraisaGruppe gibt laut eigenen Angaben jährlich 6 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus sowie gut 1,5 Prozent für Weiterbildungen der Mitarbeitenden.

Aktuell ist die Auflage beendet. Mit dem Bau möchte Fraisa SA im Juni beginnen. Im September 2020 sollen die Bauarbeiten am Neubau abgeschlossen sein. Dann starten die Anpassungsarbeiten im Innenbereich des bestehenden Fabrikationsgebäudes, damit ideale Bedingungen für eine optimale Ablauforganisation der Fertigung erreicht werden. Diese dauern bis Mai 2021.